Warum Jürgen Klopp das Gladbach-Juwel Wael Mohya schon jetzt holt
Mit diesem DFB-Neuling überrascht Klopp alle
Wael Mohya ist die große Überraschung im Kader von Jürgen Klopp. Dabei spricht schon jetzt sehr viel für den Youngster, der mittlerweile sogar schon mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird.
Von 44 auf 24: Obwohl Jürgen Klopp diesmal deutlich weniger Spieler in sein Aufgebot berufen hat, hält der nächste Deutschland-Kader eine Überraschung bereit. Mit Wael Mohya holt der Bundestrainer einen Spieler ins Boot, mit dem nicht zu rechnen war – und dessen Nominierung dennoch fast schon folgerichtig ist.
Denn der Teenager – mit seinen 17 Jahren wäre Mohya erst der fünfte nicht volljährige Debütant der DFB-Geschichte – befindet sich seit Wochen auf der Überholspur. Mittlerweile geht es bei dem großen Hoffnungsträger von Borussia Mönchengladbach fast schon häufiger darum, ihn auf dem Weg nach oben ein bisschen einzubremsen.
Auch Klopp sprach von „Sorgfaltspflicht“, Garantien wollte der Bundestrainer dem Neuankömmling auch keine geben. Schwer beeindruckt war er aber ebenfalls: „Ich habe jetzt drei Gespräche mit ihm gehabt, die waren top. Ich war mit 17 nicht so selbstbewusst, aber ich war auch nicht so gut mit 17.“
Talent-Flüsterer Klopp ist schon begeistert
In der laufenden Saison kommt Mohya auf zehn Einsätze für die Profis der leidgeprüften Gladbacher. Die nackten Zahlen weisen drei Tore und einen Assist auf – viel beeindruckender ist an dem Youngster aber wohl, dass er die Rolle als potentieller Heilsbringer der Fohlen scheinbar unbeeindruckt annimmt.
„Es gibt jetzt nicht viele 17-Jährige, die Bundesliga spielen – das alleine ist ja schon ein herausragendes Merkmal. Aber er macht es auch gut, er macht es richtig gut“, schwärmte Klopp vor den Nations-League-Spielen gegen Serbien (13. November) und gegen die Niederlande.
Mohya spielt in erster Linie im zentralen offensiven Mittelfeld, er kann aber auch über beide Flügel kommen. Beim DFB-Team soll er zunächst in erster Linie reinschnuppern und Erfahrung sammeln. Und das in einer Sonderrolle, wie Klopp ankündigte: „Das wollen wir in Zukunft beibehalten, auch mal eine Position dabeizuhaben, wo wir sagen: Mal sehen, ob er spielt, ob er es überhaupt in den Kader schafft.“
Aber dass Mohya überhaupt dabei ist, während Spieler wie Karim Adeyemi, Nadiem Amiri, Bambasé Conté und Kevin Schade im DFB-Aufgebot diesmal fehlen, darf durchaus als Zeichen des Bundestrainers verstanden werden.
Kein Woltemade: Das ist Jürgen Klopps Streichliste
„Ich kümmere mich schon seit geraumer Zeit um jüngere Menschen und ich habe da große Lust drauf“, sagte Klopp, der schon so manches Talent ebenso frühzeitig wie erfolgreich ins kalte Wasser geworfen hat.
Experte lobt Klopps „Mumm“ bei Mohya
Was neben dem Faible für Hochtalentierte zumindest im Hinterkopf auch eine Rolle gespielt haben dürfte: Zuletzt soll sich auch der marokkanische Verband sehr intensiv um Mohya bemüht haben. Dessen Eltern stammen aus dem nordafrikanischen Land, er selbst ist in Mettmann geboren – und spielte bisher ausschließlich in Jugendteams des DFB. Mit einem Anruf durch Klopp legt der Verband endgültig die Grundlage für eine Zukunft im weißen Trikot.
Sehr zur Freude von Maik Franz, der die Entscheidung pro Mohya ausdrücklich begrüßt. „Wir gucken in andere Länder und sehen die Supertalente. Die Spanier, die lassen die Jungen spielen. Dann ist es doch geil, wenn unser Nationaltrainer sagt: ‚Der Junge, in dem sehe ich was und dem gebe ich die Chance‘“, erklärte der frühere Verteidiger in der SPORT1-Sendung 45 – Die Fußball-Halbzeit.
Klopp lobte er ausdrücklich für den „Mumm“, einen Spieler von einem Bundesliga-Kellerkind wie Gladbach zu nominieren. „Der Junge, der ist fußballerisch einfach extrem auffällig“, ergänzte Franz über Mohya. „Der wird barfuß aus Gladbach dahinlaufen, weil der einfach Bock hat, dabei zu sein.“
Nicht nur der FC Bayern soll dran sein
Wie weit die Reise für Mohya generell gehen kann, lässt sich derzeit natürlich noch nicht absehen. Aber schon jetzt ist klar, dass Gladbach nur ein Sprungbrett sein könnte. Noch größere Vereine sollen längst hellhörig geworden sein.
„Wael fühlt sich pudelwohl und ist sozusagen ein Jung-Fohlen“, sagte Gladbachs Sportchef Rouven Schröder jüngst im SPORT1 Doppelpass. „Aber eins ist auch klar: Dass er nicht sein Leben lang für Borussia Mönchengladbach spielen wird.“
In Deutschland wurden zuletzt der FC Bayern und auch Borussia Dortmund als mögliche Interessenten genannt. Und auch in der Premier League, zum Beispiel beim FC Liverpool, soll man bereits ein Auge auf den Nachwuchskicker geworfen haben.
Mohya hat dem FC Bayern schon wehgetan
Mit den Bayern verbindet Mohya schon jetzt einige Meilensteine. Auf dem Weg zur U17-Meisterschaft bezwang er im Juni 2025 die Talente des Rekordmeisters um einen gewissen Lennart Karl. Beim 3:1-Erfolg über die Münchner erzielte er zwei Tore, wenig später machte er im Finale den Titel mit einem weiteren Treffer und einem Assist klar.
Und: Im März 2026 schoss Mohya gegen die Profis der Bayern sein erstes Bundesliga-Tor. Es war lediglich der Ehrentreffer zum 1:4 – doch wer gegen den FCB trifft, bleibt beim FCB gerne länger im Gedächtnis.
Mohya? "Das möchte der Fan natürlich nicht hören"
Zu viel des Rampenlichts für einen 17-Jährigen? „Der mediale Fokus, der ist jetzt aber noch größer. Da müssen wir ihn auch ein bisschen schützen und ihm helfen, diese Coolness weiterhin zu behalten“, erklärte Gladbachs Trainer Alexander Blessin nach der DFB-Nominierung.
Doch große Sorgen macht man sich bei der Borussia bisher nicht – weil Mohya offenbar nicht nur fußballerische Qualitäten in die Wiege gelegt wurden. „Er ist unglaublich gut erzogen, hat ein tolles Elternhaus und wir schauen natürlich darauf, wie er damit umgeht“, sagte Schröder im Doppelpass.
Mehr als ein talentierter Fußballer
Mehr noch: „Er ist der beste Vorreiter für alle, die nachkommen, dass man nicht abhebt. Er geht gut damit um, der Hoffnungsträger von Borussia zu sein.“
Technik, Dribbelstärke und Spielintelligenz auf dem Platz, mentale Stärke und die richtige Portion Demut: Mohya bringt in jungen Jahren offensichtlich ein beeindruckendes Gesamtpaket mit. Ebenso sympathisch wie bezeichnend für den jugendlichen Elan, mit dem das Juwel die Herausforderung Profifußball angeht: Wie er selbst verriet, erhält er nach wie vor Taschengeld. Sein Fokus liegt auf dem Sport.
Und auch wenn ein so junger Fußballer noch viel lernen muss und nicht zuletzt körperlich noch zulegen muss, ist klar: Klopps Nominierung ist überraschend – und dennoch nahezu folgerichtig.