Bundesliga>

"Es ist brutal": Kobel kritisiert Umgang mit Torhütern

Kobel sieht bedenkliche Entwicklung

Borussia Dortmund gewinnt das Heimspiel gegen Werder Bremen souverän – nicht zuletzt dank des Führungstreffers von Nico Schlotterbeck. Ein Detail stößt dem BVB-Torhüter Gregor Kobel allerdings durchaus sauer auf.
Gregor Kobel war einmal mehr ein sicherer Rückhalt für Borussia Dortmund. Niko Kovac weiß, dass er sich auf seinen Schlussmann verlassen kann.
Borussia Dortmund gewinnt das Heimspiel gegen Werder Bremen souverän – nicht zuletzt dank des Führungstreffers von Nico Schlotterbeck. Ein Detail stößt dem BVB-Torhüter Gregor Kobel allerdings durchaus sauer auf.

Gregor Kobel hat nach dem 3:0 von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen kritische Worte zum Umgang mit den Torhütern bei Standards gefunden. Auslöser war der Führungstreffer von Nico Schlotterbeck in der elften Minute, der den Ball aus rund drei Metern mühelos ins Tor einköpfte. Mio Backhaus, Keeper der Norddeutschen, war beim vorangegangenen Eckstoß auf der Linie geblieben.

Dass den Dortmundern direkt ein Tor nach einer Ecke gelang, ist durchaus bemerkenswert. Denn zu Jahresbeginn trennte sich der Klub von Standard-Spezialist Alex Clapham.

Auf SPORT1-Nachfrage, wer denn nun dessen Aufgaben übernimmt, sagte Kobel in der Mixed Zone: „Ich glaube, das machen jetzt alle zusammen. Niko (Kovac; Anm. d. Red.) macht da sehr viel.“ Doch ein anderes Thema im Zusammenhang mit dem Führungstor beschäftigte den Schweizer umso mehr.

Das Verhalten von Backhaus sei mehr eine Torwart-Diskussion als eine Aktion des BVB gewesen, die besonders hervorzuheben sei, meinte Kobel. „Ich finde halt, die Blocks, die du im Moment stellen kannst, sind krass. Nur aus Torwart-Sicht, aber das juckt natürlich niemanden, denn die Torwart-Community ist sehr klein. Aber es ist brutal“, sagte er zum Umgang mit den Schlussmännern bei Standards.

Kobel: „Da macht ja jeder einen Torwartfehler“

Früher sei man im Fünfmeterraum geschützt gewesen, das gebe es mittlerweile nicht mehr. Die Schiedsrichter lassen mittlerweile viel mehr laufen.

„Du brauchst gar nichts mehr mit dem Ball zu tun haben, du kannst einfach in den Torwart reingehen“, so Kobel weiter: „Guckt euch die Tore an. Auch das 1:0 heute. Schaut euch zum Beispiel Arsenal an. Da macht ja jeder einen Torwartfehler, gefühlt alle drei Spiele.“

Kobel nahm Backhaus auch in Schutz: „Ihr könnt es ja selbst einmal ausprobieren. Wenn man den Ball fangen will und nur eine leichte Berührung abbekommt, fängt man ihn nicht mehr. Die Bälle kommen so scharf herein. Es ist sehr schwer, den Ball einzuschätzen, wenn du zehn Spieler um dich herum hast. Wenn du dann noch Leute hast, die reingehen, ist es der Tod.“

Auch Schlotterbeck selbst gab im Nachhinein bei Sky zu, dass die Dortmunder den gegnerischen Torhüter bei einem Treffer geblockt hatten.

„Die Ecke war perfekt, der Torwart konnte nicht rauskommen“, schilderte der Nationalspieler und fügte hinzu: „Dann stehst du drei Meter vor dem Tor, da musst du nicht mehr viel machen, nur richtig stehen.“