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"Katastrophe": Was Markus Babbel Julian Nagelsmann nicht abkauft

Was Babbel Nagelsmann nicht abkauft

Markus Babbel findet für das Verhalten des Bundestrainers bei der Neuer-Debatte klare Worte. Dabei erzählt er, wie er sich an Baumanns Stelle verhalten hätte.
Markus Babbel warnt den FC Bayern München vor dem kommenden Halbfinale in der UEFA Champions League gegen Paris Saint-Germain. Der Fußball-Experte fordert eine Leistungssteigerung.
Conrad Fröhlich
Markus Babbel findet für das Verhalten des Bundestrainers bei der Neuer-Debatte klare Worte. Dabei erzählt er, wie er sich an Baumanns Stelle verhalten hätte.

Seit Tagen sorgt das bevorstehende Comeback von Manuel Neuer in der deutschen Nationalmannschaft für enormen Wirbel. Wie viele Experten, reagierte auch Markus Babbel mit Unverständnis auf das Verhalten von Bundestrainer Julian Nagelsmann

„Die Art und Weise der Kommunikation ist halt eine Katastrophe. Dieses Rumgeeiere von Beginn an, das macht einen halt verrückt an unserem Bundestrainer. Weil man sich klare Ansagen wünscht – und so geht es auch jedem Spieler“, kritisierte Babbel im Interview mit ran.

Für den Umgang mit TSG-Keeper Oliver Baumann, der die gesamte WM-Qualifikation absolvierte und nun nur als zweiter Torhüter mit zur Weltmeisterschaft fährt, hat der Ex-Nationalspieler und TV-Experte kein Verständnis: „Wenn ich dann trotzdem kein Vertrauen in ihn habe, dann weiß ich das schon vorher und nicht 14 Tage vor der Bekanntgabe. Was ist denn, wenn sich Neuer nochmal verletzt? Dann ist Baumann doch gut genug? Das kann doch keiner mehr ernst nehmen.“

Babbel über Baumann: „Ich hätte vermutlich anders reagiert“

Babbel, der mit der deutschen Nationalmannschaft 1996 Europameister geworden ist, lobte Baumanns professionelle Reaktion auf die Degradierung: „Hut ab vor Oli Baumann, dass er trotzdem zur WM fahren will und das akzeptiert.“ Bei Babbel wäre die Verstimmung in einer ähnlicher Situation wohl deutlich größer gewesen: „Ich hätte vermutlich anders reagiert und gesagt: Wenn du mir nicht vertraust, dann kannst du deinen Scheiß alleine machen.“

Geht es nach dem 53-Jährigen, ist die „Rumeierei“ des Bundestrainers die Ursache für die hitzig geführte Debatte, weil man „sich klare Ansagen wünscht – und so geht es auch jedem Spieler“.

Aus sportlicher Hinsicht hat Babbel am Neuer-Comeback nichts zu beanstanden. „Es ist die richtige Entscheidung, Neuer als Nummer 1 zurückzuholen, da gibt es für mich gar keine Diskussion. Er ist nach wie vor herausragend gut.“ Ein großer Aber bleibt für den vierfachen DFB-Pokalsieger: „Mir kann doch jetzt keiner erzählen, dass Nagelsmann erst in der letzten Woche festgestellt hat: Hoppla, der Neuer ist ja wirklich gut drauf.“