Es dürfte einer der schönsten und überraschendsten Anrufe gewesen sein, die Assan Ouédraogo im Sommerurlaub in Spanien erhalten hat. Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte auf das WM-Aus von Lennart Karl und nominierte den Leipziger für das Turnier nach.
Matthäus überrascht von Ouédraogo-Nominierung
Matthäus überrascht von Ouédraogo
Fast ebenso überrascht wie der 20-Jährige selbst zeigte sich Lothar Matthäus über die Entscheidung. Der Weltmeister von 1990 hätte andere Kandidaten vor Ouédraogo gesehen.
Karl-Ersatz? Matthäus dachte an El Mala
Bei einer Veranstaltung von Volkswagen in Chicago, an der auch SPORT1 teilnahm, erklärte Matthäus, die Nachnominierung sei „auch für mich überraschend, weil es nicht positionsgetreu“ gewesen sei. Der 65-Jährige hatte eigentlich mit einem anderen Nachrücker gerechnet: „El Mala war mein erster Gedanke.“
Eher als an den Leipziger hatte Matthäus dabei an eine zusätzliche Option für die rechte Seite gedacht. Zwar erwähnte er auch Waldemar Anton, eine Ideallösung für die Position des rechten Außenverteidigers sieht er im Innenverteidiger jedoch nicht. Der Stuttgarter Josha Vagnoman oder auch der Leipziger Ridle Baku hätten für Matthäus mehr Sinn ergeben. „Jetzt bin ich ein bisschen überrascht worden.“
Dass Ouédraogo aufgrund einer Knieverletzung rund vier Monate ausgefallen war und erst im Endspurt der Saison auf den Platz zurückkehrte, stellt für Matthäus kein Problem dar. „Ich bin überzeugt, dass er hierherreist und im Saft steht. Er braucht keine Aufbauphase mehr.“
Trotz aller Verwunderung über die Nachnominierung betonte Matthäus: „Julian Nagelsmann hat sich ganz sicher etwas dabei gedacht. […] Ich habe volles Vertrauen in ihn.“
Beim letzten Test vor der WM am Samstag wird Ouédraogo noch nicht Teil des DFB-Teams sein. Der 20-Jährige wird erst in den kommenden Tagen direkt ins Basecamp der Nationalmannschaft nach Winston-Salem reisen.