Bitterer Last-Minute-Ausgleich bei Klopps Debüt
Kurzfristiger Ausfall bei Klopp-Debüt
Deutschland und Erzrivale Niederlande trennen sich Unentschieden. Jürgen Klopp kassiert bei seinem Debüt als DFB-Coach den späten Ausgleich - nimmt es aber mit Humor.
Schade! Jürgen Klopp hat bei seinem Debüt als Trainer der deutschen Nationalmannschaft kurz vor Schluss den Ausgleich hinnehmen müssen. In Amsterdam trennte sich das DFB-Team am 1. Spieltag der Nations League 1:1 (1:0) mit den Niederlanden.
Felix Nmecha brachte Deutschland in der 32. Minute in Führung. Die Niederländer protestierten vehement, weil unmittelbar zuvor Brian Brobbey sich mit muskulären Problemen auf den Rasen gesetzt hatte. Deutschland spielte weiter und nutzte die Gunst der Stunde eiskalt aus. In der Folge kam es zu einer Rudelbildung.
Deutschland kassiert den späten Ausgleich
Zuvor hatte schon ein vermeintliches Tor des Gastgebers nicht gezählt (12.). Virgil van Dijk hatte den Ball nach einer Ecke zwar im Tor untergebracht, doch Brobbey hatte Marc-André ter Stegen in dessen Fünf-Meter-Raum offenbar entscheidend behindert. Nach VAR-Eingriff nahm Schiedsrichter Alejandro Hernández Hernández das Tor zurück.
Kurz vor Schluss erzielte ausgerechnet Cody Gakpo vom FC Liverpool nach traumhafter Vorlage von Legendensohn Ruben van Bommel den Ausgleich (90.+2). Klopp, der knapp neun Jahre lang die Reds trainierte, wird sicher nicht begeistert gewesen sein, lächelte aber dennoch über das späte Gegentor an der Seitenauslinie.
Verletzungssorgen bei Musiala und Havertz
Unter den Augen von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke standen noch sieben WM-Fahrer in Klopps erster Startelf, sie zeigten aber ein anderes Gesicht als bei der Paraguay-Pleite. Dennoch muss Klopp bei seinem Heimdebüt am Sonntag (20.45 Uhr) in Augsburg gegen Griechenland wohl umbauen: Jamal Musiala und Kai Havertz verletzten sich.
Klopps Einstand sorgte bereits im Vorfeld für riesiges Interesse, der Bundestrainer berichtete von Nachrichten „im Sekundentakt“ und bekannte: „Ich hoffe, dass ich dieser besonderen Situation gerecht werden kann.“ Was er vor allem sehen wolle, seien „Spieler, die sich füreinander in den nächsten Zweikampf schmeißen“, betonte er und meinte: „Heute kann der erste Tag unserer wunderbaren Zukunft sein. Unseren Träumen sind keine Grenzen gesetzt.“
Klopps Pläne bei seinem Comeback auf der Trainerbank nach 858 Tagen allerdings wurden kurz vor dem Anpfiff durchkreuzt: Zehner Musiala zwickte der Oberschenkel. Für ihn startete Nadiem Amiri. Der Mainzer eröffnete mit dem Anstoß um 20.47 Uhr die Ära Klopp auch offiziell. Mit seiner schwarzen „Einer von 83 Millionen“-Cap, in weißen Sportschuhen und teils mit gefletschten Zähnen trieb Klopp seine Elf gewohnt schwungvoll an. Wie von ihm gefordert, war Wille und Einsatz klar erkennbar.
Ebnoutalib und Treu debütieren unter Klopp
Oranje, dessen Fans den ebenfalls neuen Coach Xavi mit einem herzlichen „Welkom“-Plakat begrüßten, übernahm nach van Dijks zurückgenommenem Tor das Kommando – und schlug eine härtere Gangart an. Quinten Timber traf Havertz mit offener Sohle am rechten Oberschenkel – der Arsenal-Profi musste kurz darauf angeschlagen vom Platz. Für ihn kam Younes Ebnoutalib als zweiter Debütant unter Klopp, den Freiburger Philipp Treu hatte er bereits in die Startelf berufen.
Ebnoutalib war sofort da, der Frankfurter gab den ersten deutschen Torschuss ab (31.). Beim 1:0 war es jedoch Treu, der sich in Szene setzte: Nach Zuspiel des zurück in die Zentrale versetzten Kapitäns Joshua Kimmich flankte er scharf nach innen, wo Nmecha einen Abpraller eiskalt verwertete. Proteste der Elftal, weil sich Brobbey in der Entstehung verletzt hatte, verhallten. Karim Adeyemi vergab freistehend das 2:0 (39.), Klopps Reaktion sprach Bände.
Oranje drängte vehement auf den Ausgleich, ter Stegen rückte immer mehr in den Blickpunkt. Die DFB-Elf hatte defensiv durchaus Probleme. Kimmich hielt die Sechs, bekam von Nmecha und Amiri aber zu wenig Unterstützung – so klafften immer wieder Lücken.
Van Bommel schockt DFB-Team spät
Xavis Joker Mexx Meerdink ließ mehrere Großchancen aus, in der deutschen Abwehr fehlte die Entlastung. Treu (70.) vergab eine seltene Gelegenheit. In der Schlussphase kam mit dem Freiburger Yannik Engelhardt ein weiterer Debütant, um für mehr Stabilität zu sorgen.
Die Niederländer blieben dran, auch Mark van Bommels Sohn Ruben scheiterte an ter Stegen. Ein Ballverlust des eingewechselten Serge Gnabry brachte schließlich das 1:1.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)