Der WM-Skandal um Donald Trump, Gianni Infantino und die erlassene Sperre nach der Roten Karte für US-Nationalspieler Folarin Balogun hat auch den FIROCKX.ONE WM Doppelpass beschäftigt.
WM-Skandal: "Er wird kein Spiel mehr pfeifen, er ist diskreditiert"
WM-Skandal: Ittrich schwant Übles
SPORT1-Experte Stefan Effenberg richtete schwere Vorwürfe an den US-Präsidenten und den Boss der FIFA.
Zum einen kenne Trump „den Unterschied zwischen fair und unfair“ gar nicht, sagte Effenberg und führte weiter aus: „Ich bin der Meinung, dass Politiker sich niemals einschalten dürfen. Einige haben keine Ahnung von Fußball und das zeigt er (Trump, Anm.) hier eindrucksvoll. Dass die FIFA es dann in Person von Infantino und Collina noch umsetzt, diese beiden Personen müssen wir mit hineinnehmen, dann ist es Korruption.“
Effenberg sieht „Katastrophe“ – drastische Worte von Ittrich
Trump hatte vor dem WM-Achtelfinale des US-Teams gegen Belgien offen zugegeben, dass er sich bei Infantino für eine Aufhebung der Sperre, die sich Balogun zuvor mit einem Platzverweis eingehandelt hatte, starkgemacht habe.
Infantino bestritt eine Einflussnahme des amerikanischen Präsidenten und verwies auf die Unabhängigkeit der FIFA-Disziplinarkommission. Eine genaue Begründung, warum Baloguns Sperre entgegen der von der FIFA selbst festgelegten Regel zur Bewährung ausgesetzt wurde, wurde nicht geliefert.
„Es ist doch eine Katastrophe für die Schiedsrichter“, schimpfte Effenberg weiter: „Sie treffen eine richtige Entscheidung und werden dann von einer anderen Instanz zurückgepfiffen, das macht den Fußball kaputt.“
Auf die Auswirkungen der skandalträchtigen Entscheidung machte auch Ex-Referee Patrick Ittrich aufmerksam: „Der Schiedsrichter Claus, der das Spiel gepfiffen hat, der ist für sein Leben lang angegriffen. Dem wird irgendwas nachgesagt, was er nicht gemacht hat. Der hat eine Rote Karte nach Intervention gegeben.“ Ittrich befürchtet gar: „Er wird kein Spiel mehr pfeifen, weil er öffentlich diskreditiert wurde.“
Gemeint ist der brasilianische Schiedsrichter Raphael Claus, der Balogun mit Rot vom Platz geschickt hatte. Trump hatte erklärt, dass der Unparteiische eine „verdächtige Vergangenheit“ habe. Handfeste Anhaltspunkte dafür lieferte er nicht.
Deutsche Ex-Weltmeister verurteilen Trump-Aussagen
Verurteilt wurde die Vorgehensweise Trumps und die mutmaßliche Rolle der FIFA im Doppelpass auch von den Ex-Weltmeistern Stefan Reuter und Pierre Littbarski.
„Die Mannschaft der USA hat unheimlich viele Sympathiepunkte gesammelt und mit dem Anruf von Trump hat er seiner eigenen Nationalmannschaft keinen Gefallen getan. Das hat sie extrem belastet und auch Balogun war nicht wiederzuerkennen“, befand Reuter.
Littbarski erklärte: „Ich bin Realist, denn das wird bei den nächsten Weltmeisterschaften auch Thema sein, aber das hat dort nichts zu suchen. Es passiert. Trump nutzt es medienwirksam und Infantino wird so lange sein Unwesen treiben, solange er im Amt ist.“