Anzeige

Klopps Torwart-Revolution

Klopps Torwart-Revolution

Der FC Liverpool holt sich mit Brasilien-Legende Claudio Taffarel einen dritten Torwarttrainer ins Boot. Werden die Reds zur Torwart-Großmacht?
Jürgen Klopp ist in einer Pressekonferenz mit einem afrikanischen Reporter aneinandergeraten. Dieser hatte eine ironisch gemeinte  Aussage des Liverpool-Trainers falsch interpretiert.
. SPORT1
. SPORT1
von Alexandra Müller

Der FC Liverpool will im Torhüter-Bereich künftig Maßstäbe setzen.

Dazu hat sich Chefcoach Jürgen Klopp einen weiteren Torwarttrainer ins Team geholt - und es handelt sich um keinen Geringeren als Brasilien-Legende Claudio Taffarel. (NEWS: Alles zur Premier League)

Der 55-Jährige, der parallel auch Torwarttrainer der Selecao bleiben wird, soll gemeinsam mit den bisherigen Torwarttrainern John Achterberg und Jack Robinson arbeiten und nicht weniger als eine Revolution bei den Reds anschieben.

„Wir wollen eine Art eigene Philosophie für das Torwartspiel entwickeln, denn wir sind uns alle einig, dass es ein ganz eigenes Thema ist, und deshalb wollten wir eine andere Sichtweise entwickeln“, erklärte Klopp auf der vereinseigenen Homepage. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Liverpool will Revolution vorantreiben

„Was die Torhüter angeht, haben wir Alisson Becker, der für uns der beste Torwart der Welt ist. Wir haben Caoimhín Kelleher, den wir wirklich für einen außergewöhnlichen Spieler halten. Wir haben Adrián, der seine Qualitäten gezeigt hat, seit er hier ist“, führte der Deutsche weiter aus und nannte zudem Marcelo Pitaluga und Harvey Davies aus der Jugendakademie.

„Wir haben also fünf Torhüter in verschiedenen Altersklassen, was großartig ist.“ Aber für Klopp noch lange nicht genug: „Wir wollen noch mehr von diesen Jungs haben.“

Claudio Taffarel arbeitet als Torwarttrainer bei Liverpool
Claudio Taffarel arbeitet als Torwarttrainer bei Liverpool

Das Ziel sei es, „eine der besten Torwartschulen im Weltfußball“ zu werden. „Wir wollen unsere eigene Torwartphilosophie entwickeln“, ergänzte Klopp am Freitag. (BERICHT: Thiago lässt Anfield staunen)

Taffarel stelle für dieses Vorhaben „eine wirklich gute Ergänzung zu unserem gesamten Trainerstab“ dar, betonte der 54-Jährige und fügte an: „Wir glauben wirklich, dass er uns eine andere Sichtweise bieten kann.“

Alisson sorgt für Taffarel-Verpflichtung

Als treibende Kraft hinter der Verpflichtung Taffarels gilt Alisson Becker, der im Sommer einen neuen Sechsjahresvertrag unterschrieben hat und bis mindestens 2027 die Nummer 1 im Tor bleiben soll. Die beiden arbeiten bereits seit vielen Jahren in der brasilianischen Nationalmannschaft zusammen.

Natürlich wirft die Verpflichtung des Brasilianers auch die Frage nach der langfristigen Zukunft von Achterberg auf, der schon seit vielen Jahren eine feste Größe in Anfield ist.

Jürgen Klopp ist in einer Pressekonferenz mit einem afrikanischen Reporter aneinandergeraten. Dieser hatte eine ironisch gemeinte  Aussage des Liverpool-Trainers falsch interpretiert.
02:03
PK-Zoff! Reporter verlangt Klopp-Entschuldigung bei ganz Afrika

Der Niederländer pflegt ein enges Verhältnis zu Klopp und ist bei der Führungsriege und den Mitarbeitern des Klubs sehr beliebt. Und wie Klopp am Freitag verkündete, hat Achterberg sogar seinen Vertrag verlängert: „Die Leute ziehen sehr oft falsche Schlüsse aufgrund einiger Dinge. John ist der Chef der Torwartabteilung und Taffa ist eine wunderbare Ergänzung dazu.“

Fans feiern Liverpool-Coup

Dabei bringt Taffarel auch durch seine Herkunft neue Impulse in die Mannschaft, denn „unterschiedliche Kulturen sind auf dem Trainingsplatz wichtig“, betonte Klopp, der zudem einen weiteren Vorteil erkannte: „Er ist ein brillanter Typ und älter als ich, was wichtig ist, denn ich war der Älteste im Trainerstab!“

Viele Fans zeigten sich ob des Klopp-Coups begeistert. „Das sind großartige Neuigkeiten“, schrieb ein User, ein anderer teilte mit: „Ich liebe diese Idee.“

Während es bei den Reds also in Zukunft drei Torwarttrainer gibt, verfügen viele andere Premier-League-Klubs lediglich über einen - selbst Top-Teams wie Chelsea, Manchester City, Manchester United oder Arsenal.

Auf den ersten Blick mutet es zwar seltsam an, beinahe so viele Torwarttrainer wie aktive Keeper zu haben. Auf lange Sicht könnte das für Liverpool aber zum wichtigen Trumpf werden.