Die ungarischen Schiedsrichter Adam Biro und Oliver Kiss waren es sicherlich nicht, die hauptentscheidend für die völlig überraschende EM-Niederlage der deutschen Handballer gegen Serbien waren. Zu schwach trat das Team von Alfred Gislason nach einer Vier-Tore-Führung zur Halbzeit im zweiten Durchgang auf und verlor letztlich mit 27:30.
Handball-EM: "Klare Fehlentscheidungen!" Bei Deutschland herrscht auch Schiri-Ärger
Schiri-Ärger bei deutschem Star
Dennoch zogen die Referees für ihre Regelauslegungen in mehreren Szenen den Ärger der deutschen Spieler auf sich. Miro Schluroff, mit sechs Treffern einer der Lichtblicke in der DHB-Auswahl, legte einen Tag nach dem herben Dämpfer nach. Auf Nachfrage von SPORT1 stellte er zwar klar, dass er „nie die Schuld auf irgendwelche Schiedsrichterentscheidungen schieben“ würde, wurde dann aber deutlich.
„Wir haben das Spiel selber verloren und das waren nicht die Schiedsrichter. Nichtsdestotrotz waren da in der zweiten Halbzeit für mich zu viele Aktionen auf unserer Seite, die klar anders entschieden hätten werden können“, sagte der wurfgewaltige Rückraumspieler und zählte gleich drei Szenen auf, die entscheidenden Einfluss auf den Spielausgang nehmen sollten.
Deutscher Star bemängelt drei Entscheidungen
In der 49. Minute kam Renars Uscins beim Stand von 21:22 während eines Abschlusses von halbrechts zu Fall. Erst wurde er gezogen, von einem weiteren Gegenspieler gab es einen leichten Stoß. Der Wurf verfehlte das Tor. Uscins schlug verzweifelt auf den Boden und stürmte wutentbrannt zum Wechsel in Richtung Bank. Einen „klaren Kontakt“ habe es gegeben, erklärte Schluroff. „Es gibt Abwurf, was für mich eine Zwei-Minuten-Strafe und 7 Meter ist.“
Szene zwei: In der 56. Minute fand Juri Knorr Johannes Golla mit einem starken Anspiel am Kreis. Beim Stand von 25:25 entschieden die Schiedsrichter auf Freiwurf, obwohl sich Golla in einer aussichtsreichen Abschlussposition befand und sein direkter Verteidiger klar im Kreis stand. „Knorr steht im Kreis, aber ist vorher ein klarer Siebenmeter“, sagte ARD-Experte Johannes Bitter bereits in der Live-Übertragung. Schluroff dazu: „Juri spielt Golli am Kreis frei und die Schiris pfeifen einfach rein und geben Freiwurf.“
Zudem sprach der Gummersbacher über die Angriffssequenz nach der verhängnisvollen Auszeit von Alfred Gislason: Schluroff zog zum Kreis, die Schiedsrichter entschieden auf Schrittfehler. „Ob das bei mir jetzt Schritte waren am Ende oder nicht, konnte ich noch nicht sehen. Ich hatte nicht das Gefühl.“
„Klare Fehlentscheidungen“ bei deutschem EM-Schock
Entsprechend kam der verärgerte EM-Debütant zu einem klaren Fazit: „Das sind für mich klare Fehlentscheidungen, die so nicht passieren dürfen. Auf der anderen Seite gibt es Freiwürfe und Siebenmeter, die meiner Meinung nach so nicht hätten gepfiffen werden müssen.“
Dennoch bringe es nichts, mit den Begleitumständen zu hadern. Ein Sieg mit drei Toren Unterschied im finalen Gruppenspiel gegen die noch unbesiegten Spanier würde den Einzug in die Hauptrunde bedeuten. „Wir wollen uns nicht auf die Schiedsrichter fokussieren, sondern auf uns. Wir wollen das verändern, was wir selbst in der Hand haben - und diese Entscheidungen haben wir nicht in der Hand“, erklärte Schluroff.