Erster Sieg in der Ära Klopp: Deutschland schlägt Serbien

Deshalb spielt Klopp noch den "gütigen Vater"
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Deshalb spielt Klopp noch den "gütigen Vater"

Deutschland entscheidet das Nations-League-Duell mit Serbien für sich und Jürgen Klopp darf endlich jubeln. Tom Bischof steuert einen wichtigen Treffer bei, Florian Wirtz stellt seine Klasse unter Beweis.

Die deutsche Nationalmannschaft hat den ersten Sieg unter Bundestrainer Jürgen Klopp eingefahren! In München besiegte das DFB-Team Serbien am 3. Nations-League-Spieltag mit 2:0 (1:0).

Tom Bischof traf in der 39. Minute per Abstauber zum 1:0. Zuvor hatte sich Florian Wirtz wunderbar durch den Strafraum der Serben getanzt, aber nur den Pfosten getroffen – doch Bischof war zur Stelle. Es war sein erstes Länderspiel-Tor für die A-Nationalmannschaft. Nach Wiederanpfiff reihte sich der stark aufspielende Wirtz dann selbst in die Torschützenliste ein (61.).

Jürgen Klopp hat seinen ersten Sieg als Bundestrainer eingefahren
Jürgen Klopp hat seinen ersten Sieg als Bundestrainer eingefahren Jürgen Klopp hat seinen ersten Sieg als Bundestrainer eingefahren © IMAGO/Matthias Koch

„Unbeschreibliches Gefühl“ bei Bischof

„Unbeschreiblich! Die Euphorie, das Stadion hat gebrannt. Es hat einfach Spaß gemacht“, freute sich Bischof im ZDF: „Wir hätten noch ein, zwei mehr (Tore, Anm. d. Red.) machen können. Trotzdem fand ich, dass wir uns viele Chancen herausgespielt haben und einfach ein sehr gutes Spiel gemacht haben.“

Über seinen ekstatischen Jubel sagte Bischof: „Ich habe einfach alles rausgelassen. Ich habe mich unfassbar gefreut. Mir tun die Knie schon weh vom Knierutscher, leider. Aber das nehme ich mit. Einfach ein unbeschreibliches Gefühl.“

DFB-Team: Scherhant und Urbig debütieren

Der Start in die Ära Klopp war holprig verlaufen: Zum Debüt gab es in Amsterdam ein 1:1 gegen die Niederlande, ehe beim Heimspiel in Augsburg eine 0:1-Niederlage gegen Griechenland folgte. Nun endlich der erste Sieg unter dem neuen Coach!

Alles neu macht der Oktober – Klopp veränderte seine Startelf nicht auf ein paar Positionen: nein, auf allen, er brachte unter anderem den selten beschäftigten Debütanten Jonas Urbig im Tor und den auffälligen Offensivmann Derry Scherhant vom SC Freiburg, der auch noch ohne Länderspiel war. Die Fans konnten mitzählen: Es waren die Nationalspieler Nummer 997 und 998 in der DFB-Geschichte.

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Seinen Kapitän Joshua Kimmich („Er soll Familien-Urlaub machen“) und viele andere aus dem ersten Kader hatte Klopp nach Hause geschickt, nur fünf Spieler aus dem Griechenland-Aufgebot waren noch dabei. Ein Grund liegt im radikalen Casting-Ansatz: Der Bundestrainer wollte sehen, wie sich junge Spieler „ohne die Platzhirsche“ entwickeln.

Woltemade sichtlich bemüht – und mit Fehlschuss

Wieder also bemühte sich eine Mannschaft, die so nie wieder auflaufen wird, gegen einen tiefen Block um eine Ordnung, die es derart schnell kaum geben konnte. „Wir sind nicht das Bayern München des europäischen Fußballs“, betonte Klopp, „wir sind eine Mannschaft, die sich finden muss. Wir müssen die letzte Linie stressen, es ist nicht so kompliziert.“ Zu den Etablierten auf dem Platz gehörten die jüngsten Problemfälle: Wirtz und der ebenfalls sichtlich bemühte Nick Woltemade.

Die erwartete in der Offensive ein ähnliches Spiel wie gegen Griechenland, aber das deutsche Spiel hatte nicht nur bei der ersten Chance von Aleksandar Pavlovic (8.) deutlich mehr Tiefe und Passschnelligkeit.

Ersatzkapitän Serge Gnabry hatte zwei sehr gute Gelegenheiten (18./30.) und bereitete zudem für Wirtz vor (35.), auch Bischof hielt schon vor seinem Treffer mehrfach drauf. Dem deutschen Dauer-Powerplay fehlte noch die Krönung, dafür stimmte zunächst die Konterabsicherung: Eine Gnabry-Grätsche feierte Klopp wie ein Tor. Aber, Obacht! Kosta Nedeljkovic (33.) fehlten Zentimeter zu einem 0:1 aus dem Nichts. Bischofs Tor kam zum richtigen Zeitpunkt – bevor es zäh werden konnte.

Historischer Moment – Baur schreibt deutsche Fußballgeschichte

Klopp wechselte Said El Mala, die 999, für Gnabry ein, der die Kapitänsbinde an Wirtz weitergab. Bischof spielte gleich wieder steil auf Pavlovic (52.), Wirtz bediente Scherhant (54.), El Mala schlenzte knapp vorbei (57.). Deutschland spielte mit präzisem Gegenpressing und unter seltenen serbischen Störungen sehr gefällig. Klopp klatschte selbst noch, als Woltemade aus kürzester Distanz übers Tor schoss (58.). Warum auch nicht? Wirtz traf ja gleich danach. Mika Baur durfte dann als „1000“ ein Kapitel deutscher Fußballgeschichte schreiben, Klopp küsste ihm die Schläfe: Ein Rädchen griff ins andere. Auch Vitaly Janelt debütierte noch.

Das macht Mut für die Griechenland-Revanche in Thessaloniki am Sonntag. Im November (Spiele in Serbien und gegen die Niederlande) dann wird Klopp seine Aufgebote zu einem komprimierten Stammkader zusammenführen – das Modell XXL bleibt eine Ausnahme.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)