Champions League>

Champions League: Neururer kritisiert Kovac-Entscheidung bei Schlotterbeck

Schlotterbeck? „Stelle mir Fragen“

Nico Schlotterbeck sitzt im Playoff-Duell des BVB in Bergamo nur auf der Bank. Peter Neururer hat dafür kein Verständnis.
Nico Schlotterbeck ist zwar wieder fit, sitzt beim Champions-League-Rückspiel bei Atalanta Bergamo aber auf der Bank von Borussia Dortmund. SPORT1-Experte Peter Neururer äußert im Fantalk sein Unverständnis.
Nico Schlotterbeck sitzt im Playoff-Duell des BVB in Bergamo nur auf der Bank. Peter Neururer hat dafür kein Verständnis.

Nico Schlotterbeck kehrte entgegen der Erwartungen beim Playoff-Rückspiel der Champions League bei Atalanta Bergamo (1:4) nicht in die Startelf zurück. Als Ersatzspieler sah der BVB-Abwehrchef beim Drama in der Nachspielzeit die Rote Karte.

Im Fantalk bei SPORT1 gab es zuvor deutliche Kritik an Coach Niko Kovac für Schlotterbecks Reservistenrolle.

Schlotterbeck hatte zuletzt muskuläre Probleme und verpasste dadurch zwei Bundesligapartien. Doch nun meldete er sich zurück und reiste mit.

Schlotterbeck auf der BVB-Bank: Neururer-Kritik an Kovac

Doch vor Ort traf Coach Kovac die Entscheidung, Schlotterbeck nicht starten zu lassen. „Wir als Außenstehende, die nicht jeden Tag beim Training sind, sollten uns normalerweise tunlichst zurückhalten“, begann SPORT1-Experte Peter Neururer noch zurückhaltend.

Dann fügte er aber kritisch an: „Ich stelle mir nur Fragen, in Bezug auf die Zusammenstellung des Kaders für das Spiel. Wenn ich dann sehe, dass im Kader mein Vizekapitän ist, mein wichtigster Mann, wichtigster Abwehrspieler: Schlotterbeck, der aber auf der Bank sitzt – da habe ich kein Verständnis für.“

Für den ehemaligen Bundesligacoach macht dieses Vorgehen keinen Sinn. Denn entweder sei Schlotterbeck fit und spielt. Oder er ist so angeschlagen, dass er gar keine Alternative ist.

„Ein Schlotterbeck der gesund ist, brauchen wir nicht drüber zu reden, der spielt. Er ist der wichtigste Mann im Augenblick beim BVB im Abwehrverhalten. Wenn ich ihn auf die Bank setze, ist es ein Zeichen dafür, das er gesund ist, ansonsten kann ich ihn nicht auf die Bank setzen. Also fängt er bei mir immer an. Dann kann ich ihm im Fall der Fälle, immer noch rausnehmen“, argumentierte Neururer.

Die Trainer-Legende stellte die Gefahr heraus, die eine Einwechslung des Innenverteidigers mit sich bringen würde. „Was ist, wenn ich den Spieler plötzlich einsetzen muss und stelle fest, der hält doch noch nicht durch? Dann habe ich ein riesengroßes Problem.“

Zustimmung von Strunz - Kovac erklärt Schlotterbeck-Entscheidung

Auch Thomas Strunz stimmte zu: „Entweder er spielt von Beginn an und wenn die Kraft nur für 60 oder 65 Minuten reicht, dann reichts halt nur so lange und dann nehme ich ihn raus.“

Auch er sah das große Risiko, das Kovac geht. „Da kann ich aus meiner Sicht nicht das Risiko eingehen, zu sagen, er ist jetzt mit muskulären Problemen ausgefallen, dann bringe ich ihn in der 65. Minute, aus welchen Gründen auch immer. Dann muss er einen Sprint gegen den Außenspieler machen und dann heißt es: War doch nicht so gut. Was mache ich denn dann?“

Nach dem Spiel erklärte Kovac die Schlotterbeck-Entscheidung: „Er hat gestern mittrainiert, aber er war nicht bereit. Die Ärzte haben auch klipp und klar gesagt - und er auch -, dass er nicht von Beginn an spielen kann. Dementsprechend mussten wir so agieren.“