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Barcas letzte Hoffnung gegen Bayern

Barcas letzte Hoffnung gegen Bayern

Der FC Barcelona muss beim FC Bayern gewinnen, um das Champions-League-Achtelfinale zu erreichen. Der Hoffnungsträger für die Katalanen in München ist der lange verletzte Ousmane Dembélé.
Xavi ist der neue Trainer des FC Barcelona. Bei seiner neuen Aufgabe soll er nicht nur den Verein, sondern auch einen bestimmten Spieler retten: Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé.
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von Moritz Thienen

Der FC Barcelona steht in der Champions League mit dem Rücken zur Wand.

Vor dem letzten Gruppenspiel beim FC Bayern München (Mittwoch: FC Bayern - FC Barcelona ab 21 Uhr im LIVETICKER) droht den Katalanen ein historisches Aus. Zuletzt scheiterte Barcelona in der Vorrunde der Königsklasse 2000/01. Damals reichten Barca acht Punkte in einer Gruppe mit Milan (11), Leeds United (9) und Besiktas (4) nur zu Platz drei. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Ein ähnliches Schicksal droht den Katalanen auch jetzt. Gegner Bayern ist als Erster mit 15 Punkten durch. Dahinter kämpfen Barca (7 Punkte) und Benfica (5) um das Weiterkommen.

Barcelona unter Zugzwang

Blöd für Barcelona: Selbst ein Unentschieden in München könnte nur für Platz drei reichen, wenn Benfica gegen Kiew gewinnt, weil die Portugiesen den direkten Vergleich bei Punktgleichheit für sich entschieden haben (3:0, 0:0).

Nur ein Sieg würde Barca also das Achtelfinalticket sichern.

Präsident Joan Laporta zeigt sich vor dem Duell trotz der bisher enttäuschenden Gruppenphase siegessicher. „Wir können Bayern schlagen. Es wird ein Wunder geben. Ich bin mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen“, zitiert die as Laporta. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Dembélé soll biedere Offensive beleben

Die Katalanen versuchen Optimismus auszustrahlen. Wenig Hoffnung auf ein Wunder machen die bisher nur zwei erzielten Tore in fünf Spielen - das reichte nur für einen 1:0-Sieg gegen Kiew.

Die größten Probleme der Katalanen liegen also mutmaßlich in der Offensive. Auch deshalb ruhen fast alle Hoffnungen auf dem gegen Benfica am 23. November zurückgekehrten Ousmane Dembélé.

Der ehemalige Dortmunder stand beim 0:0 zwar nur 24 Minuten auf dem Feld, sorgte aber für sehr viel Wirbel. Er brachte mit seinen temporeichen Dribblings endlich etwas Kreativität in die sonst so biedere Offensive der Katalanen. Nahezu jede Aktion erfolgte über den Franzosen.

Xavi lobt Dembélé

Mitspieler Ronald Araujo freute sich nach dem Spiel deshalb zurecht über die Rückkehr. „Er ist ein großartiger Spieler, wir kennen seine Qualität. Flügelspieler wie ihn oder Ansu (Fati) brauchen wir.“

Für Fati kommt das Spiel in München nach seiner erneuten Muskelverletzung zu früh. In Dembélé setzt daher auch Cheftrainer Xavi große Hoffnungen.

„Er hat mit seiner Dynamik die Partie verändert“, sagte der langjährige Weltklasse-Spielmacher nach dem Kurzauftritt des Franzosen, dem weitere 24 Minuten beim 3:1 gegen den FC Villarreal und 31 Minuten am Wochenende beim 0:1 gegen Betis Sevilla folgten.

„Wenn er ins Dribbling geht, erzeugt er Angst beim Gegner. Wenn er auf dem Feld ist, passieren immer gute Dinge. Er macht einfach einen großen Unterschied.“

Verletzungen bremsen Dembélé häufig aus

Das Dembélé-Comeback ist aber auch ein großes Risiko. Der Franzose war gerade erst von einer erneuten Verletzung zurückgekehrt, eigentlich noch nicht zu 100 Prozent fit. Dass er zuletzt trotzdem zum Einsatz kam, zeigt die Not, in der Barca sich aktuell befindet.

Die Katalanen brauchen einen Ousmane Dembélé in Topform. Immerhin zahlten sie vor über vier Jahren stattliche 135 Millionen Euro an Borussia Dortmund. Vollends überzeugen konnte dieser bisher allerdings nicht. In 121 Pflichtspieleinsätzen bringt er es auf 51 Scorerpunkte - eine ordentliche Bilanz.

Ousmane Dembélés Zeit bei Barca ist immer wieder von Verletzungen bestimmt.
Ousmane Dembélés Zeit bei Barca ist immer wieder von Verletzungen bestimmt.

Das Problem bei Dembélé sind nicht seine Statistiken, sondern seine Verletzungen und Undiszipliniertheiten. In den viereinhalb Jahren bei Barca fiel der Franzose insgesamt 688 Tage aus und verpasste satte 100 Pflichtspiele. Der Flügelspieler fehlte also in knapp der Hälfte aller möglichen Pflichtspiele.

Trotz der Verletzungsanfälligkeit sind jetzt viele Augen auf den ehemaligen Dortmunder gerichtet.

Auch deshalb setzte ihn Xavi trotz des Risikos auf einen Rückschlag ein und lobte Dembélé, für seine Bereitschaft zu spielen. „Viele andere Spieler hätten nicht gespielt, weil er nicht bei 100 Prozent ist. Aber er hat sich bereit erklärt, uns zu helfen. Das ist überragend“, sagte Xavi nach dem Spiel gegen Benfica.

Xavi will Team um Dembélé aufbauen

Das zeige, dass ihm der Verein wichtig sei. Xavi setzt also voll auf Dembélé. Das Problem: Dembélés Vertrag läuft nach der Saison aus. Über eine Verlängerung wurde schon gesprochen, eine Einigung steht noch aus.

Xavi machte deutlich, dass er Dembélé unbedingt halten will. „Weil er eine wichtige Säule für mich ist. Wir müssen dafür sorgen, dass er sich wohlfühlt. Ich habe mit ihm gesprochen, er ist aktuell sehr glücklich hier.“

Die Klub-Ikone vertraut dem 24-Jährigen und hält ihn für perfekt für sein flügellastiges Spiel geeignet. Xavi ist sicher, dass Dembélé, wenn er fit bleibt, einer der besten Spieler der Welt auf seiner Position ist.

Intern soll er sich deswegen seit seiner Ankunft für eine Verlängerung starkgemacht haben. Er habe Dembélé klar gemacht, dass er ein zentraler Fixpunkt werden soll.

Allerdings könnte Dembélé auch bei einem neuen Verein unterschreiben. Der Berater des Flügelspielers hört sich offenbar sehr aktiv bei anderen Klubs um. Die Zeit für Barca drängt also.

Auch deshalb suchte Xavi also mit seinem Statement die Öffentlichkeit und macht deutlich: Dembélé ist wichtig und muss gehalten werden.

Erster Startelfeinsatz für Dembélé?

Das Starkreden ist aber auch kurzfristig wichtig. Denn nur mit einem starken Dembélé könnte Barca eine Chance beim FC Bayern haben. Das weiß auch Xavi und wird seinen Schützling wohl zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an aufbieten.

Dembélé wird gegen den deutschen Rekordmeister auch versuchen, Argumente für sich zu sammeln - egal ob für einen gut dotierten neuen Vertrag bei den Spaniern oder bei einem anderen Verein.

Den Katalanen wäre es allemal recht, wenn Dembélé in München groß aufspielt.

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