Bundestrainer Julian Nagelsmann hat am Donnerstag den Kader für die beiden Länderspiele gegen Frankreich (23. März) und die Niederlande (26. März) nominiert. Eine Überraschung war der Verzicht auf Leon Goretzka vom FC Bayern.
DFB-Nominierung: Was Effenberg Nagelsmann nicht ganz abkauft
Nagelsmann: Was Effenberg bezweifelt
Hingegen sorgte die Nominierung von Teamkollege Aleksander Pavlovic für Aufsehen. SPORT1-Experte Stefan Effenberg hat nun Zweifel an der Begründung des Bundestrainers geäußert.
„Nagelsmann wollte seinen Kader ausdrücklich nach dem Leistungsprinzip zusammenstellen und hat das mit minimalen Abweichungen auch eingehalten“, meinte der Ex-Fußballprofi in seiner Kolumne bei t-online und fügte hinzu: „Der Fall Leon Goretzka ist für mich aber einer, bei dem das Leistungsprinzip nicht ganz greift.“
Goretzka? „Schwer nachvollziehbar“
Laut Effenberg arbeitete sich der Mittfeldspieler aus seinem Tief beim FC Bayern heraus und stabilisierte sich wieder. „Dann ist die Entscheidung, ihn nicht zu berücksichtigen, schwer nachvollziehbar“, betonte der 55-Jährige.
Der SPORT1-Experte hält es zudem für richtig, dass Goretzkas Mitspieler Pavlovic nominiert wurde. „Auch um damit nach vorne und in die Zukunft zu schauen und den Abwerbeversuchen von Serbien um ihn einen Riegel vorzuschieben. Damit spielt er in Zukunft für Deutschland“, sagte Effenberg.
Auf der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte Nagelsmann, dass die Pavlovic-Nominierung nur Leistungs- und keine politischen Gründe habe. Dies nimmt Effenberg dem Bundestrainer nicht vollends ab und meinte: „Ich glaube schon, dass es sehr wohl ein bisschen eine politische Entscheidung ist. Wenn ein solcher Spieler zwei Staatsangehörigkeiten besitzt, musst du ihn als Verband nominieren. Und sein Herz hat für die deutsche Nationalmannschaft mitentschieden.“
Effenberg versteht Ausbootung von BVB-Stars
Dass mit Niclas Füllkrug nur ein Spieler von Borussia Dortmund nominiert wurde, ist für Effenberg eine nachvollziehbare Entscheidung.
„Nico Schlotterbeck und Niklas Süle haben beide lange nur unregelmäßig gespielt. Schlotterbeck hat sich ein bisschen gefangen, aber speziell bei Süle sehe ich keine Weiterentwicklung, die für eine Nominierung reichen würde“, analysierte Effenberg, der ergänzte:
„Die Jungs müssen auch selbstkritisch sein, nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen. Auch weil sie in ihrer Leistungsentwicklung nicht vorankommen, stagniert der BVB in der Bundesliga.“