Die Nerven liegen blank beim FC Chelsea.
FC Chelsea am Tiefpunkt: "Gründe hinter den Kulissen klar zu sehen"
Chelsea-Tief: „Gründe klar zu sehen“
Mit zuletzt sechs Niederlagen in Folge in der Premier League - vier davon unter Frank Lampard, der den Trainerposten Anfang April von Graham Potter übernommen hatte - schlittern die Blues immer tiefer in die Krise.
Nach dem vorläufigen Tiefpunkt gegen den FC Arsenal, verreißen Experten das Spiel des Teams als „Schande“ und „absolut schockierend“ - und auch Lampard selbst nimmt kein Blatt mehr vor den Mund.
„Die Leistung in der ersten Hälfte war bei weitem nicht gut genug“, kritisierte der 44-Jährige sein Team bei Sky Sports nach dem Match und fügte hinzu: „Wir sind zu nett, zu passiv.“ Die Blues, bei denen Kai Havertz in der Pause für den glücklosen Pierre-Emerick Aubameyang kam, lagen bei der 1:3-Pleite bereits zur Halbzeit mit 0:3 hinten.
Natürlich habe die vergangene Pleitenserie einen Einfluss auf das Selbstvertrauen der Spieler, gab Chelseas Rekordtorschütze mit 211 Treffern zu, wollte dies jedoch nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Wenn man für Chelsea spielt, gibt es ein Leistungsniveau. Man kann wenig Selbstvertrauen haben und trotzdem eine dynamische Seite zeigen.“
Daher spiele es für Lampard keine Rolle, wie es zu der Leistung gegen Arsenal gekommen sei. In der aktuellen Situation zähle es nur, „die Lage zu verstehen und hart zu arbeiten“.
Lampard bittet um Geduld: „Wird sich nicht über Nacht ändern“
Dass die Fans während der Arsenal-Pleite lautstark den ehemaligen Chelsea-Präsidenten Roman Abramowitsch feierten, kann Lampard verstehen. Nach dessen Übernahme des Vereins war Chelsea „20 Jahre ein großer Erfolg, aber im Moment sind wir nicht in dieser Position“. Am aktuellen Klubboss, dem US-Milliardär Todd Boehly, entzündet sich inzwischen viel Kritik.
Nach eigener Darstellung sind Lampard die Gründe für das sportliche Tief durchaus bewusst: „In der Zeit, in der ich hier war, sind die Gründe hinter den Kulissen, auf dem Trainingsgelände, klar zu sehen.“ Es sei aktuell „für die Gegner schön, gegen uns zu spielen“ - und das sei gegen jeden Kontrahenten spürbar.
Für die kommenden Wochen fordert der Blues-Coach vollen Einsatz, um schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur der vergangenen Jahre zurückzufinden. „Das wird sich jedoch nicht über Nacht ändern“, bittet er um Geduld.
Zumindest kann sich der sechsmalige englische Meister am kommenden Wochenende gegen den FC Bournemouth wieder etwas Kredit bei den Fans verschaffen. Mit einem Heimsieg wäre die Pleitenserie beendet und ein drohendes Abrutschen in den Abstiegskampf wohl endgültig verhindert.
Bei einer weiteren Niederlage würde Bournemouth jedoch an Chelsea vorbeiziehen und Lampard und die Blues-Fans in noch tiefere Verzweiflung stürzen.