Die Frage nach einer klaren Rollenverteilung gehört für Julian Nagelsmann zu den zentralen Baustellen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2026. Immer wieder hatte der Bundestrainer betont, wie intensiv er sich mit diesem Thema auseinandersetze. Entscheidungen würden bewusst getroffen – auch auf die Gefahr hin, dass sie von außen nicht immer vollständig nachvollzogen werden können. Nun ließ Nagelsmann seinen Ankündigungen entsprechende Taten folgen.
Ein unerwarteter Gewinner - SPORT1
Ein unerwarteter Gewinner
Als am Donnerstag der Kader der deutschen Nationalmannschaft für die ersten Länderspiele des Jahres verkündet wurde, tauchte dort unter anderem ein Name auf, den viele wohl nicht mehr auf dem Zettel hatten: Pascal Groß.
Der frühere Profi von Borussia Dortmund ist seit seiner Rückkehr zu Brighton & Hove Albion zwar wieder absoluter Stammspieler, doch allein daran wollte Nagelsmann seine Nominierung nicht festmachen.
Groß? „Hat eine Gabe, Menschen zu verbinden“
„Pascal hat der Wechsel zu Brighton gutgetan, er steht dort in jedem Spiel auf dem Platz“, analysierte der Bundestrainer. „Fabian Hürzeler hat das einmal gut auf den Punkt gebracht: Er macht andere Spieler besser. Er hat nicht ständig die Momente, wo man sagt: ‚Wow, was hat der für Aktion!‘ Aber er hat eine große Gabe, Menschen zu verbinden. Er ist immer ein verlängerter Arm des Trainers. Egal, ob er null oder 90 Minuten spielt“, lobte er den 34-Jährigen.
Auch Experte Lothar Matthäus betonte bei RTL Nitro: „Er hat jetzt Spielpraxis und ist ein Spieler, der jeder Mannschaft mit seiner Erfahrung helfen kann.“
Anfang Januar ging Groß für rund drei Millionen Euro aus Dortmund zurück in die Premier League und hat sich in Brighton unter Trainer Hürzeler sofort wieder als feste Größe im zentralen Mittelfeld etabliert.
Warum Nagelsmann große Stücke auf Groß hält
Ein Grund dafür: Das Umfeld ist dem Routinier vertraut. Bereits 2017 war er vom FC Ingolstadt nach Brighton gewechselt, ehe er ab 2024 ein Intermezzo beim BVB einlegte. Nun deutet vieles darauf hin, dass sich Groß eine aussichtsreiche Position im Hinblick auf die anstehende WM erarbeitet hat. Auch wegen seiner Art.
Der Mittelfeldspieler sei jemand, der Informationen aufsauge und dann auch vermitteln könne. „Er hat einen sehr guten Draht zu Deniz Undav“, erzählte Nagelsmann: „Er hat aber auch einen sehr guten Draht zu einem Antonio Rüdiger und auf der anderen Seite zu einem Karim Adeyemi. Er kann mit allen, egal wie sie ticken. Er ist ein Magnet zwischen den Spielern. Er ist sehr selbstlos. Er stellt nichts mehr in den Fokus als die Mannschaft. Deswegen wird er uns guttun. Aber das ist kein Freifahrtschein Richtung WM, weil er auch spielen muss.“
DFB-Team: Groß statt Stiller dabei
Zuletzt stand Pascal Groß im September 2025 für die Nationalmannschaft auf dem Rasen. In den beiden darauffolgenden Länderspielpausen blieb er außen vor – jetzt folgt die Rückkehr.
Andere müssen hingegen weichen: So wurde etwa Angelo Stiller erneut nicht berücksichtigt. Für die zentralen Positionen setzt Nagelsmann stattdessen auf Aleksandar Pavlovic, Leon Goretzka, Anton Stach, Felix Nmecha und eben Groß.
Groß selbst hatte seine WM-Ambitionen bereits im März bekräftigt. „Jeder weiß natürlich, dass es mein großer Traum ist“, sagte er Sky Sport. Diesem ist er nun einen großen Schritt nähergekommen. Wenn das DFB-Team gegen die Schweiz (in Basel, 27. März) und Ghana (in Stuttgart, 30. März) testet, gehört Groß zum 26-köpfigen Aufgebot.