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FC Chelsea: Abramowitsch-Rückzug - das sagen Nagelsmann und Tuchel

“Armselig“: Abramowitsch abgewatscht

Roman Abramowitsch kündigt an, Macht beim FC Chelsea abgeben zu wollen. An der Ehrlichkeit seiner Absichten gibt es aber große Zweifel. SPORT1 fasst Reaktionen zusammen.
Die Tochter von Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch sorgt mit einer Instagram-Story für Aufsehen. Dort teilte sie Posts gegen Wladimir Putin.
Roman Abramowitsch kündigt an, Macht beim FC Chelsea abgeben zu wollen. An der Ehrlichkeit seiner Absichten gibt es aber große Zweifel. SPORT1 fasst Reaktionen zusammen.

Der mächtige und umstrittene Boss Roman Abramowitsch gibt seine Macht beim FC Chelsea ab - oder etwa nicht?

Der russische Milliardär hatte sich wenige Tage nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine zu Wort gemeldet und erklärt hat, er werde „den Treuhändern der gemeinnützigen Chelsea-Stiftung die Verwaltung und Betreuung des FC Chelsea“ übergeben.

Doch es gibt einige Stimmen, die bezweifeln, dass es sich hier um eine ehrliche Aktion handelt - und nicht nur um reine Augenwischerei. (BERICHT: Chelsea-Hammer durch Abramowitsch)

SPORT1 fasst Reaktionen zum Abramowitsch-Rückzug zusammen:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern): „Ich lese, dass gewissen Personen Geldströme verwehrt werden. Dazu könnte auch Abramowitsch gehören, da müsste ich aber die Hintergründe genauer kennen. Wir sind alle für den Frieden. Mein Wunsch ist, dass bald wieder Frieden herrscht.“

Micah Richards (Ex-ManCity-Spieler bei Sky): „Wir brauchen schon mehr als das. Nach all den Verwüstungen, die wir in den letzten Tagen in der Ukraine gesehen haben, einfach mit einer Erklärung herauszukommen und zu sagen, dass man es einer Wohltätigkeitsorganisation übergibt, finde ich armselig. Sie (Chelsea) können viel mehr tun, und es gibt so viele Fragen, die gestellt werden müssen. Was soll diese Erklärung überhaupt bedeuten? Wenn man die Erklärung liest, ist es fast so, als ob sie in einem Code geschrieben wäre, als ob man sagen würde: ‚Wir wollen Ihnen nicht sagen, was passiert, aber hier, lesen Sie das und nehmen Sie es auseinander und überlegen Sie, was es bedeutet.‘“

Thomas Tuchel (Trainer FC Chelsea): „Es gibt so viele Ungewissheiten rund um unseren Klub und die Situation in Großbritannien, dass es keinen Sinn macht, wenn ich dies kommentiere.“

Reaktionen der englischen Presse:

Alex Cole (Journalist bei The Sun): „Abramowitschs Konten sollten eingefroren werden. Wenn er nicht sanktioniert wird, kann er so viel Geld in den Verein reinpumpen, wie er möchte.“

Andy Dillon (Journalist bei The Sun): „Abramowitsch hat Chelsea in andere Sphären gebracht, doch die Fans der ‚Blues‘ sollten nicht damit rechnen, ihn bald wiederzusehen.“

Liam Twomey (Journalist bei The Athletic): „Ich glaube, man wollte so kurz vor dem Pokalfinale über die Situation aufklären, aber das Statement von Abramowitsch wirft eine Menge neuer Fragen auf. Ich bin nicht sicher, ob das dem Team und Tuchel helfen wird.“

Matt Barlow (Journalist bei The Mail on Sunday): „Roman Abramowitsch hält sich weiterhin bedeckt ... niemand außerhalb seines inneren Kreises wird wissen, ob Chelsea zum Verkauf steht, bis das nächste emotionslose Statement veröffentlicht wird.“

Oliver Holt (Journalist bei The Mail on Sunday): „Es ist besser, sich auf das zu konzentrieren, was Roman Abramowitsch mit seinem Statement nicht gesagt hat. Kein Bedauern, dass Russland in die Ukraine einmarschiert ist, keine Distanzierung von Putin und kein Bedauern, seine Spieler in eine schreckliche Position gebracht zu haben.“

Piers Morgan (britischer Reporter und Moderator): „Die Worte eines Wiesels. Wo bleibt die Verurteilung von Putins Invasion in der Ukraine? Wenn Abramowitsch wirklich beweisen will, dass er keine Putin-Marionette ist, sollte er den Krieg laut und deutlich anprangern. Aber das tut er nicht ...“

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Das Abramowitsch-Statement im Wortlaut:

„In den fast 20 Jahren, in denen ich Eigentümer des FC Chelsea bin, habe ich meine Rolle immer als Hüter des Klubs gesehen, dessen Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass wir heute so erfolgreich sind, wie das heute der Fall ist, während wir etwas für die Zukunft aufbauen und gleichzeitig auch eine positive Rolle in unseren Gemeinden spielen. Ich habe meine Entscheidungen immer im besten Interesse des Clubs getroffen. Ich bleibe diesen Werten verpflichtet. Aus diesem Grund übertrage ich heute den Treuhändern der gemeinnützigen Chelsea-Stiftung die Verwaltung und Betreuung des FC Chelsea. Ich glaube, dass sie derzeit am besten in der Lage sind, die Interessen des Vereins, der Spieler, der Mitarbeiter und der Fans zu wahren.“