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Jetzt schlägt Havertz‘ Stunde

Jetzt schlägt Havertz‘ Stunde

Vom Helden im Champions-League-Finale zum Edel-Reservisten. Trotz einer bisher durchwachsenen Saison könnte Kai Havertz beim FC Chelsea nun voll durchstarten.
Kai Havertz könnte in den kommenden Wochen der entscheidende Faktor bei den Blues werden
Kai Havertz könnte in den kommenden Wochen der entscheidende Faktor bei den Blues werden
© Imago
. SPORT1
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von Robin Klausmann

Es war der größte Moment seiner bisherigen Karriere: Am 29. Mai 2021 stemmte Kai Havertz im Estádio do Dragão die Champions-League-Trophäe in den Nachthimmel Portos. Zuvor hatte der deutsche Nationalspieler in einem denkwürdigen Finale den Siegtreffer für den FC Chelsea gegen den Ligarivalen Manchester City erzielt.

Ein Tor, das ihm nicht nur einen festen Platz in den Herzen der Chelsea-Fans sicherte, sondern in seiner Entstehung auch einiges an Nerven kostete, wie er jüngst erklärte.

Spätestens nach diesem Auftritt zweifelte wohl niemand mehr daran, dass Havertz bei den Blues voll durchstarten und seinen Stammplatz unter Thomas Tuchel behaupten werde. Doch das Fußballgeschäft ist bekanntlich kurzlebig und so beging der Shootingstar die neue Spielzeit vor allem mit einer Sache: Druck.

Den bekam der Nationalspieler zu Beginn der Saison auch direkt zu spüren. „Wir haben erwartet, mehr von ihm in den Spielen zu sehen“, äußerte sich sein Trainer Thomas Tuchel Anfang Oktober zum schleppenden Start seines Hoffnungsträgers. Und in der Tat sprechen die Zahlen derzeit nicht für den 22-Jährigen: Nur in sechs Pflichtspielen stand der Aachener in dieser Saison in der Startelf der Blues, kam bei elf Einsätzen auf zwei Tore und eine Vorlage.

Tuchel macht Druck

Die magere Bilanz thematisierte auch Thomas Tuchel in der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Malmö FF: „Er ist ein wichtiger Spieler unserer Mannschaft, stand einige Male in der Startaufstellung und hat eine gute Vorbereitung gespielt. Es fehlen aber schlicht und ergreifend die entscheidenden Dinge: Tore und Vorlagen.“

Dabei machte der ehemalige Coach des BVB auch keinen Hehl um die ausbaufähige Form seines Schützlings und entgegnete auf die Frage eines Journalisten, ob Havertz noch nicht auf dem erhofften Top-Niveau angelangt sei trocken: „Ja, das ist Fakt.“

Doch auch Tuchel weiß nicht erst seit dem Champions-League-Finale um die Qualitäten des Offensiv-Allrounders und möchte ihn auf seinem Weg zu alter Form unterstützen. „Wir glauben an ihn und der Rest muss von ihm kommen. Er ist in Form, bei guter mentaler Verfassung und weiß, wofür er kämpft. Er muss sich in die Mannschaft zurück kämpfen und das kann jederzeit passieren.“

Havertz liefert auf Bestellung

Und genau das tat Kai Havertz nach seiner Einwechslung für den verletzten Romelu Lukaku in der 23. Minute beim 4:0-Heimsieg gegen Malmö, bei dem auch Timo Werner verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste.

Dieser Treffer dürfte ihm gut getan haben: Kai Havertz veredelt nach Vorlage von Callum Hudson-Odoi
Dieser Treffer dürfte ihm gut getan haben: Kai Havertz veredelt nach Vorlage von Callum Hudson-Odoi

Nach zuvor einigen guten Aktionen veredelte Havertz ein Zuspiel des ebenfalls eingewechselten Callum Hudson-Odoi in der 48. Minute zum zwischenzeitlichen 3:0 für die Blues.

Ein Treffer, der dem Nationalspieler erkennbar gut tat, wie er nach dem Spiel zugab: „Man muss immer bereit sein. Es ist immer schwer, nach einer Einwechslung ins Spiel zu kommen, aber ich habe mein Bestes gegeben und ein Tor geschossen. Das fühlt sich sehr schön an.“

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Harte Wochen für den FC Chelsea

Dieses Tor dürfte zum richtigen Zeitpunkt kommen, denn auf die Blues kommen harte Wochen zu: In Champions League, Premier League und EFL Cup warten im eng getakteten Kalender sechs Gegner in nur 17 Tagen auf die Jungs von Trainer Thomas Tuchel.

Die Verletzungen von Lukaku und Werner kommen für den Trainer zur Unzeit: „Wir haben einen verdrehten Knöchel bei Romelu und eine Muskelverletzung am Oberschenkel bei Timo. Ich gehe davon aus, dass sie ein paar Tage ausfallen.“

In den Ausfällen seiner Offensiv-Stars sieht er aber auch eine Chance für die bisherigen Reservisten: „Wenn sie spielen, müssen sie hungrig und entschlossen sein, das haben sie heute gezeigt.“

Nun ist es also an Kai Havertz, in die Bresche zu springen. Die nächste Möglichkeit dafür hat der Youngster bereits am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Norwich City.