FC Bayern: Welche Brown-Fakten überraschen

Aufatmen bei Olise? Ein Detail sorgt für Fragezeichen
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Aufatmen bei Olise? Ein Detail sorgt für Fragezeichen

Der angeschlagene Michael Olise bleibt zwar eine Option gegen Atlético Madrid, doch die Verletztenmisere in der Offensive belastet die Bayern enorm. Jetzt rückt ein Transfer besonders in den Fokus.

Die hochgelobte und europaweit gefürchtete Offensive des FC Bayern hat aktuell enorme Löcher. Zu den Langzeit-Verletzten Jamal Musiala und Luis Díaz kamen am Samstagabend noch Ismael Saibari (Syndesmosebandriss) und Serge Gnabry (Muskelverletzung) hinzu.

Selbst Dauerbrenner Michael Olise ist angeschlagen und lief beim Training am Montagmittag mit einer Kniebandage auf. Ein Einsatz im Champions-League-Spiel am Dienstag (21 Uhr im Liveticker) bei Atletico Madrid ist möglich, doch ob man angesichts der harten Gangart der Spanier ein Risiko eingehen möchte, dürfte sorgfältig abgewogen werden.

Nach u.a. Luis Diaz' Ausfall könnte Nathaniel Brown für Bayern zum offensiven X-Faktor werden
Nach u.a. Luis Diaz‘ Ausfall könnte Nathaniel Brown für Bayern zum offensiven X-Faktor werdenNach u.a. Luis Diaz‘ Ausfall könnte Nathaniel Brown für Bayern zum offensiven X-Faktor werden© IMAGO/HMB-Media

„Bei Michael werden wir von Tag zu Tag schauen. Das Positive ist, dass er dabei ist. Er ist ein herausragender Spieler, der uns immer gut zu Gesicht steht“, erklärte Sportvorstand Max Eberl kurz vor dem Abflug nach Madrid, schränkte zugleich aber auch ein: „Natürlich werden wir das Risiko meiden, dass es eine längere Verletzung wird.“

Guter Rat ist teuer, den Bayern gehen die Alternativen aus. Die offensive Durchschlagskraft dürfte enorm leiden. Doch apropos „teuer“: Mit dem 55-Millionen-Euro-Mann Nathaniel Brown rückt ausgerechnet ein Spieler wieder in den Mittelpunkt, der bereits im Sommer für eine der größten Überraschungen beim FC Bayern gesorgt hatte. Der Nationalspieler trat damals unter anderem im Supercup gegen Borussia Dortmund als Zehner aufs Feld, machte seine Sache gut und traf sogar.

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Browns Vielseitigkeit spricht für sich

„Er ist ein unfassbar schlauer Spieler“, lobte Trainer Vincent Kompany damals seinen neuen Schützling. Bei den Bayern ähnelten die Räume, die Außenverteidiger besetzen, mitunter denen eines Zehners, erklärte der Belgier. Zwar verriet Kompany, dass man Brown natürlich als Außenverteidiger geholt habe, doch zur Wahrheit gehört auch: Im Scoutingteam des FC Bayern stellte man schon frühzeitig fest, dass der 23-Jährige bereits in Frankfurt sehr vielseitig auftrat. Die Statistiken sprechen hier eine eindeutige Sprache.

Unter anderem die Experten von Gamecode.ai stellten das früh fest. Mit dem Ball hatte Brown bei der Eintracht die meisten seiner Ballkontakte im Zentrum des Frankfurter Spiels. Dort hatte er über 266 Ballannahmen und lieferte über fünf progressive Läufe in der gegnerischen Hälfte – also jene Läufe, die den Ball signifikant näher an das Tor des Gegners bringen.

Bezeichnend: Rein rechnerisch schlug er in Frankfurt lediglich 0,5 Flanken pro Spiel – Werte eines Außenverteidigers sehen anders aus. „Er war damals schon eher ein Sechser mit Ausflügen auf die linke Seite“, sagt Tobias Schweinsteiger, einer der Köpfe hinter Gamecode.ai.

Wie ungewöhnlich Browns Positionswechsel zumindest auf den ersten Blick wirkte, zeigte sich auch an der Reaktion von Bundestrainer Jürgen Klopp. Zum Bundesliga-Auftakt der Bayern sagte er: „Brown auf der Zehn! Da haben wir mal einen Linksverteidiger und Kompany stellt ihn auf die Zehn.“

Wird Brown nun zum X-Faktor des Rekordmeisters?

Die Bayern haben aktuell das Glück, dass mit Lennart Karl – trotz all der Störgeräusche um seine Person – ein weiterer Offensivmann zur Verfügung steht. Gegen Dortmund gestand Kompany-Vertreter Aaron Danks dem Youngster allerdings nur wenige Minuten zu.

Bemerkenswerterweise war Brown ein Grund dafür: „Nathaniel hat auf der Angriffsposition gegen Dortmund im Supercup gespielt – deswegen haben wir ihn auf der Position gebracht“, erklärte der Trainer nach der Partie am Samstag. Die Entscheidung sei keine, die explizit gegen Karl gefallen sei. Aber – das ist offenkundig – es ist eine für Brown gewesen.

Was im Sommer noch als überraschendes Experiment von Kompany galt, könnte für die Bayern nun zur ernsthaften Alternative werden. Brown wird zwar keinen Olise, Musiala oder Díaz gleichwertig ersetzen können. Doch seine Vielseitigkeit verschafft den Münchnern in einer schwierigen Situation zumindest zusätzliche Möglichkeiten. Und ausgerechnet das könnte den vermeintlichen Außenverteidiger jetzt zu einem X-Faktor machen.

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