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FC Bayern: Wo Robben einst ungläubig lächelte

Wo Robben einst ungläubig lächelte

Bei Celtic Glasgow erwartet den FC Bayern ein wahrer Hexenkessel. Für den Rekordmeister könnte das – mal wieder – zum Problem werden.
Auch Arjen Robben spielte mit dem FC Bayern schon im Celtic Park
Auch Arjen Robben spielte mit dem FC Bayern schon im Celtic Park
© IMAGO/MIS
Bei Celtic Glasgow erwartet den FC Bayern ein wahrer Hexenkessel. Für den Rekordmeister könnte das – mal wieder – zum Problem werden.

Und plötzlich musste Arjen Robben lächeln. Der Niederländer, der vor Champions-League-Spielen immer besonders konzentriert war und daher meist grimmig dreinschaute, konnte einfach nicht anders.

Als er und die anderen Bayern-Stars im Herbst 2017 bei Celtic Glasgow antraten, waren selbst die erfahrensten von ihnen überwältigt. Die lautstarken Heimfans übertönten mit ihrer Euphorie und ihrem Jubel sogar die Champions-League-Hymne. Sie war auf der Tribüne kaum zu hören. „Auch wenn ich nur auf der Bank saß: So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Mats Hummels damals nach der Partie.

Hexenkessel in Glasgow erwartet Bayern

Ein solcher Hexenkessel erwartet die Bayern auch diesmal bei Celtic (Mittwoch ab 21 Uhr im LIVETICKER). Wie man aus Schottland hört, könnte es in diesem K.o.-Spiel sogar noch lauter werden als 2017 in der Gruppenphase.

Und genau hier liegt die Gefahr. Denn die Münchner von heute präsentierten sich in der dieser Champions-League-Saison in stimmungsvollen Stadien nicht immer standhaft. Bei den Niederlagen bei Aston Villa und in Rotterdam spielten jeweils die Heimfans eine gewichtige Rolle. In einigen Phasen wirkte die Mannschaft von Vincent Kompany nicht gefestigt genug, um der gewaltigen Atmosphäre standhalten zu können.

Champions League: Eberl will einen Sieg

„Es wird sehr emotional, es wird sehr laut werden. Es wird riesige Unterstützung für Celtic geben“, sagte Max Eberl vor dem Abflug der Bayern nach Glasgow. Der Sportvorstand machte gleichzeitig deutlich, was er sich von der Münchner Mannschaft erwartet: „Ich hoffe, dass wir die Erkenntnisse, die wir in Rotterdam und bei Aston Villa gewonnen haben, mitnehmen.“

Heißt: Individuelle Fehler vermeiden und bei einem Rückstand nicht den Kopf verlieren. Beides war in Birmingham und bei Feyenoord nicht gelungen. Gerade die 0:3-Pleite in den Niederlanden brockte den Münchnern diese unnötigen Playoff-Spiele gegen Celtic ein.

„Ich hoffe, dass wir uns nicht zu sehr beeindrucken lassen. Wir haben die Spieler und Charaktere, die das eigentlich kennen und die auf diesem Niveau schon viele, viele Spiele und viele, viele Schlachten geschlagen haben“, betont Eberl. Eine klare Ansage an die Mannschaft. Ausreden gelten nicht – auch wenn die Schotten die letzten 22 Heimpartien wettbewerbsübergreifend nicht verloren haben und der Ex-Bayer und heutige Celtic-Star Nicolas Kühn bereits eine grüne-weiße Hölle versprach.

Eberl will trotzdem einen Sieg: „Wir müssen fußballerisch unsere Qualitäten auf den Platz bringen. Dann haben wir auch die Qualität, dort zu gewinnen.“

Kompany bleibt gelassen

Auch der Trainer gibt eine klare Marschroute aus. „Nur Gewinnen ist das Ziel. Ich hoffe, dass wir sofort zeigen, was wir wollen“, erklärte Kompany. Auf SPORT1-Nachfrage wollte er aber gerade die Niederlage in Rotterdam nicht zu sehr in den Fokus rücken und als Blaupause der negativen Art verwenden: „Ich bleibe dabei, dass wir immer sehr gut reagiert haben.“

Es wirkte so, als nerve das Thema den Belgier ein bisschen. Er verwies darauf, dass es in den Playoffs zwei Spiele seien. Schwächen in der Fremde können also ausgeglichen werden. „Die müssen auch noch zu uns. Wir haben auch eine gute Atmosphäre in München“, so der Trainer.

Derweil ist selbst für Bayerns Urgestein Manuel Neuer der Auftritt im Celtic Park Neuland. Er fehlte im Herbst 2017. „Ich freue mich natürlich, das als Spieler mal selbst erfahren zu dürfen. Es ist etwas Besonderes für mich, hier spielen zu dürfen“, erklärte der Keeper am Dienstagabend. Von Angst keine Spur. Die Vorfreude war dem Kapitän anzumerken.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass auch er während der Champions-League-Hymne lächeln muss. Wie einst Arjen Robben.