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WM: Frankreich-Trainer mit klarer Ansage an die eigene Manschaft

„Du solltest so etwas nicht sagen“

Sportlich gilt Frankreich als einer der heißesten Anwärter auf den WM-Titel. Doch auch bei Les Bleus knirscht es hinter den Kulissen.
Michael Olise führt Frankreich mit einem Dreierpack im Testspiel gegen Nordirland zum 3:1-Sieg. Nationaltrainer Didier Deschamps zeigt sich vor dem WM-Start begeistert vom Bayern-Star.
Lars Hinzberg
Sportlich gilt Frankreich als einer der heißesten Anwärter auf den WM-Titel. Doch auch bei Les Bleus knirscht es hinter den Kulissen.

Mit einem Team voller Superstars um Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé kann Frankreich zu Recht mit breiter Brust in die WM starten. Für Nationaltrainer Didier Deschamps schießen einige von ihnen mit ihrem Selbstbewusstsein aber über das Ziel hinaus.

„Du solltest so etwas nicht sagen“, lautete nun die deutliche Ansage des Trainers in Richtung Lucas Hernández. Der Verteidiger hatte die Franzosen nach einem Testspielerfolg im März etwas zu überschwänglich gelobt.

Nationaltrainer Deschamps muss seine Spieler bremsen

„Wir haben ein großartiges Team. Es ist außergewöhnlich. Die Qualität unserer Offensivspieler ist unglaublich. Die Besten der Welt? Ich persönlich denke: natürlich. Ich glaube nicht, dass ein anderes Team offensiv diese Qualität besitzt“, konstatierte der Pariser, der von 2019 bis 2023 beim FC Bayern spielte. Vorausgegangen war ein 3:1-Sieg im Testspiel gegen Kolumbien.

Äußerungen, die Deschamps nur ungern hört. In einem Interview mit der GQ erklärte der scheidende Nationaltrainer, er habe Hernández danach angerufen, um seinen Spieler ein wenig einzufangen: „Es ist nutzlos. Bei der Weltmeisterschaft gibt es mindestens zehn Nationalmannschaften, die berechtigt sind, den Pokal zu gewinnen. Nur einer wird Erfolg haben.“

Dass der Weltmeister von 2018 zum engsten Favoritenkreis gehört, dürfte auch Deschamps bewusst sein, dennoch gibt sich der 57-Jährige kurz vor Turnierstart gewohnt demütig: „Wir haben Potenzial, Eigenschaften. Der Nachteil ist, dass wir zwar talentierte Spieler haben, aber viele von ihnen sind jung. Einige werden an ihrem ersten großen internationalen Turnier teilnehmen. Wir werden sehen, was auf dem Spielfeld passiert.“

Wird Frankreich den WM-Ansprüchen gerecht?

Hernández ist nicht der erste Spieler der Équipe Tricolore, der mit offensiven Aussagen an die Konkurrenz auffällt. „Wir werden nicht als Favoriten zur Weltmeisterschaft gehen, wir werden alle vernichten“, untermauerte Manchester Citys Rayan Cherki trotz Niederlage im Testspiel gegen die Elfenbeinküste die Ansprüche.

Inwieweit die Franzosen ihrer eigenen Erwartungshaltung gerecht werden können, wird sich erstmals am Dienstag zeigen. Um 21 Uhr deutscher Zeit startet die Mannschaft um Bayerns Michael Olise gegen Senegal ins Turnier.

Weitere Gegner in Gruppe I sind Norwegen und Irak. Auch ein Aufeinandertreffen mit Deutschland ist theoretisch schon früh im Turnierverlauf möglich. Gewinnen beide Mannschaften sowohl ihre Gruppen als auch das erstmals stattfindende Sechzehntelfinale, käme es im Achtelfinale zum Nachbarschaftsduell.