Leroy Sané erlebte in den Tagen, Wochen und Monaten vor der WM ein wahres Hin und Her: Es ist gar nicht so lange her, da empfahl ihm Bundestrainer Julian Nagelsmann öffentlich, er müsse sich nun besonders reinhängen – schließlich spiele er lediglich in der türkischen Süper Lig.
Es wiederholt sich
Keiner polarisiert wie Sané
Wenig später wurde der 30-Jährige dann doch wieder für die DFB-Elf nominiert und fand dort zu alter Stärke zurück, ehe er im Mai ins Hintertreffen geriet. Lennart Karl war dabei, Sané den Rang abzulaufen. Ein Generationswechsel bahnte sich an. Doch durch die Verletzung des Youngsters ist es jetzt der Routinier, der gefragt ist.
Sané: Immer wieder in der Kritik
Sanés Problem: Nicht jeder ist von ihm überzeugt. Zu wenige Tore, eine zu schlechte Körpersprache, keine Konstanz – das sind die gängigen Vorwürfe von Fans und Experten. Für den Offensivspieler ein Dauerthema, an das er sich mittlerweile gewöhnt haben dürfte. Keiner polarisiert wie er – und jetzt geht es wieder los. Aktuell kommt aber hinzu, dass er mit Karl einen Hoffnungsträger ersetzen soll, der einen echten Sympathiesprung hingelegt hat.
Aus Sicht von SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger ist aber gerade dieser direkte Vergleich nicht immer fair. Es werde mit zweierlei Maß gemessen. „Das läuft manchmal natürlich auch unfair ab. Bei Sané wurden oft die Klamotten kritisiert und man fragte: Wie kann man mit so teuren Jacken rumlaufen? Wenn Karl aber in pinker Vollmontur daherkommt, finden es die Leute gut“, erklärt der Insider in der aktuellen Folge des Podcasts „Die WM-Kabine“.
Dort kommt auch das Thema Körpersprache auf. SPORT1-Nationalmannschaftsreporter Manfred Sedlbauer erinnert zum Beispiel an Lionel Messi, der auch gerne mal Kopf und Schultern hängenlasse. „Diese Diskussion ist Quatsch. Das ist doch bei vielen Offensivspielern der Fall, dass sie eine solche Haltung haben, wenn sie auf die entsprechenden Umschaltsituationen warten“, erklärt Sedlbauer.
Sané kann Kritiker verstummen lassen
Sané hat jetzt die Gelegenheit, alle Kritiker zu widerlegen. Er besitzt das Vertrauen des Bundestrainers und ist im DFB-Kader äußerst beliebt. In öffentlichen Trainingseinheiten sieht man ihn immer wieder lachen und mit den Kollegen scherzen – aber auch durch Fleiß konnte er bislang überzeugen.
Jetzt muss er diesen Elan nur noch auf den Platz bringen. Sein Treffer im Testspiel gegen die USA war dahingehend ein Anfang.
Die ganze Diskussion um Leroy Sané und die anderen Brennpunkt-Themen rund um die deutsche Nationalmannschaft hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die WM-Kabine“ mit DFB-Reporter Manfred Sedlbauer und Chefreporter Stefan Kumberger.