Ein magischer Abend mit dem „Riesentöter“

Ein magischer Abend mit dem „Riesentöter“

Die Young Boys Bern schocken Manchester United in der Champions League. Wer sind die Helden hinter dem Erfolg?
Selten gab es in der Champions League ähnlich viele starke Teams. Manchester City, Paris Saint-Germain, Manchester United, der FC Bayern - wer ist Topfavorit auf den Titel?
Wer holt den Champions-League-Titel? "Topfavorit ist Bayern nicht!"
06:02
von Matthias Weuthen
am 15. Sept

Es läuft die fünfte Minute der Nachspielzeit. United-Angreifer Jesse Lingard spielt am eigenen Sechzehner einen verheerenden Rückpass. Dieser findet seinen Weg zu Jordan Siebatcheu, der den Ball vorbei an United-Torwart David De Gea ins Tor befördert.

Augenblicke später gleicht das Wankdorf-Stadion einem Tollhaus, die Sensation ist geschafft! Die Young Boys Bern schocken den großen Favoriten Manchester United um Superstar Cristiano Ronaldo in der Champions League! Trainer David Wagner und seine Spieler können es selbst kaum glauben. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Noch weit nach Abpfiff feierte das Team in der Kurve. „YB spielt Manchester United an die Wand. Magischer Abend im Wankdorf!“, titelte das Schweizer Boulevard-Blatt Blick und behauptete: „YB wird zur Hausnummer in Europa.“ Die Berner Zeitung schrieb vom „zuverlässigen Riesentöter“ Wagner, der „zuweilen schon mit Huddersfield in der Premier League erfolgreich das Konzert der Großen störte.“

Bern mit Stotterstart in der Liga

Dabei hätten die Voraussetzungen für die Young Boys kaum schlechter sein können. Neben den offensichtlichen Qualitätsunterschieden, die das Team gegenüber der Weltauswahl aus Manchester hat, hat das Team bisher in der Saison auch wegen einiger Verletzungen noch nicht die beste Figur gemacht.

In der heimischen Liga liegen die Young Boys nur auf Platz 4. Mit lediglich acht Punkten nach sechs Spielen. Ein Tiefpunkt war das 0:0 vor heimischer Kulisse gegen den Aufsteiger Grasshopper Zürich.

Ein Grund für das bislang eher mäßige Abschneiden der Mannschaft, die in den vergangenen vier Spielzeiten immer Meister in der Schweiz wurde, dürfte die Abwesenheit von Starstürmer Jean-Pierre Nsame sein. Der Kameruner verletzte sich am Ende der vergangenen Saison schwer und wird dem Team von Ex-Schalker Wagner noch auf unbestimmte Zeit fehlen. Nsame kam in der vergangenen Saison auf 19 Tore in 30 Ligaspielen.

Diese Spieler brachten Ronaldo an seine Grenze

Doch dass die Young Boys eben doch keine One-Man-Show sind, haben sie nun eindrucksvoll gezeigt.

In Abwesenheit von Nsame wirbelte unter anderem Christian Fassnacht, der in der Partie gegen United zum 200. Mal für die Gelb-Schwarzen auflief, zusammen mit Ersatzstürmer Meschack Elia die Abwehr rund um Weltmeister Raphael Varane das ein oder andere Mal gehörig auf.

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Für Stabilität im Zentrum sorgt bei den Young Boys vor allem ein Mann: Sandro Lauper.

Der Schweizer lief im Spiel gegen Ronaldo, Paul Pogba und Co. in der Verteidigung auf, ist aber gelernter Mittelfeldspieler und schaltet sich gerne immer wieder selbst vorne mit ein.

Im Tor steht David von Ballmoos, der in Abwesenheit des ebenfalls verletzt fehlenden Ex-Herthaners Fabian Lustenberger die Kapitänsbinde trägt. Der 26-Jährige spielt seit 2017 bei den Bernern und ist seit jeher ein sicherer Rückhalt. Als sein Teamkollege den entscheidenden Treffer erzielte, gab es auch beim Keeper kein Halten mehr.

Der Torhüter, das ganze Team samt Auswechselspieler und Betreuer stürmten zu Siebatcheu, Wagner rannte jubelnd und mit ausgestreckten Armen seinen Schützlingen hinterher und verschwand in der Jubeltraube. Pure Ekstase.

„In der 80. Minute hat mich der Trainer noch gefragt, ob wir auf Sieg spielen wollen. Und ich sagte, ja, wir werfen alles nach vorne“, erklärte Fassnacht nach der Partie.

Der Mut sollte belohnt werden.

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