Andy Robertson musste etwas schmunzeln. Ja, das sei schon ein ziemlich seltenes Tor gewesen, was er da erzielt hatte, gab der Schotte am Mikrofon von ESPN zu.
Der unverhoffte Matchwinner des FC Liverpool
Liverpools unverhoffter Matchwinner
„So viele habe ich in meiner Liverpool-Karriere ja nicht geschossen”, feixte der 31-Jährige nach dem 3:1-Sieg seiner Reds bei den Wolverhampton Wanderers im Achtelfinale des FA Cups.
Mit einem schönen Weitschusstreffer zum 1:0 und einer weiteren Vorlage war Robertson am Freitagabend zum unverhofften Matchwinner avanciert.
Liverpool-Star immer öfter Bankdrücker
Denn der Linksverteidiger stand zuletzt eher selten auf dem Platz und war bei Liverpool etwas in den Hintergrund geraten. Robertson, der nimmermüde Ackergaul und einer der letzten verbliebenen Spieler der großen Jürgen-Klopp-Ära in Liverpool, hat seinen Stammplatz verloren.
Erst 1450 Minuten spielte der Schotte in dieser Saison, Arne Slot gewährt Sommer-Neuzugang Milos Kerkez vor allem in der Liga häufig den Vorzug (2509 Minuten).
Groll über seine aktuelle Situation hegt Robertson indes keinen, wie er nach dem Sieg gegen die Wolves klarstellte: „Milos ist ein fantastischer Linksverteidiger. Er hatte letzte Saison eine unglaubliche Saison in Bournemouth. Es hat eine Weile gedauert, bis er sich in einem großen Verein eingelebt hat. Der Verein muss sich weiterentwickeln, die Jungs, die schon so lange hier sind, werden nicht jünger. Das muss man akzeptieren. Ich hatte meine ganze Karriere lang Konkurrenz.“
Das Ende einer Ära beim FC Liverpool?
Gegen diese Konkurrenz konnte sich Robertson aber eigentlich stets behaupten. 2017 nach Liverpool gekommen, verdrängte er auf Anhieb den damals gesetzten Alberto Moreno und gab seinen Platz nicht wieder her - über 350 Spiele hat der 31-Jährige inzwischen für die Reds auf dem Buckel.
Im Januar drohte die Ära von Robertson dann nach neun Jahren aber zu Ende zu gehen - ein Wechsel zu Tottenham stand kurz bevor, platzte jedoch auf der Zielgeraden, weil Manager Arne Slot sein Veto einlegte.
Bei Liverpool wissen sie schließlich ganz genau, was sie an ihrem ewigen Robbo haben. „Er ist sehr wertvoll. Erstens wegen seiner Qualität, zweitens wegen seiner Persönlichkeit. Wenn er spielen muss, dann ist er immer zur Stelle“, lobte ihn LFC-Coach Arne Slot bei TNT Sports. Genau das hat Robertson am Freitagabend bewiesen.
Robertsons Traumtor
Beim Sieg gegen die Wolves zeigte Robertson viel von dem, was ihn einst zum besten Linksverteidiger der Welt gemacht hatte: Defensiv sattelfest pflügte er den linken Flügel rauf und runter, schaltete sich immer wieder offensiv mit ein. Oft zog er aber auch vom Flügel in die Mitte und sorgte am Strafraumrand für Gefahr - wie bei seinem Traumtor in der 51. Minute, als er einen Ball aus 18 Metern mit links ins rechte untere Toreck schweißte.
Zwei Minuten später assistierte er Mohamed Salah zum 2:0. Der Beweis, dass die Klasse vergangener Tage noch immer in Robertson steckt?
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich in einem Liverpool-Trikot etwas beweisen muss. Die Fans wissen, dass ich in einem Liverpool-Trikot alles gebe“, sagte Robertson.
Wie lange er das noch tut, ist jedoch unklar. Sein Vertrag läuft am Ende dieser Saison aus, eine Verlängerung scheint eher unwahrscheinlich.