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Mit zwei Ex-Leverkusenern! Winkt diesem PL-Team die Champions League?

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Mit zwei Ex-Leverkusenern! Winkt diesem PL-Team die Champions League?

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Außenseiter mischt England auf

Aston Villa schiebt sich mit dem 2:1-Sieg am Sonntag gegen die Tottenham Hotspur auf einen CL-Rang in der Premier League – und schickt sich an, die erfolgreiche Vereinshistorie wieder auferleben zu lassen.
Der englische Premier-League-Klub Aston Villa hat mit Unai Emery einen neuen Trainer gefunden. Bei seiner Verabschiedung von Villarreal wurde Emery emotional.
Benjamin Zügner
Benjamin Zügner

Siebenmaliger englischer Meister, siebenmaliger FA-Cup-Sieger, auch den Europapokal der Landesmeister holte das Team einst. Kaum einer dürfte bei dieser reich geschmückten Trophäensammlung allerdings an Aston Villa denken.

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Die großen Erfolge des Klubs aus dem Birminghamer Stadtteil Aston liegen Jahrzehnte zurück, der letzte Meistertitel gar 42 Jahre. Überraschend stehen die Villans nach 13 Spieltagen der Premier League nun aber wieder auf Tabellenrang vier, erstmals seit dem 27. Dezember 2009 – noch vor Tottenham, Manchester United oder dem FC Chelsea. Eine Sensation – oder kommt der Erfolg doch gar nicht so überraschend?

In der Saison 2018/19 noch in der zweiten Liga aktiv, fand der Traditionsklub wieder in die Erfolgsspur: Aufstieg in die Premier League, Klassenerhalt, Mittelfeldplatz, bevor Steven Gerrard als Trainer übernahm. Doch wer dachte, unter der englischen Fußball-Ikone würde der Durchmarsch so fortschreiten, der irrte. Nur Platz 14 blieb am Ende der vorvergangenen Saison auf dem Tableau stehen – bis Unai Emery kam.

Mit Emery und zwei Ex-Leverkusenern auf Kurs

Der spanische Trainer, einst erfolgreich mit dem FC Sevilla (vier Europa-League-Titel!), Paris Saint-Germain oder dem FC Arsenal, sollte den Klub weiter fordern, fördern und in lange nicht mehr dagewesene Tabellen-Gefilde führen. Gar zum Bayern-Schreck wurde Emery als er mit Villarreal die Münchner sensationell aus der Königsklasse warf. Aston Villa musste nicht lange überlegen, eine Ablöse von sechs Millionen Euro für den Coach hinzublättern.

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Und der Plan ging auf. Aston Villa spielt – wohl weitgehend unter dem Radar – bereits international. In der UEFA Conference League stehen die Villans bereits nach vier der sechs Gruppen-Spieltage als Teilnehmer der Hauptrunde fest.

Das Kernstück dabei: Die Offensive. Mit bereits 31 Ligatoren in 13 Partien stellt Villa nach Manchester City, geteilt mit Newcastle, die zweitbeste Angriffs-Abteilung der Liga. Dabei unterstützen auf den Außenbahnen zwei ehemalige Leverkusen-Stars: Moussa Diaby auf rechts, Leon Bailey auf links. Die pfeilschnellen Flügelflitzer füttern dabei in der Mitte vor allem den hierzulande noch weitgehend unbekannten Ollie Watkins.

Der 27 Jahre alte Engländer erzielte bereits sieben Saisontreffer und assistierte bei weiteren fünf - eine beachtliche Quote. Dass der Mann, der 2020 für 34 Millionen Euro aus Brentford kam, auf dem deutschen Markt kaum bekannt ist, spiegelt dabei den Ansatz des Klubs wider: Vereinzelte große Namen, einige Eigengewächse, allen voran aber ein funktionierendes, gut angeleitetes Konstrukt mit insgesamt 17 A-Nationalspielern.

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Aston Villa: Ein argentinischer WM-Held im Tor

Die eingängigen Namen lauten derweil wie folgt: Youri Tielemans, belgischer Nationalspieler und einst als Jahrhundert-Talent gefeiert, Lucas Digne und Clement Lenglet, beides ehemalige Franzosen des FC Barcelona – und Emiliano Martinez. Der polarisierende argentinische WM-Held, nicht nur aufgrund obszöner Jubelarien, soll die Defensive zusammenhalten.

Und genau hier liegt das einzige klar zu definierende Problem des Teams. Mit nahezu 1,5 Gegentoren pro Ligaspiel ist die Hintermannschaft die schlechteste der aktuellen Top-Sieben der Tabelle. Kaum ein Spiel geht gänzlich ohne Gegentor über die Bühne.

Der letzte Clean-Sheet datiert zurück auf den 5. Oktober – ein 1:0-Sieg gegen den bosnischen HŠK Zrinjski Mostar in der Conference League. Dabei macht die Defensive laut transfermarkt.de stolze 185 der rund 630 Millionen Euro des Kaderwerts aus – Torhüter nicht mit eingerechnet.

Ohne eine gewisse Finanzkraft geht es also auch bei Aston Villa nicht – oder gerade hier nicht. Diaby kam vor der Saison für 55 Millionen, insgesamt wanderten kumuliert mit anderen Deals knapp 100 über den Tisch, bei nur 32 Millionen Euro Einnahmen.

Mit Finanz-Unterstützung in die Champions League?

Für einen Mittelklasse-Klub aus der Bundesliga wäre das undenkbar. Wer allerdings seine Anteilseigner-Historie hat, die sich aus dem englischen Multi-Millionär Doug Ellis, dem US-Unternehmer Randy Lerner und dem chinesischen Geschäftsmann Xia Jiantong speist, der weiß: So ganz fußball-romantisch geht es im englischen Spitzen-Fußball kaum noch zu.

Mittlerweile besitzt eine ägyptische Firma namens NSWE, deren Köpfe die Milliardäre Nassef Sawiris und Wes Edens sind, sämtliche Anteile.

Und die setzen darauf, dass das Gründungsmitglied der Premier League an alte Erfolg anknüpft. Vielleicht sogar mit einer Champions-League-Teilnahme in der kommenden Spielzeit.