Bundesliga>

FC Bayern: Musiala, Gnabry, Karl und Co. - Wie löst Kompany sein Luxusproblem?

Wer muss für Musiala weichen?

Jamal Musiala gibt nach 196 Tagen Verletzungspause sein Comeback für den FC Bayern. Durch seine Rückkehr steht Trainer Vincent Kompany eine Option mehr zur Verfügung. Nun zählt es, den Offensivkünstler in die Startelf integriert zu bekommen.
Jamal Musiala feiert beim Bayern-Sieg in Leipzig sein Comeback. Kommt Lennart Karl dadurch nun zu weniger Einsatzminuten? SPORT1-Experte Alfred Draxler glaubt, dass der Youngster davon sogar profitieren könnte.
Jamal Musiala gibt nach 196 Tagen Verletzungspause sein Comeback für den FC Bayern. Durch seine Rückkehr steht Trainer Vincent Kompany eine Option mehr zur Verfügung. Nun zählt es, den Offensivkünstler in die Startelf integriert zu bekommen.

Jamal Musiala hat am Samstagabend ein Traumcomeback gefeiert! Nach 196 Tagen Verletzungspause wurde der Star des FC Bayern während des Auswärtsspiels bei RB Leipzig in der 87. Minute eingewechselt und nur wenige Augenblicke später war der 22-Jährige direkt an einem Tor beteiligt.

Schon mit einem Grinsen im Gesicht betrat Musiala das Spielfeld, als er für Serge Gnabry in die Partie kam. Rund eine Minute nach seiner Einwechslung kam bei ihm noch mehr Freude auf, denn er legte den Treffer von Michael Olise (ungewollt) auf, indem er den Ball in Richtung des Franzosen stolperte, welcher eiskalt zum 5:1-Endstand traf.

Kompany steht ein Luxusproblem bevor

Olise zeigte daraufhin direkt auf seinen Teamkollegen, beide rannten jubelnd in die eigene Fankurve. Die Freude war grenzenlos. Auch nach dem Abpfiff schubsten Musialas Mitspieler ihn als erstes vor die eigenen Fans. Alle Beteiligten waren mehr als glücklich darüber, dass Musiala nach seiner Horrorverletzung bei der Klub-WM endlich wieder zurück auf dem Platz ist.

Gleichzeitig stellt sich aber die Frage: Wo ist in der fast schon beängstigende Maschinerie von Trainer Vincent Kompany Platz für Musiala? Die Offensive mit Harry Kane, Luiz Díaz, Olise, Serge Gnabry und Youngster Lennart Karl ist eingespielt.

Musiala „soll es genießen“

Kompany betonte nach dem Leipzig-Erfolg, dass er dem 22-Jährigen keinerlei Druck mache, um schnellstmöglich wieder bei 100 Prozent zu sein: „Er soll es genießen, einfach fit werden.“ Sportvorstand Max Eberl schlug in die gleiche Kerbe: „Im Januar Spaß haben, Fitness sammeln – und zur wichtigen Zeit da sein.“

Dennoch ist klar, dass auf den Coach ein Luxusproblem zukommt, wenn Musiala für mehr als nur rund fünf Minuten infrage kommt.

Musiala bekommt ausreichend Zeit

„Er will das Problem haben, so war ich als Trainer auch“, meinte Armin Veh am Sonntagmorgen im Doppelpass auf SPORT1 und fügte hinzu: „Er managet es auch gut, weil alles, was er sagt, ist authentisch.“

SPORT1-Experte Stefan Effenberg ergänzte: „Ich sehe es als Geschenk für Kompany. Das Gute ist, du kannst Musiala langsam heranführen.“ Zugleich verwies Effenberg darauf, dass in der Vergangenheit schon Kane, Olise und Co. auf der Bank Platz nehmen mussten, aber sie nicht darüber gemeckert hätten. „Du hast nichts gehört und auch das ist ein Geschenk für Kompany“, erklärte der 57-Jährige.

Kommt Musiala sich mit Kane in die Quere?

Durch den sechsmonatigen Ausfall von Musiala hat sich im Bayern-Spiel etwas verändert. Veh skizzierte, dass vor allem Kane immer mal wieder als Spielgestalter aufgetreten ist. Der Engländer würde nicht – wie gewohnt von einem Stürmer – einfach nur vorne herumstehen. „Ich bin gespannt, wie es wird, wenn Musiala wieder richtig fit ist, weil Kane sich in den letzten Monaten immer wieder fallen gelassen hat und sensationelle Bälle spielt“, sagte Veh.

Klar ist, dass Kompany in den anstehenden Wochen mit der Dreifachbelastung rund um die Bundesliga, den DFB-Pokal sowie der Champions League die Qual der Wahl hat, wen er in der offensiven Dreierreihe hinter Kane aufstellt.

Auf den Flügelpositionen werden vermutlich Olise und Díaz in den wichtigen Partien gesetzt sein. Musiala ließ bereits am Samstagabend mit einzelnen Aktionen aufblitzen, dass er am Ball nichts verlernt hat. Wenn der 22-Jährige wieder zur 100-prozentigen Fitness findet, wird er wahrscheinlich auf der Zehnerposition zum Stammpersonal zählen.

Karl kann schonender aufgebaut werden

Das bedeutet zugleich, dass sich Gnabry und Shootinstar Karl erstmal einmal mit einem Bankplatz begnügen müssen. Allerdings stellte Kompany im Laufe der Saison schon mehrmals unter Beweis, dass er rotiert und damit auch alle Akteure zufriedenstellen kann.

Bezüglich Karl betonte SPORT1-Experte Alfred Draxler noch: „Er ist erst 17 und hat 16 Bundesligaspiele, das darf man nicht vergessen. Da ist die Möglichkeit, ihn schonender aufzubauen.“

Auch Interesse an der NFL? NEU: Die NFL-Highlights im Video bei SPORT1