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Hammers mischen Premier League auf

Hammers mischen Premier League auf

London ist seit neuestem um ein Top-Vier-Team reicher. West Ham mischt die Liga auf und hat sich klammheimlich in die Spitzengruppe gekämpft.
Um möglichen Folgeschäden am Gehirn vorzubeugen, hat der englische Fußballverband FA erneut umfangreiche Anpassungen beim Kopfballtraining angeregt.
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von Robin Klausmann

Manch einer staunt nicht schlecht, wenn er derzeit die Tabelle der Premier League betrachtet.

Neben den üblichen Verdächtigen Chelsea, Liverpool und Manchester City findet sich in dieser Saison nämlich auch ein vermeintlicher Underdog im Kampf um die Champions-League-Plätze: West Ham United. (DATEN: Die Tabelle der Premier League)

Die Hammers legen bisher eine Spielzeit nach Maß hin, stehen nach zehn Spieltagen auf dem vierten Tabellenplatz und haben mit den bisherigen 20 Punkten kurzerhand ihren Startrekord aus der Saison 2015/16 eingestellt.

Dazu im EFL-Cup mal eben beide Top-Klubs aus Manchester nach Hause geschickt und mit zehn Punkten und 10:2 Toren Tabellenführer der Gruppe H in der Europa-League, gleichbedeutend mit dem Einzug in die K.o.-Runde - es könnte schlechter laufen für das Team von Trainer David Moyes, der nach seinem missglückten Abenteuer bei Manchester United schon von einigen Experten abgeschrieben worden war.

West Ham hat das Momentum auf seiner Seite

„Die große Frage, die vor der Saison gestellt wurde, war, ob wir das nach der Qualifikation für Europa wieder schaffen können. Wir haben herausgefunden, dass wir es können“, erklärte Youngster Declan Rice nach dem 4:1-Erfolg der Londoner gegen Aston Villa am vergangenen Sonntag.

Der Sieg war nicht nur der dritthöchste Auswärtssieg in der Premier League, sondern auch der wettbewerbsübergreifend fünfte in Folge. Am Sonntag könnten die Hammers mit einem Heimsieg im direkten Duell sogar am FC Liverpool vorbeiziehen. (Premier League: West Ham United - FC Liverpool am Sonntag ab 17.30 Uhr im LIVETICKER)

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Die Formkurve der Londoner zeigt steil nach oben, der letzte Punktverlust liegt einen Monat zurück und in der Premier League behauptete sich West Ham unter anderem bereits gegen City-Schreck Crystal Palace, Leicester City und Tottenham Hotspur. (SERVICE: Alle News zur Premier League)

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr und hängt maßgeblich mit einem Mann zusammen: David Moyes.

„Wir hatten über ein Jahr lang einen Feel-Good-Faktor, seit die Angst weg ist, absteigen zu können. Das hatte West Ham schon länger inne, aber jetzt fühlen wir uns viel besser. Wir fühlen uns wie eine Mannschaft, die in der Liga und auch in den Pokalwettbewerben konkurrenzfähig sein kann“, erklärte der Schotte vor dem Spiel gegen Aston Villa selbstbewusst.

Seit Dezember 2019 im Amt, rettete er den Klub nach drei verkorksten Jahren zunächst vor dem Abstieg, um ihn in der Folgesaison in die Europa League zu führen. Am Donnerstag wird der Schotte im Europa-League-Spiel gegen den KRC Gent zum 1.000. Mal als Trainer an der Seitenlinie stehen und hat gute Chancen, seinen Meilenstein mit einem Sieg feiern zu dürfen.

Michail Antonio in der Form seines Lebens

Dafür sorgen könnte einmal mehr das Offensiv-Trio um Michail Antonio, Said Benrahma und Jarrod Bowen, von denen in dieser Saison allein Antonio auf sechs Treffer und drei Vorlagen kommt und damit drittbester Torschütze der Premier League ist.

Michail Antonio (M.) beim Jubel nach seinem Tor gegen Tottenham Hotspur
Michail Antonio (M.) beim Jubel nach seinem Tor gegen Tottenham Hotspur

Während Bowen besonders in den vergangenen Wochen immer mehr in Fahrt kommt, ist der Jamaikaner Antonio seit der Rückkehr von Moyes die wohl wichtigste Offensiv-Stütze der Hammers und kam seither auf 28 Scorerpunkte in 50 Premier-League-Einsätzen.

Bowen ist dabei nur einer von vielen unterschätzten Transfers unter Moyes, die spätestens jetzt voll einschlagen. Tomas Soucek ist aus der ersten Elf ebenso wenig wegzudenken wie Benrahma oder Kurt Zouma. Alle vier haben sich schnell in die Mannschaft integriert und konnten für vergleichsweise wenig Geld verpflichtet werden.

Die Transferpolitik der Hammers trägt Früchte und das spiegelt sich in den Ergebnissen wider. Vor allem defensiv zeigen sich die Londoner dieses Jahr wieder gefestigter - vom einmal mehr erstarkten Lukasz Fabianski über Zouma bis hin zum Malocher-Duo Soucek und Rice auf der Doppel-Sechs.

Kader von West Ham ist breit aufgestellt

Die Abwehr steht stabil und selbst Reservisten wie Neuzugang Alphonse Areola, der im EFL-Cup gegen Manchester City spielen durfte, zeigen herausragende Leistungen. Wie wichtig ein breiter, leistungsbereiter Kader ist, weiß Trainer Moyes. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

„Wir haben viele Spieler, die ein ähnliches Niveau haben und leicht in der Mannschaft sein könnten. Alle möchten sich beweisen, und ich denke, das haben sie auch getan. Sei es im Pokal oder in den europäischen Spielen. Es gibt immer wieder Phasen mit Verletzungen, Sperren und allem möglichen, und wir brauchen jeden, der bereit und fit ist, um zu spielen. Bisher hat mich keiner von ihnen enttäuscht“, erklärte der Hammers-Coach.

Wie weit ihn dieser Kader tragen kann, könnte sich bereits in den nächsten Wochen zeigen: Auf den Tabellenvierten warten alleine im Dezember neun Pflichtspiele in Premier League, EFL-Cup und Europa League.