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Dänen-Drama! Achtelfinale für Eriksen

Dänen-Drama! Achtelfinale für Eriksen

Dänemark schafft nach dem Eriksen-Schock den unglaublichen Coup und steht im Achtelfinale! Gegen Russland wird es dramatisch - auch wegen Belgiens Duell mit Finnland.
Dänemarks Christian Eriksen muss im EM-Spiel gegen Finnland auf dem Platz wiederbelebt werden. Teamarzt Morten Boesen schildert die dramatischen Momente.
. SPORT1
von SPORT1
22.06.2021 | 09:39 Uhr

Wikinger-Wahnsinn! Die EM-Helden aus Dänemark haben das Achtelfinal-Wunder für Anführer Christian Eriksen geschafft! (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Im Parken von Kopenhagen gab es längst kein Halten mehr, die dänischen Zuschauer sangen schon, sie jubelten - da bildeten die Spieler einen Kreis um Kasper Hjulmand: Der Trainer zog sein Smartphone aus der Tasche und blickte gebannt auf den Liveticker des Partie zwischen Belgien und Finnland. Kaum war das Ergebnis von 2:0 aus St. Petersburg bestätigt, ließen sich auch die glücklichen Spieler gehen. Achtelfinale. Unfassbar.

Dank der belgischen Schützenhilfe hat die dänische Nationalmannschaft direkt die K.o.-Runde erreicht. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

Der leidenschaftlich stürmende Europameister von 1992, in diesem Jahr schon eine Art Europameister der Herzen, besiegte Russland mit 4:1 (1:0), rutsche durch diese Verkettung glücklicher Umstände sogar noch auf Rang zwei in der Gruppe B und trifft am Samstag in Amsterdam auf Wales. Die punktgleichen Russen sind dagegen ausgeschieden. Finnland muss nun hoffen, als Gruppendritter noch das Achtelfinale zu erreichen. (Tabellen der EM)

Dänemark kämpft für Eriksen

Eriksen war bei der 0:1-Niederlage gegen Finnland zum Auftakt auf dem Feld zusammengebrochen und musste nach einem Herzstillstand sogar wiederbelebt werden. Er befindet sich aber auf dem Weg der Besserung und gab seinem Team auch in Abwesenheit Kraft. (BERICHT: Eriksen aus Krankenhaus entlassen)

"Christian bedeutet uns allen sehr viel. Er bleibt immer ein Teamkamerad, das wird sich nie ändern, wir tragen ihn immer in unseren Herzen", sagte Andreas Christensen in der ARD: "Wir haben ein großartiges Team, die Unterstützung der Fans heute war unglaublich, ich kann es kaum in Worte fassen."

Im Stadion war der abwesende Leader Eriksen doch allgegenwärtig. Wieder wurde das überdimensonale Trikot mit seiner "10" auf den Rasen getragen wie beim zweiten Gruppenspiel im Parken gegen Belgien (1:2). Wieder sangen die Zuschauer vor dem Einlauf der Mannschaften voller Inbrunst "You'll never walk alone". Wieder gab es Gänsehaut-Momente.

"Es war eine fantastische Stimmung, ein fantastisches Spiel", schwärmte Yussuf Poulsen mit der dänischen Fahne um die Schulter: "Wir haben viele Kräfte gebraucht."

Eriksens Team kämpfte nach zwei Niederlagen zum EM-Start auch für seinen abgereisten Mitspieler und lieferte gegen Russland eine unglaubliche Energieleistung ab.

Traumtor, Mega-Patzer und Drama

Mikkel Damsgaard brachte mit seinem Traumtor (38.) nach zähem Beginn den Parken in Kopenhagen, wo 25.000 Fans zugelassen waren, erstmals zum Beben.

Poulsen sorgte nach einem fürchterlichen Missverständnis in der russischen Abwehr für den zweiten Jubelorkan (59.).

"Danish Dynamite" schien auf dem besten Weg ins Achtelfinale - doch dann wurde es dramatisch.

Beinahe zeitgleich zählte Belgiens Führung gegen Finnland nicht wegen einer Abseitsstellung von Romelu Lukaku - und Dänemark fing sich einen ebenfalls strittigen Elfmeter.

Alexander Sobolev fiel im Duell mit Jannik Vestergaard sehr leicht, Referee Clément Turpin gab den Strafstoß aber und Artem Dzyuba nutzte ihn zum 1:2 aus russischer Sicht (70.).

Erst Drama - dann Wahnsinn bei Dänemark

Wenig später wendete sich das Blatt aber doch für Dänemark - und wie!

Belgien ging durch ein Eigentor von Lukas Hradecky in Führung, die Dänen selbst erhöhte durch Andreas Christensen (79.) und Joakim Maehle (81.), das Spiel wurde sogar noch zum Schützenfest.

Mit dem belgischen 2:0 durch Lukaku (81.) war dann auch diese Partie entschieden - und Dänemarks dramatische EM um ein Kapitel reicher.

Bange Minuten warteten die Spieler nach Abpfiff noch versammelt um das Handy eines Betreuers, bis klar war, dass auch Belgiens Spiel abgepfiffen ist. Dann brach der Jubel los.

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