Handball-EM>

Handball-EM: Erneutes Schweden-Drama! Am Ende wird es furios

Erneutes Schweden-Drama

Gastgeber Schweden erleidet bei der Handball-EM den nächsten Rückschlag. Im Kampf um das Halbfinale ist der Rekordsieger nun auf Schützenhilfe angewiesen.
Co-Gastgeber Schweden muss um das EM-Halbfinale zittern
Co-Gastgeber Schweden muss um das EM-Halbfinale zittern
© IMAGO/TT
Gastgeber Schweden erleidet bei der Handball-EM den nächsten Rückschlag. Im Kampf um das Halbfinale ist der Rekordsieger nun auf Schützenhilfe angewiesen.

Die nächste Überraschung bei der Handball-EM ist perfekt! Schweden und Ungarn haben sich im vorletzten Hauptrundenspiel mit 32:32 (14:16) getrennt.

Die hochgehandelten Skandinavier können damit nicht mehr aus eigener Kraft das Halbfinale erreichen und brauchen Schützenhilfe, um in der Hauptrundengruppe II noch an Kroatien oder Island vorbeizuziehen.

Am Dienstagabend spielten sich in der letzten Minute in Malmö dramatische Szenen ab: Ungarn spielte einen langen Angriff, verlor jedoch den Ball – Schwedens Keeper Andreas Palicka verfehlte daraufhin in letzter Sekunde mit seinem Wurf über das gesamte Feld nur knapp das leere gegnerische Tor.

Handball-EM: Schweden droht ein „Fiasko“

„Drama pur – Schweden in Schwierigkeiten“, schlug das schwedische Sportbladet Alarm. Die Tageszeitung Dagens Nyheter titelte: „Schweden steht nach Punktverlust kurz vor einem neuen Fiasko.“

Zwei Tage nach der deutlichen Pleite gegen Island stand der fünfmalige Europameister gegen Ungarn mächtig unter Druck, immer wieder wechselte die Führung zwischen beiden Teams. Nach einem nicht gegebenen Siebenmeter kurz vor Ende für die Ungarn versuchte es dann Keeper Palicka aus der Distanz - doch sein Versuch wurde nicht belohnt.

„Als ich den Ball aufnahm, dachte ich, es wären noch ein bis fünf Sekunden übrig, also dachte ich, ich müsste werfen. Und das tat ich auch. Leider verfehlte ich, und ich bin gerade total frustriert“, erklärte der ehemalige Torhüter der Rhein-Neckar Löwen, der in Halbzeit eins einen Siebenmeter gefangen hatte.

Magdeburg-Star tobt: „Ich bin echt sauer“

Bester Werfer des Spiels war der Schwede Felix Claar mit zehn Treffern. Angesichts des Ergebnisses war das für den Mann vom SC Magdeburg kein Trost.

„Ich habe heute alles gegeben, aber das hilft jetzt rein gar nichts. Es ist uninteressant, wer die Tore geworfen hat, wir brauchten zwei Punkte“, wurde er von Sportbladet zitiert.

Claar verdeutlichte seinen Unmut: „Ich bin echt sauer. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir dieses Spiel hätten gewinnen müssen. Wir kommen nie richtig ins Spiel und müssen ständig um unsere Führungen kämpfen.“ Jeder in der Mannschaft müsse sich noch steigern, forderte der 29-Jährige.

Schweden braucht Schützenhilfe

Bei den Schweden ruhen nun alle Hoffnungen auf Slowenien und Ungarn. Denn sollte am Mittwoch Slowenien gegen Island und Ungarn gegen Kroatien verlieren, wäre der Co-Gastgeber ausgeschieden – und das noch vor dem eigenen Spiel gegen die Schweiz um 20.30 Uhr.

Während die Kroaten am Mittwoch das Weiterkommen in der eigenen Hand haben, muss Schweden für den Halbfinaleinzug gegen die Eidgenossen ein besseres Ergebnis als die Isländer gegen Slowenien holen.

Möglich ist auch ein Dreiervergleich, sollte Kroatien unentschieden spielen und Schweden sowie Island ihre Spiele gewinnen. In diesem Fall hätten die drei Teams sieben Punkte auf dem Konto. Kroatien würde aufgrund der schlechteren Tordifferenz das Nachsehen haben und lediglich auf Platz drei landen.

Dyn-Experte Stefan Kretzschmar zeigte sich jedoch nicht sehr optimistisch: „Wenn ich die Schweden heute gesehen habe, das war schon ernüchternd und erschreckend. Als großen Favoriten neben Dänemark sehe ich sie jetzt nicht mehr.“

Handball-EM: Die Highlights der deutschen Spiele, der Halbfinals und des Finales auf SPORT1.de und in der SPORT1 App