Für Michael Olise war es ein gebrauchter Abend. Der französische Nationalspieler fand bei der 0:2-Pleite gegen Spanien im WM-Halbfinale überhaupt nicht zu seinem Spiel. Eine – auch was die Statistiken angeht – mehr als überschaubare Leistung, wie man sie vom Star des FC Bayern ganz selten sieht.
WM 2026: So viel Kritik erntet Michael Olise selten
So viel Kritik erntet Olise selten
„Man hat das Gefühl, dass die individuellen Leistungen heute einfach nicht auf dem Maximum waren“, sagte Mats Hummels in seiner Rolle als Experte bei MagentaTV: „Allen voran Olise und (Ousmane, Anm. d. Red.) Dembélé, denen nicht viel gelungen ist. Olise habe ich selten so fahrig gesehen, dass er so viele Ballverluste hatte.“
Presse verteilt schlechte Noten an Olise
Der Offensivspieler blieb in seinen 72 Minuten laut Sofascore ohne einen einzigen Torschuss und war bei keinem seiner zwei Dribblings erfolgreich. Nur eine seiner vier Flanken fand einen Mitspieler, auch seine Passquote (76 Prozent) war schon einmal besser. Per Mertesacker sagte im ZDF: „Man hat es gesehen, Olise war nicht im Spiel.“
Die französische Zeitung L’Équipe bewertete Olises Leistung mit nur zwei von zehn möglichen Punkten. „Bei so viel Ungenauigkeit und so vielen Fehlern – sei es bei Pässen oder Dribblings –, die die ‚Bleus‘ regelmäßig in Schwierigkeiten brachten, konnte er einfach keinen Beitrag leisten“, schrieb das Blatt.
Das Portal RMC Sport gab dem 24-Jährigem drei von zehn Punkten. „Eine erste Halbzeit, die der Bayern-Spieler lieber vergessen möchte. (…) Er fand nicht richtig ins Spiel. In der zweiten Halbzeit war er zu unauffällig“, lautete die Kritik.
WM: Olise von Spaniens Defensive abgemeldet
Insgesamt kreierte Olise lediglich 0,07 xGoals, erschreckend wenig für den bis dato mit Abstand besten Vorlagengeber der WM (fünf Assists). Hummels merkte aber auch an, dass die spanische Defensivreihe gegen das Starensemble der Franzosen „sehr gut verteidigt“ hätte.
Zudem hatte der Angreifer nach einer Viertelstunde großes Glück, dass er nach einem harten Foul an Rodri ungeschoren davonkam. Er erwischte den Spanier mit offener Sohle am Knöchel, wofür er durchaus die Rote Karte hätte sehen können.
In der 72. Minute wurde Olise dann vorzeitig ausgewechselt. Für ihn kam Rayan Cherki ins Spiel, zur Verwunderung von Hummels, der einen klassischen Neuner erwartet hatte.
Olise-Auswechslung verwundert Hummels
„Das habe ich auch nicht verstanden. Ich war mir 100 Prozent sicher, dass wir (Marcus, Anm. d. Red.) Thuram oder (Jean-Philippe, Anm. d. Red.) Mateta sehen.“
Im Sechzehner hätten einfach die Zielspieler gefehlt, auch die Doppelsechs sei nicht genug vorgeprescht. „So musste alles perfekt gespielt sein und das haben sie heute nicht geschafft“, machte Hummels deutlich.
Vor dem Spiel hatte der ehemalige BVB-Profi noch von Olise geschwärmt. Er sei einer der „Top-3-Spieler der WM, Top-3-Spieler der Welt.“ Doch der Franzose konnte am Dienstagabend nicht an seine beeindruckenden Leistungen anknüpfen.