Anzeige

Legende: "Wie viele müssen sterben?"

Legende: "Wie viele müssen sterben?"

Ex-Nationalspieler Gary Neville fürchtet bei einem vorschnellen Premier-League-Neustart um Menschenleben und findet deutliche Worte für das Risiko.
United-Star Harry Maguire hat in seinem Heimatort Mosborough Essenspakete an ältere Menschen verteilt.
Sportinformationsdienst
von Sportinformationsdienst
29.04.2020 | 18:19 Uhr

Der frühere englische Nationalspieler Gary Neville sieht eine zu schnelle Wiederaufnahme der Premier League mehr als skeptisch und fürchtet gar um das Leben der Beteiligten.

"Ich denke, wenn es nicht um wirtschaftliche Interessen ginge, würde monatelang kein Fußball gespielt werden", sagte die Klubikone von Rekordmeister Manchester United dem englischen Fernsehsender Sky Sports.

Unter anderem auch wegen der Coronakrise beenden Sportgrößen wie (v.l.) Vince Carter, Martin Fourcade und Fritz Dopfer ihre Karrieren
Martin Fourcade
ANTHOLZ ANTERSELVA, ITALY - FEBRUARY 23: Martin Fourcade of France in action during the IBU Biathlon World Championships Men's 15 km Mass Start Competition on February 23, 2020 in Antholz Anterselva, Italy. (Photo by Christophe Pallot/Agence Zoom/Getty Images)
Kaisa Mäkäräinen
+16
Wie das Coronavirus glorreiche Karrieren beendet

Für den 45-Jährige müsse der gesundheitliche Aspekt an erster Stelle stehen. Viele Spieler der Premier League würden zudem an Asthma oder Diabetes leiden und damit ein besonders hohes Risiko eingehen.

"Wie viele Menschen rund um die Premier League müssen sterben, bevor die Premier League ungenießbar wird? Einer? Ein Spieler? Wenn ein Mitglied des Funktionsteams auf der Intensivstation liegt? Ein wie hohes Risiko gehen wir ein? Die Diskussion ist rein wirtschaftlich", sagte Neville.

FIFA-Arzt empfiehlt: Kein Fußball bis September

FIFA-Amtsarzt Michel D'Hooghe hatte am Dienstag empfohlen, dass der Fußball aus medizinischer Sicht bis September ausgesetzt werden solle. Die Premier League plant ihren Spielbetrieb aber im Juni wiederaufnehmen.

Auch die Politik hatte sich zuletzt aufgeschlossen gezeigt, sollte das Virus bis dahin unter Kontrolle sein.

Die Runde im CHECK24 Doppelpass diskutiert die Veränderung im Fußball durch die Corona-Krise und wägt ab, welche Lehren man aus der Krise ziehen muss und was man verändern sollte.
04:27
Was die Fußball-Welt aus der Corona-Krise lernen muss

Deshalb sind einige Teams in dieser Woche bereits wieder auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Spieler und Staff sollen in nächster Zeit zur Sicherheit im großen Stil auf Corona getestet werden. Medienberichte zufolge sollen dafür rund 26.000 Tests zur Verfügung stehen.

Mit mehr als 21.000 Toten infolge einer COVID-19-Erkrankung ist das Vereinigte Königreich von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen.

UEFA-Komitee hält Fortsetzung für möglich

In Deutschland bereitet sich die Bundesliga aktuell auf einen möglichen Neustart im Mai vor.

Auch aus Sicht des medizinischen Komitees der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ist eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den weiteren europäischen Ligen unter Beachtung bestimmter Vorgaben möglich.

"Alle Fußball-Organisationen, die planen, ihre Wettbewerbe wieder aufzunehmen, werden umfassende Protokolle anfertigen, die sanitäre und betriebliche Bedingungen vorgeben, damit die Gesundheit der involvierten Personen gesichert und die öffentliche Ordnung beibehalten wird", sagte Tim Meyer, Vorsitzender des Komitees.