Wird Sancho auf der Insel wirklich happy?

Wird Sancho auf der Insel wirklich happy?

Mit einem Jahr Verspätung wechselt Jadon Sancho nun doch vom BVB zu Manchester United. In England erfuhr der Jungstar aber zuletzt wenig Liebe.
Jadon Sanchos Wechsel von Borussia Dortmund zu Manchester United ist nun unter Dach und Fach. Im ersten Interview als Spieler der Red Devils spricht der 21-Jährige über seinen neuen Klub.
Hier erklärt Sancho seinen United-Wechsel
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Felix Kunkel
von Felix Kunkel
am 24. Juli

„Ich kann es kaum erwarten, in der Premier League zu spielen“ – mit diesem Satz beginnt Jadon Sancho sein Abenteuer bei Manchester United.

Den Traum von der Rückkehr nach England hat der 21-Jährige auch in den vier Jahren bei Borussia Dortmund stets im Blick gehabt.

Beinahe hätte Sancho schon im vergangenen Jahr seine Koffer gepackt und sich dem englischen Rekordmeister angeschlossen. Mit ManUnited soll sich der Flügelstürmer damals bereits einig über die vertraglichen Konditionen gewesen sein. Doch der BVB blieb hart, loseisen konnte der Premier-League-Gigant seinen Wunschspieler seinerzeit nicht.

Sancho schießt BVB noch zu Pokalsieg

So verbrachte Sancho noch eine weitere Spielzeit im Trikot der Schwarz-Gelben – und das mit Erfolg! Zuletzt schoss der gebürtige Londoner den BVB zum Pokalsieg über RB Leipzig.

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Mit seinen zwei Toren und einer Vorlage avancierte er zum Matchwinner beim 4:1 im Finale. „Der DFB-Pokalsieg in der vergangenen Saison war ein krönendes Ende meiner Zeit beim BVB“, sagte der Profi nun selbst.

Und auch im Bundesliga-Endspurt stellte Sancho seinen Wert unter Beweis. Nach auskuriertem Muskelbündelriss trug er maßgeblich zur sicheren Champions-League-Qualifikation bei. Es war also kein verlorenes Jahr - für beide Seiten.

Rückblickend waren auch die rund acht Millionen Euro, die Dortmund 2017 für den damaligen Nachwuchsspieler an Manchester City überwies, ein Volltreffer.

Dass die Investition sich bezahlt machen würden, zeigte sich spätestens in der zweiten Bundesliga-Saison von Sancho. Ab diesem Zeitpunkt war er Stammspieler und Leistungsträger beim BVB. Insgesamt überzeugte der junge Engländer in seinen vier Spielzeiten in Deutschland mit 50 Toren und 64 Assists in 137 Pflichtspielen.

Mit ManUnited kämpf Sancho um die englische Meisterschaft

Sancho selbst betonte zum Abschied, er könne den Verantwortlichen von Borussia Dortmund nicht genug danken für die Chance, die sie ihm als sehr jungem Spieler geboten hätten. „Beim BVB konnte ich zu dem Spieler reifen, der ich heute bin“, sagte er nun rückblickend.

Nun warten für den gereiften Sancho auf der Insel neue und herausfordernde Aufgaben. Mit großer Vorfreude blickt der Neuzugang auf seine Zeit in Manchester: „Dies ist eine junge und aufregende Mannschaft und ich weiß, dass wir uns gemeinsam zu etwas Besonderem entwickeln können und den Fans den Erfolg bringen, den sie verdienen.“

Jadon Sancho ist der Königstransfer von Manchester United für die neue Saison. Doch das reicht den Red Devils nicht. Um Meister zu werden, sollen noch ein paar weitere namhafte Neuzugänge her.
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Die Titel sollen endlich wieder zu den Red Devils zurückkehren. Der Klub hat nicht nur mit Sancho aufgerüstet – auch Abwehrspieler Raphael Varane von Real Madrid steht offenbar kurz vor einem Wechsel ins Old Trafford. Im Kampf um die Meisterschaft soll auch Titelverteidiger und Lokalrivale Manchester City übertrumpft werden.

Solskjaer: „Sanchos Statistiken sprechen für sich selbst“

Neben dem attraktiven Titelkampf in der Premier League sieht Sancho bei United auch neue Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung. Mit United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer scheint er bereits einen großen Unterstützer auf seiner Seite zu haben.

„Jadon verkörpert genau den Spieler, den ich zu diesem Klub bringen will. Er ist ein Offensivspieler in der besten Manchester-United-Tradition“, sagte der Norweger über den Transfer.

Sancho werde in den kommenden Jahren ein wesentlicher Bestandteil seiner Mannschaft sein, führte Solskjaer weiter aus. „Seine Tor- und Assist-Statistiken sprechen für sich selbst, außerdem wird er dem Team enorme Schnelligkeit, Flair und Kreativität bringen.“

Der Poker ist endlich beendet, der Transfer von Jadon Sancho nach England offiziell bestätigt! Der BVB nennt die Ablösesumme für den Flügelspieler. Seine Vertragslaufzeit ist enorm.
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Dabei kommt die Verpflichtung des EM-Finalisten gerade zum richtigen Zeitpunkt. Aufgrund einer Operation an der Schulter fällt Stammkraft Marcus Rashford bis mindestens Oktober aus – für den Neuankömmling vom BVB ist das die Chance, sich zu beweisen und einen Stammplatz zu erkämpfen.

Sancho mit guten Aussichten auf Stammplatz

Die Lücke, die der Ausfall Rashfords auf der linken Seite hinterlässt, kann Sancho schließen. Bereits beim BVB war Sancho meist am stärksten, wenn er vorne auf der linken Seite spielte.

Sobald Rashford wieder fit ist, könnte er dann wieder die linke Seite übernehmen, während Sancho auf rechts rückt - eine Schwachstelle der Red Devils in den letzten Jahren.

Den beiden 19 Jahre alten Talente Amad Diallo und Facuno Pellistri und dem Waliser Daniel James hat die Neuverpflichtung auf dem Papier einiges an Erfahrung voraus. So sollte der 21-Jährige in Abwesenheit von Rashford in jedem Fall schnell einen Platz in der ersten Elf sicher haben.

Bank-Platz bei der EM und Rassismus-Ärger nach Elfer

Derzeit spricht demnach vieles dafür, dass Sancho auch auf der Insel glücklich wird.

Der Jungstar kehrt allerdings auch mit einer gewissen Hypothek in seine Heimat England zurück, aus der er im Sommer bei der EM nicht nur Liebe erfahren hat.

Beim Turnier ignorierte ihn Nationaltrainer Gareth Southgate über weite Strecken, ganze drei Einsätze und insgesamt 126 Minuten durfte Sancho sich zeigen - und wurde mit seinem verschossenen Elfmeter im EM-Finale gegen Italien auch noch zu einem der tragischen Helden. Die rassistischen Entgleisungen einiger Fans im Nachgang zählen zu den Tiefpunkten dieser EM.

Nun kann Sancho allen Fans und Zweiflern aber im Trikot der Red Devils Woche für Woche in der Premier League die passende Antwort geben und sein Können beweisen.