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"Ich bin jeden Tag am Grab meines Bruders"

„Bin jeden Tag am Grab meines Bruders“

Kevin Kampl erlebt die schlimmsten Monate seines Lebens. Der langjährige Bundesliga-Profi gibt tiefe Einblicke.
Kevin Kampl spricht über den Tod seines Bruders und die Sorgen um seinen Vater
Kevin Kampl spricht über den Tod seines Bruders und die Sorgen um seinen Vater
© IMAGO/Martin Stein
Kevin Kampl erlebt die schlimmsten Monate seines Lebens. Der langjährige Bundesliga-Profi gibt tiefe Einblicke.

Kevin Kampl hat seine Karriere als Fußballer nach dem plötzlichen Tod seines Bruders beendet. Nun sprach der langjährige Profi von RB Leipzig erstmals ausführlich über den schmerzhaften Verlust, der seine Familie schwer getroffen hat.

„Ich bin jeden Tag am Grab meines Bruders und kann es irgendwie noch nicht ganz realisieren. Manchmal denke ich immer noch, er kommt gleich um die Ecke“, sagte Kampl im Interview mit der Bild am Sonntag.

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Kampls Bruder Seki war im vergangenen Herbst verstorben. An die schreckliche Nachricht, die ihn in Leipzig erreichte, erinnert sich der Ex-Profi noch genau.

Kampl: „Mein Papa, mein bester Freund, mein Mentor“

„Ich war kurz vor dem Training im Physioraum mit Timo Werner. Da kam ein Anruf von der Frau meines anderen Bruders. Sie sagte, man könne Seki nicht erreichen. Da bin ich direkt zum Flughafen“, schilderte der 35-Jährige.

„Ich bin ins Krankenhaus, vor dem 100 alte Freunde standen, und konnte mich noch von Seki verabschieden. Es war ein Herzinfarkt.“

Eine Woche zuvor habe er mit Seki noch Geburtstag auf Mallorca gefeiert: „Da bricht dir alles unter den Füßen weg. Die letzten zweieinhalb Monate waren die bisher schlimmsten meines Lebens.“

Seki spielte im Leben von Kevin Kampl eine seit jeher bestimmende Rolle: „Mein Bruder, der war für mich alles in einem. Mein Papa, mein bester Freund, mein Mentor, der mir den Weg gezeigt hat. Die letzten zehn Jahre haben wir alles zusammen gemacht. Wir haben uns irgendwie telepathisch verstanden.“ Zuletzt sei ein Trip zur Weltmeisterschaft in den USA geplant gewesen.

Kampl in großer Sorge um seine Eltern

Im Januar schließlich entschied sich der einstige slowenische Nationalspieler für einen sofortigen Abschied vom Fußball. Er wird zu Hause gebraucht, denn auch sein Vater macht schwere gesundheitliche Probleme durch.

„Er war jetzt kurz vor dem Tod meines Bruders auf der Intensivstation, weil er ein Drittel Blut verloren hatte. Er hatte schon mehrere Schlaganfälle und vieles mehr.“

Auch aktuell verliere sein Vater wieder viel Blut, erklärte Kampl: „Aber er will nicht mehr ins Krankenhaus. Meine Mama pflegt ihn jetzt, das hat davor immer Seki gemacht. Für sie ist es auch eine schwere Situation. Sie ist in den vergangenen Monaten um zehn Jahre gealtert.“

Beim Heimspiel von RB gegen den FC Bayern wurde Kampl emotional verabschiedet. Er absolvierte 283 Pflichtspiele für die Roten Bullen.