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Adeyemi ist vielleicht die bessere Wahl

Adeyemi ist vielleicht die bessere Wahl

Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien wurde wieder deutlich: Deutschland fehlt der zentrale Stürmer. SPORT1-Kommentar von Patrick Berger.
Timo Werner und Kai Havertz erleben beide eine schwierige Phase beim FC Chelsea. Hansi Flick erklärt, dass jeder Spieler Eigeninitiative zeigen muss und das solche Tiefs dazugehören.
Patrick Berger
von Patrick Berger
09.10.2021 | 23:38 Uhr

Viertes Spiel, vierter Sieg – Hansi Flick setzt seine Traum-Serie als Bundestrainer eindrucksvoll fort!

Das Ticket für die WM 2022 in Katar ist nach dem umkämpften 2:1-Sieg gegen Rumänien zum Greifen nah. Mit einem Sieg am Montag in Nordmazedonien (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) kann die DFB-Elf sich sogar vorzeitig für die Wüsten-Spiele qualifizieren.

Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit, das die deutsche Mannschaft am Freitagabend vor 25000 Fans in Hamburg verrichten musste.

DFB-Team glaubt an sich

Was gut war: Die Mannschaft hat Willen gezeigt und trotz des frühen Rückstands nicht aufgesteckt. Immer wieder rannte das Team – angeführt von den Bayern-Stars Leon Goretzka (bekam von Flick sogar ein Sonderlob) und Joshua Kimmich – auf das rumänische Tor zu. Und es wurde durch die Treffer von Serge Gnabry und den eingewechselten Thomas Müller belohnt. (DATEN: Tabellen der WM-Qualifikation)

Die Mannschaft glaubt wieder an sich, auch in schwierigen Momenten. Das war unter Joachim Löw zuletzt nicht mehr der Fall und ist sicher auch ein Verdienst von Flick und seinem Team.

Deutschland fehlt ein Mittelstürmer

Was nicht gut war: Im deutschen Spiel gab es zu viele Unzulänglichkeiten. Der letzte Pass wurde nicht konsequent gespielt, die Laufwege vorne stimmten nicht und die vielen Chancen wurden zu leicht vergeben. Die Erkenntnis des Abends, auch wenn Flick es nicht hören möchte: Deutschland fehlt ein klassischer Mittelstürmer. Einer, der die Bälle vorne eiskalt reinmacht. Einer, der auf Abpraller lauert, der den Kopf hinhält. So ein Typ wird seit Miroslav Klose händeringend gesucht.(NEWS: Alles Wichtige zur WM-Qualifikation)

Hansi Flick fehlt ein klassischer Stürmer
Hansi Flick fehlt ein klassischer Stürmer

Werner ist es – bei aller Klasse, die der Chelsea-Star durchaus hat – nicht. Auf engstem Raum hat der Konterspieler Probleme. Er kam gegen die Rumänen oft einen Schritt zu spät, ihm fehlte in den entscheidenden Momenten das Timing.

Karim Adeyemi ist als Wand- und Zielspieler vielleicht doch die bessere Wahl. Der 19 Jahre alte Dribbel-Künstler kann Situationen auf engstem Raum lösen und hat den Tor-Riecher. Elf Tore und zwei Assists in 16 Pflichtspielen in dieser Saison für RB Salzburg sprechen für sich. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM-Qualifikation)

Oder sollte Flick etwas ganz anderes machen? Ein Fan hielt am Freitagabend auf der Tribüne ein Plakat hoch mit der Frage „Hey, Hansi! Wo ist Terodde?“ Der 33 Jahre alte Schalke-Knipser hat sich kürzlich erst zum Zweitliga-Rekordtorschützen (153 Tore) geschossen. In dieser Saison kommt der waschechte Mittelstürmer schon auf elf (!) Ligatreffer für S04.

Also, Hansi: Wo ist Terodde? Die besten sollen spielen. Das hat der Bundestrainer zu Beginn seiner Amtszeit selbst gesagt.

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