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„Schock!“ Wirbel bei Handball-EM

„Schock!“ Wirbel bei Handball-EM

Auch rund um die Handball-EM ist Corona das vorherrschende Thema. Frankreich und Serbien zeigen sich schockiert über die Gegebenheiten vor Ort.
Was für ein Spiel: Das DHB-Team bezwingt Frankreich im letzten EM-Test. Bundestrainer Alfred Gislason nimmt eine Auszeit, die er eigentlich gar nicht zu brauchen scheint.
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von Alexandra Müller

Corona ist natürlich auch bei der Handball-EM in Ungarn und der Slowakei das vorherrschende Thema.

Während das deutsche Team bislang vom Virus verschont geblieben ist, bestimmten etliche Infektionen bei anderen Nationen die Schlagzeilen. (NEWS: Alles Wichtige zur Handball-EM)

Als zahlreiche Stars auszufallen drohten, verkürzte die Europäische Handballföderation (EHF) die verpflichtende Quarantäne positiv getesteter Spieler für die EM kurzerhand von 14 auf fünf Tage.

Namhafte Profis wie die Kroaten Domagoj Duvnjak und Luka Cindric oder der Däne Jannick Green werden den Turnierstart zwar coronabedingt verpassen, dürfen sich aber für den weiteren Verlauf noch Hoffnungen machen.

Karabatic-Unmut über Corona-Vorkehrungen

„Es ist schon beängstigend, wenn man die Zahl an Infektionen im europäischen Handball sieht“, sagte DHB-Kapitän Johannes Golla in der ARD.

Beängstigens sind aber wohl auch die Gegebenheiten vor Ort - zumindest wenn man Berichten des französischen Teams glaubt. (DATEN Spielplan und Ergebnisse der Handball-EM)

Auf einer Pressekonferenz machten Les Bleus ihrem Unmut über die Organisation in Ungarn, wo Frankreich seine Vorrundenspiele austrägt, Luft.

„Wir waren verblüfft, um nicht zu sagen schockiert über die Bedingungen, unter denen der Wettbewerb stattfindet“, sagte der Starspieler Nikola Karabatic, nachdem seine Mannschaft in Szeged angekommen war, und fügte an: „Wir haben uns an strenge Protokolle gehalten, um uns nicht mit dem Virus anzustecken. Und dann kommen wir hier im Hotel unter Gästen an, die keine Masken tragen.“

Das Team müsse sogar in denselben Bereichen wie die anderen Hotelgäste essen, berichtete der 37-Jährige.

Corona-Vorschriften: Frankreich und Serbien schockiert

Frankreichs Keeper Vincent Gérard teilte den Eindruck: „Wenn wir ankommen und sehen, dass die Leute in Badeanzügen zum Hotelpool gehen, ohne Masken oder ähnliches, dann ist das ein Schock. Das Gesundheitsprotokoll sieht es zumindest anders vor“.

Auch Serbiens Trainer Toni Gerona schimpfte auf Twitter über die Zustände: „Normale Gäste ohne Masken im gleichen Bereich mit den Teams, keine Tests für alle Teams, Verzögerung bei den Tests“, schrieb der Spanier und erklärte, dass sein Team über eine Stunde darauf gewartet hatte, getestet zu werden.

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Als das Ergebnis schließlich kam, stellte sich heraus, dass bereits einige Spieler infiziert seien. „Wie können wir so spielen?“, fragte der Coach.

EHF von Sicherheitskonzept überzeugt

Die EHF ist von ihrem Sicherheitskonzept bei der Handball-EM indes überzeugt, eine Abbruchgefahr aufgrund der Corona-Pandemie sieht der Turnierausrichter nicht. (DATEN Die Tabellen der Handball-EM)

„Die Methoden sind bekannt, die Ziele bleiben gleich: Die Sicherheit aller Beteiligten hat oberste Priorität“, sagte EHF-Generalsekretär Martin Hausleitner der Handballwoche.

In der aktuellen Situation sei es „wichtig, flexibel zu bleiben, um schnell auf sich ändernde Umstände reagieren zu können. Diese Möglichkeit hat das Turnier-Management vor Ort“, so Hausleitner: „So können wir den Ablauf des Turniers garantieren, und ich sehe nicht die Gefahr eines möglichen Abbruchs.“

Handball-EM mit Zuschauern

Obwohl die Inzidenzen in den Ausrichterländern wie in ganz Europa zwar seit Wochen im dreistelligen Bereich und die Impfquoten deutlich unter der in Deutschland liegen, findet die EM sogar mit Zuschauern statt.

Die slowakischen Behörden haben eine Hallenauslastung von maximal 25 Prozent genehmigt, das entspricht im Vor- und Hauptrundenspielort der deutschen Mannschaft Bratislava 2500 Zuschauern. In Budapest, wo ab dem Halbfinale ausschließlich gespielt wird, und den anderen ungarischen Spielorten gibt es nach aktuellem Stand keinerlei Restriktionen.

DHB-Sportvorstand Axel Kromer betonte bereits die Taktik der deutschen Auswahl, um auch weiterhin vom Virus verschont zu bleiben: „Wir werden ähnlich oft in Hygieneflüssigkeiten wie in Harztöpfe langen.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)