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Historische VAR-Entscheidung: Spiel wird nach Fehler wiederholt

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Historische VAR-Entscheidung: Spiel wird nach Fehler wiederholt

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VAR-Fehler! Spiel wird wiederholt

In Belgien wird ein Spiel wiederholt, weil der VAR einen Fehler begangen hat. Ein Vorfall, der nachdenklich macht.
In Belgien wird ein Spiel wiederholt
In Belgien wird ein Spiel wiederholt
© IMAGO/Photo News
SPORT1
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von SPORT1

Das hat es so wohl noch nicht gegeben: In Belgien wird ein Erstligaspiel wegen eines Fehlers des VAR wiederholt. Die Partie Genk gegen Anderlecht wird erneut über die volle Distanz gespielt, weil es beim ursprünglich im Dezember absolvierten Match zu einem Patzer kam.

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Genauer gesagt wurde eine Regel nach Eingriff des VAR nicht korrekt ausgelegt: In der 23. Minute war Genk ein Elfmeter zugesprochen worden. Bryan Heynan scheiterte zunächst an Kasper Schmeichel, ehe Yira Sor im Nachschuss doch noch traf.

Doch dann schaltete sich der VAR ein, Schiedsrichter Nathan Verboomen erkannte das Tor ab. Der Grund: Sor war bereits im Strafraum, als sein Mitspieler Heynan gegen den Ball trat. Verboomen entschied daher auf Freistoß für Anderlecht.

VAR-Fehler - oder falsche Regel-Auslegung?

Das Problem: Der VAR hatte übersehen, dass gleich zwei Anderlecht-Spieler ebenfalls vorschnell in den Sechzehner gelaufen waren. Die Regeln schreiben für diesen Fall eine Wiederholung des Elfmeters vor. Anderlecht hatte die Partie letztlich mit 2:1 gewonnen.

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Das Professional Referee Department, die Schiedsrichter-Vertretung der Liga, hatte die Szene zunächst ausschließlich als VAR-Fehler, quasi als Tatsachen-Entscheidung, beurteilt, und eine Spielwiederholung abgelehnt. Die Disziplinarkommission des Verbandes kippte diese Entscheidung jedoch und gab damit Genk Recht - der Klub hatte argumentiert, dass die Regel falsch ausgelegt worden sei.

Es ist ein so wohl bisher völlig neuer Vorgang im Profifußball. Offen ist, ob er zu einem Präzedenzfall für die Zukunft werden könnte. Es dürfte zumindest eher unwahrscheinlich sein. Allein schon, weil die Grenze zwischen einer fehlerhaften Entscheidung und einer falschen Regelauslegung in vielen Fällen wohl nur sehr schwer zu definieren wäre. Gerade das Streitthema Handspiel zeigt: Eine einheitliche Regelauslegung gelingt nur bedingt.

Der VAR ist praktisch seit seiner Einführung umstritten. Im englischen Profifußball gibt es auch deswegen mittlerweile einen unabhängigen Kontroll-Ausschuss, der die VAR-Entscheidungen in der Premier League untersucht. Es besteht aus drei ehemaligen Spielern oder Trainern sowie zwei Schiedsrichtern. Sämtliche Entscheidungen werden kontrolliert und per Abstimmung als korrekt oder falsch beurteilt.

Diese Zahlen machen nachdenklich

Bei ESPN wurden die Erkenntnisse jüngst veröffentlicht. In der abgelaufenen Saison wurden 25 Fehler festgestellt - bei 18 davon hatte der VAR fälschlicherweise nicht eingegriffen. Siebenmal wurde eine korrekte Entscheidung revidiert. In der laufenden Saison sind es bereits 20 Fehler, 17 Mal blieb der VAR dabei fälschlicherweise stumm.

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Nicht jeder Fehler ist dabei zwingend eine inkorrekte Auslegung der Regeln. Trotzdem geben diese Zahlen und die Wiederholung in Belgien zu denken.