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Bittere Union-Pleite voller Nackenschläge

Bittere Union-Pleite voller Nackenschläge

Union Berlin muss zum Auftakt der Conference League eine bittere Niederlage verkraften. Die Berliner kommen in Unterzahl zurück, fahren aber doch mit leeren Händen heim.
Schiedsrichter Fabio Verissimo (POR), zeigt Paul Jaeckel (1. FC Union Berlin) die Gelb-Rote Karte
Schiedsrichter Fabio Verissimo (POR), zeigt Paul Jaeckel (1. FC Union Berlin) die Gelb-Rote Karte
© Imago
SID
von SID
am 16. Sept

Kalte Dusche im Prager Dauerregen!

Union Berlin hat sich bei der ersten schweren Prüfung des Europapokal-Abenteuers um den Lohn für einen leidenschaftlichen Auftritt gebracht. Zum Auftakt der Gruppenphase der neuen Conference League verlor das Team von Trainer Urs Fischer nach langer Unterzahl gegen den tschechischen Double-Sieger Slavia Prag mit 1:3 (0:1). Für die Berliner war es die erste Saisonniederlage.

Union ist damit vorerst Schlusslicht in der Gruppe E. Im zweiten Spiel hatten sich Maccabi Haifa und Feyenoord Rotterdam zuvor 0:0 getrennt. Jan Kuchta (84.) und Ivan Schranz (88.) sorgten erst spät für die Entscheidung. Zuvor hatte Abwehrspieler Alexander Bah (18.) Slavia in in Führung gebracht. Kevin Behrens (70.) traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Berlins Paul Jaeckel (40.) sah in der ersten Halbzeit die Gelb-Rote Karte.

Union-Fans sorgen für Heimspiel-Atmosphäre

Verlassen konnte sich Union auf die Unterstützung seiner Fans. Rund 3000 Anhänger hatten die 330 Kilometer lange Reise auf sich genommen und sorgten mitunter für Heimspiel-Atmosphäre. „Es haben alle mitgefiebert, mit ihrem Klub durch Europa zu reisen“, hatte Klub-Boss Dirk Zingler vor am Nitro-Mikro gesagt. Trainer Urs Fischer sprach von einem „speziellen Spiel.“

In dieses erwischte seine Mannschaft einen guten Start. Union trat mutig auf, setzte den international erfahrenen Gegner früh unter Druck und kam zu einer ersten Chance. Angreifer Max Kruse (3.) verzog leicht. Die Sicherheit, die Union zunächst ausstrahlte, ging in der Folge jedoch schnell verloren.

Einfache Ballverluste störten den Spielaufbau. Vor allem über Jaeckels linke Seite waren die Berliner anfällig. Prag übernahm die Kontrolle - und traf. Bah ließ die Gastgeber nach einer Ecke jubeln. Zuvor war Unions Torhüter Andras Luthe beim Abschluss von Ibrahim Traore (12.) zur Stelle gewesen.

Union stabilisierte sich nur kurz. Taiwo Awoniyi rutschte an einer scharfen Kruse-Hereingabe am Ball vorbei (31.), danach waren die Köpenicker wieder vor allem defensiv gefordert. Jaeckels Platzverweis nach einem taktischen Foul erschwerte die Aufgabe.

Union zeigt anderes Gesicht

Fischers Team ließ sich nicht entmutigen. Union trat nach dem Seitenwechsel wie verwandelt auf. Die Berliner lauerten zunächst auf Konter, übernahmen dann aber immer stärker die Spielkontrolle und wurden gefährlich. Rani Khedira (55.) verzog, Awoniyi (57.) stand bei seinem Treffer im Abseits. Bei Behrens‘ Ausgleich nach starker Vorarbeit von Sheraldo Becker gab es nichts zu beanstanden.

Prag, das in der Qualifikations zur Champions League sowie der Europa League gescheitert war, machte aus seinem personellen Vorteil viel zu wenig. Erst ein Doppelschlag in der Schlussphase brachte den am Ende verdienten Sieg.