Ziemlich genau ein Jahr versuchte Elye Wahi vergeblich bei Eintracht Frankfurt Fuß zu fassen. Zurück in Frankreich, benötigte der Angreifer nur exakt 8 Minuten und 23 Sekunden Anlaufzeit.
"Was für ein Comeback!"
„Was für ein Comeback!“
So viel Zeit verging nach seiner Einwechslung bis zu seinem ersten Tor. Nach einem Steilpass schlenzte Wahi den Ball sehenswert ins Netz (54.) und sicherte seinem neuen Klub OGC Nizza beim 1:1 (0:1) gegen Racing Straßburg damit einen Punkt.
Ligue 1: Eintracht-Leihgabe Wahi feiert Traumdebüt ohne Training
„Er ist vor drei Tagen angekommen, er hat noch nicht trainiert, er hat noch nicht an einer gemeinsamen Trainingseinheit teilgenommen, das sind ermutigende Zeichen. Er saß auf der Bank, kam ins Spiel und gab alles“, fasste Nizzas neuer Trainer Claude Puel Wahis ersten Auftritt zusammen.
Es sei gut für ihn, dass er gleich getroffen habe, ergänzte Puel: „Wir werden ihn weiter fördern, er hat viele Qualitäten. Es ist eine Win-Win-Situation.“
Bis Saisonende ist Wahi an den strauchelnden Klub von der Côte d‘Azur ausgeliehen, ohne Kaufoption. „Nizza muss wieder durchstarten - und ich auch“, betonte er an seinem 23. Geburtstag am Freitag im Rahmen seiner offiziellen Vorstellung.
Presse staunt über Wahi: „Was für ein Comeback!“
Der erste Schritt hat dann am Samstag eindrucksvoll geklappt. „Was für ein Comeback!“, schwärmte die Sportzeitung L‘Équipe, die Wahi auch gleich zum Spieler des Spiels kürte.
Nach seiner Einwechslung sorgte er „sofort für Gefahr“. Zwar ließ er noch Chancen auf weitere Tore ungenutzt, doch: „Sein großartiges Debüt für Nizza hat Lust auf mehr gemacht.“
Das zurückliegende Jahr in Deutschland beschrieb L‘Équipe als „einzige Katastrophe“ für den Stürmer, dem in 25 Pflichtspielen für Frankfurt nur ein Tor im DFB-Pokal gegen den unterklassigen FV Engers gelungen war.
Vor einem Jahr hatte sich die SGE für satte 26 Millionen Euro Wahis Dienste gesichert - verknüpft mit großen Erwartungen, die allerdings nicht erfüllt wurden. Hinzu kamen Unstimmigkeiten zwischen Wahi und dem Trainerteam sowie den Verantwortlichen des Klubs.
Warme Worte von Eintracht-Boss Krösche
Sportvorstand Markus Krösche gab ihm zum vorübergehenden Abschied ein paar warme Worte mit auf den Weg.
Er wünschte dem 23-Jährigen, „dass er sich sein Selbstvertrauen und Selbstverständnis zurückholt. Wir werden seinen Weg eng verfolgen und sind überzeugt, dass eine Leihe zu einem ambitionierten Klub in der aktuellen Situation für alle am sinnvollsten ist.“
Im Sommer wird sich zeigen, wie es mit dem Offensivspieler weitergeht. Sein Vertrag bei der Eintracht läuft noch bis 2030.
Trainerwechsel in Nizza kurz vor Wahi-Transfer
Zunächst scheint für Wahi, der in Montpellier ausgebildet und später in Lens und bei Olympique Marseille durchstartete, mit Nizza eine gute Lösung gefunden zu haben - obwohl sein früherer Förderer Franck Haise, mit dem er im Dezember schon Gespräche über einen Wechsel führte, kürzlich bei Nizza gehen musste.
Doch auch mit Nachfolger Puel fand er einen guten Austausch. „Wir haben über Fußball gesprochen, und das hat mich überzeugt“, berichtete Wahi bei seiner Vorstellung - und betonte: „Die letzten beiden Spielzeiten waren schwierig, deshalb bin ich motivierter denn je.“
Einen ersten Leistungsnachweis hat er mit seinem gelungenen Debüt inklusive Tor bereits erbracht.