Überraschend kam der Fehlbetrag von 21,7 Millionen Euro in der Saison 2025/26 nicht. Die Gründe waren schnell ausgemacht: Das unnötig frühe Aus in den Playoffs der Champions League gegen Atalanta Bergamo und das Ausscheiden im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Leverkusen sorgten dafür, dass fest eingeplante Einnahmen fehlten.
Trotz Millionen-Minus: Das steckt hinter Dortmunds teurer Transfer-Offensive
Millionen-Minus: BVB bleibt entspannt
„Es zeigt, dass Borussia Dortmund abhängig von sportlichem Erfolg ist. Aber: Wir sind kerngesund“, betonte Finanz-Geschäftsführer Thomas Treß am vergangenen Freitag bei der Bilanz-Pressekonferenz.
Dass die Dortmunder in dieser Sommer-Transferphase dennoch kräftig in neue Spieler investieren, dürfte deshalb zunächst verwundern. Allerdings nur auf den ersten Blick.
BVB investiert Millionen in neue Spieler
Bislang steht im Sommer-Transferfenster eine saftige Transferbilanz von 70 Millionen Euro Minus! Der BVB hat deutlich mehr für neue Spieler ausgegeben, als durch Verkäufe eingenommen wurde: 108,5 Millionen Euro flossen bislang in Ablösen, 38,5 Millionen Euro kamen durch Verkäufe zurück.
Und dennoch sind die Dortmunder entspannt. BVB-Boss Carsten Cramer unterstrich, dass die Schwarzgelben „ein kerngesundes, starkes Unternehmen“ seien.
Auch weil der BVB in diesem Sommer an den richtigen Stellschrauben gedreht hat. Dortmund hat es geschafft, die zwischenzeitlich bedrohlich angewachsene Gehaltsstruktur deutlich zu verändern. Und das war dringend notwendig.
Großverdiener wie Niklas Süle, aber auch Julian Brandt, gehören nicht mehr zum Kader und verließen den Verein. Dass die beiden ablösefrei gingen, drückt natürlich auch auf die Bilanzen. Gleichzeitig setzt der BVB aktuell mehr denn je auf Spieler, die kaum einen Wertverlust erleiden dürften – im Gegenteil.
Das Motto: Gehaltsvolumen und Altersschnitt senken, Marktwerte und somit finanzielle Potenziale erhöhen.
BVB schafft sich neue Werte
Für Konstantinos Karetsas (30 Millionen Euro), Giannis Konstantelias (26 Mio.), Joey Veerman (22 Mio.), Joane Gadou (rund 20 Mio.) sowie die bereits früh im Jahr verpflichteten Kaua Prates (7 Mio.) und Justin Lerma (4 Mio.) haben die Dortmunder zwar viel Geld in die Hand genommen. Doch die Rechnung dahinter ist klar: Ihre Marktwerte dürften weiter steigen.
Veerman ist mit 27 Jahren mit Abstand der älteste Neuzugang. Dahinter folgen der 23-jährige Konstantelias und der 19-jährige Gadou. Die anderen drei sind gerade einmal 18 Jahre alt.
Das investierte Geld ist deshalb nicht einfach nur eine Ausgabe. Es soll vielmehr in Werte fließen, die dem Klub künftig noch mehr einbringen können. Der BVB investiert in die Zukunft.
Dazu zählen auch die immer stärker eingebundenen Youngster wie Samuele Inacio, Mathis Albert, Enzo dos Santos oder Mussa Kaba, die aus der Jugend beziehungsweise der zweiten Mannschaft zu den Profis stoßen. Der BVB schafft sich neue Werte.
BVB legt sportliche Ziele fest
Begeistert über das Millionen-Minus sind die Verantwortlichen logischerweise trotzdem nicht. Die Ziele für die neue Saison sind deshalb klar: In der Bundesliga soll es unter die ersten drei gehen. Im DFB-Pokal und in der Champions League lautet die Vorgabe mindestens Achtelfinale.
Werden diese Ziele erreicht, dürften die Bosse in einem Jahr deutlich bessere Zahlen präsentieren und noch entspannter in die Zukunft blicken.