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DFB-Pokal: "Bauchschmerzen": VAR-Wirbel überlagert BVB-Sieg

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DFB-Pokal: "Bauchschmerzen": VAR-Wirbel überlagert BVB-Sieg

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VAR-Wirbel überlagert BVB-Sieg

Borussia Dortmund kämpft sich in Bochum ins Pokal-Viertelfinale. Ein Ausflug von VfL-Keeper Riemann geht schief, doch es gibt einen strittigen Elfmeter. Der Wirbel darüber drängt sogar das Tor von BVB-Matchwinner Reus in den Hintergrund.
Borussia Dortmund entscheidet ein packendes Pokal-Derby gegen den VfL Bochum für sich. Nach dem Tor von Emre Can aus knapp 50 Metern sorgte Joker Marco Reus in der 2. Halbzeit für den Sieg.
pberger
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Johannes Fischer
Johannes Fischer
von Patrick Berger, Johannes Fischer
Borussia Dortmund kämpft sich in Bochum ins Pokal-Viertelfinale. Ein Ausflug von VfL-Keeper Riemann geht schief, doch es gibt einen strittigen Elfmeter. Der Wirbel darüber drängt sogar das Tor von BVB-Matchwinner Reus in den Hintergrund.

Am Ende zählte nur das Ergebnis und Weiterkommen, nachdem sich Borussia Dortmund ins Viertelfinale des DFB-Pokals geschossen geschossen hatte.

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Doch für den BVB war es ein hartes Stück Arbeit! „Es war das erwartet enge und intensive Spiel, sagte BVB-Trainer Edin Terzic nach dem im hitzigen 2:1 (1:0) Revierderby beim VfL Bochum im ZDF. „Wir haben es verpasst, klarer in Führung zu gehen, dann wird es natürlich eng. Wir sind sehr glücklich mit dem Sieg.“

Überlagert wurde der Gäste-Sieg jedoch von einer äußerst strittigen Szene in der 60. Minute, als Schiedsrichter Tobias Stieler dem VfL einen Handelfmeter zusprach. Hintergrund: Jamie Bynoe Gittens hatte am Strafraumrand den Ball an den Unterarm bekommen, der jedoch nur minimal vom Körper weggestreckt war.

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Kevin Stöger war‘s egal, er behielt die Ruhe und verwandelte souverän zum Ausgleich. Doch danach gingen die Debatten erst richtig los.

Stieler erklärt strittige Szene

„Das 1:1 war ein bisschen diskussionswürdig“, sagte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl im ZDF. „Man kann sicher darüber diskutieren, ob das ein Handspiel ist. Für mich ist das kein Elfmeter, er hätte ihn nicht geben müssen.“

Ganze vier Minuten lang sah sich Stieler die Szene am Monitor an, bevor er schließlich (noch einmal) auf den Punkt zeigte und auf seiner ersten Entscheidung beharrte. „Wir waren sicher, dass der Schiri für uns entscheidet“, sagte Kehl.

Wieso es Stieler doch nicht tat? „Es war ein strammer Schuss, der Dortmunder Spieler dreht sich weg, der Arm war leicht abgewinkelt und nicht ganz eng am Körper“, erklärte der Referee bei SPORT1. „Für mich hat das ausgereicht, um auf Strafstoß zu entscheiden.“

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Der umstrittene Handelfmeter für den VfL Bochum sorgte für viel Aufregung auf dem Platz und im Netz. Schiedsrichter Tobias Stieler erklärte seine Entscheidung.
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DFB-Pokal: Schiedsrichter Tobias Stieler erklärt seine Elfmeter-Entscheidung

Es sei übrigens auch nie die Frage gewesen, „ob es ein Handspiel war. Es gab auch keine Reklamation, sondern nur die Frage, ob es drin oder draußen war“.

„VAR hatte Bauchschmerzen mit der Entscheidung“

Am Ende habe der VAR die Szene überprüft „und hatte Bauchschmerzen mit der Entscheidung. Es war tricky und sicher nicht die Mutter aller Handelfmeter. Es konnte nicht definitiv geklärt werden, ob innerhalb oder außerhalb“.

Deshalb sei es bei der ersten Wahrnehmung geblieben, so Stieler weiter: „Für mich haben insgesamt mehr Sachen für Elfmeter als dagegen gesprochen.“

Zum Schubser an Bynoe Gittens unmittelbar vor der strittigen Elfmeterszene fügte der Schiedsrichter an: „Diese Szene habe ich mir nicht noch mal in der Review Area angeschaut, weil ich auf dem Feld live einen guten Eindruck hatte. Es gab heute mehrere Vergehen, wo leicht geschoben wurde, in 90 Prozent der Fälle habe ich weiterlaufen lassen. Deshalb da auch.“

Von Beginn an zeigte der Gastgeber, dass er keinesfalls gewillt war, den Schwarzgelben das Leben leicht zu machen. Die VfL-Profis zwangen dem BVB ihr zweikampfbetontes Spiel auf und ließen kaum einmal Raum für dessen technische Vorteile. (NEWS: Alle aktuellen Infos zum DFB-Pokal)

Als die beiden Teams schon fast in der Halbzeitpause waren, schlug der BVB doch noch zu - unter gütiger Mithilfe von Manuel Riemann.

Emre Can traf gegen den VfL Bochum aus knapp 50 Metern. Beim Jubel küsste er seinen Trauerflor für die Erdbeben-Opfer in der Türkei und Syrien. Anschließend erklärte er das Ganze emotional.
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DFB-Pokal: Dortmunds Emre Can erklärt seinen emotionalen Torjubel mit Trauerflor

Kobel rettet zwei Mal

Der VfL-Keeper machte einen Ausflug aus seinem Sechzehner und drosch den Ball flach Richtung Mittelkreis. Dort stand Emre Can, der das Geschenk dankend annahm und die Kugel aus 50 Metern in den verwaisten Bochumer Kasten beförderte. Hinterher jubelte der Nationalspieler, der seinen Trauerflor zu Ehren der Erdbeben-Opfer in der Türkei und Syrien küsste, emotionsgeladen. (NEWS: Can an mit emotionalem Jubel)

Damit war der BVB aber noch längst nicht durch: Nach dem Seitenwechsel erhöhte der Gastgeber minütlich den Druck und schnürte den Gegner in dessen Hälfte ein.

Die Folge: Bochum erarbeitete sich zahlreiche Chancen, wobei Christopher Antwi-Adjej davon die dicksten vergab. Zweimal scheiterte der schnelle Außenstürmer am überragenden BVB-Keeper Gregor Kobel. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)

In der 64. Minute belohnte sich Bochum für den Aufwand - benötigte dafür aber den strittigen Handelfmeter.

In der 71. Minute jubelte dann wieder der BVB, der einen Konter über Jude Bellingham und Marco Reus zur erneuten Führung abschloss. Der deutsche Nationalspieler war erst sechs Minuten zuvor eingewechselt worden.