Sandro Schwarz steht in seiner ersten Saison als Cheftrainer der New York Red Bulls direkt im Endspiel der amerikanischen Major League Soccer (MLS). Für den ehemaligen Mainz- und Hertha-Trainer besteht damit weiterhin die Chane auf seinen ersten Titelgewinn - und das ausgerechnet gegen den noch fraglichen Marco Reus, der in seiner Karriere noch nie Meister wurde, und die Los Angeles Galaxy.
Deutscher vor Sensation
Dass Schwarz‘ Team im Endspiel steht, gilt in den USA als große Überraschung. Als Siebtplatzierter der neun Playoff-Teilnehmer der Eastern Conference rechneten die wenigsten mit einem derartigen Lauf. Dennoch trotzte die Mannschaft allen Widrigkeiten und zog über Siege gegen Columbus Crew, New York City und Orlando City ins Endspiel ein.

Die Trainingsweise von Schwarz ähnelte in gewisser Weise an Coaches aus der NHL oder NBA. Nach der Regular Season stellte der 46-Jährige, der von Ex-Bundesliga-Angreifer Vedad Ibisevic auf der Trainerbank unterstützt wird, seine Mannschaft in den Playoff-Modus um - aus einer Vierer- wurde eine Fünferkette.
Schwarz erklärt Umstellung
„Es war das Ergebnis der Analyse aus dem letzten Spiel der regulären Saison gegen Columbus. Wir wollten im ballnahen Raum wie gesagt mehr in die Mannorientierung“, begründet der ehemalige Bundesliga-Coach beim kicker seine Entscheidung.
In den Playoffs kassierten die New Yorker lediglich zwei Gegentore und agierten viel weniger fehleranfällig als zuvor. Für Schwarz nicht überraschend: „Playoffs sind Cupspiele und da musst du am fraglichen Tag liefern, sonst bist du raus. In solchen Momenten musst du deine eigenen Grenzen nach oben schrauben.“
Der gebürtige Mainzer erwartet „ein sehr emotionales Spiel. Es ist ein Finale und wir spielen auswärts. Für uns ist es wichtig, den Unterschied zwischen Emotionalität und Mentalität aufzuzeigen.“
Schwarz-Team ist Außenseiter gegen Galaxy
Die Mannschaft aus dem Big Apple geht am Samstag als Außenseiter ins Duell gegen Los Angeles (22.00 Uhr im LIVETICKER), Schwarz mahnt deshalb zur Ruhe.
„Bei aller Bedeutung des Spiels dürfen wir emotional nicht überpacen. Und wir müssen sehr gut verteidigen - gegen die individuelle Qualität von Galaxy und ihre Abläufe“, sagte Schwarz, der zuletzt auch Lob von Marco Rose gelobt wurde.
Der 46-Jährige sei „ein toller Mensch, der die Jungs anzünden kann, und ich würde ihm natürlich als bester Freund nichts mehr wünschen, als dass er den Titel holt“, sagte der Coach von RB Leipzig.