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Foremans Wandel nach Ali-Schmach

Foremans Wandel nach Ali-Schmach

George Foreman gilt lange Zeit als schwieriger Charakter. Ausgerechnet seine Niederlage gegen den großen Rivalen Muhammad Ali führte zum Sinneswandel.
Am 30. Oktober 1974 ging der Kampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman als Rumble in the Jungle in die Geschichte ein. Für viele Experten der beste Box-Kampf aller Zeiten.
von Denis de Haas

Einen Rekord stellte George Foreman bereits während seiner Jugend in Houston auf - allerdings einen unrühmlichen: Sein Bestwert habe bei 200 zertrümmerten Fenstern an einem Tag gelegen erklärte der Texaner einmal.

Ohne das Boxen wäre aus ihm vermutlich ein Schwerkrimineller geworden. Doch da Foreman eine schlagkräftige Rechte besaß und mit den Strippenziehern der Sportart in Kontakt kam, sorgte er bald im Boxring für Furore.

Olympiasieger. Unumstrittener Champion. Teilnehmer am legendärsten Kampf der Box-Geschichte. Ältester Athlet, der die Schwergewichts-Weltmeisterschaft gewann. All das steht in der Vita des Mannes, der 10. Januar 1949 geborenen Legende.

"George Foreman gehört für mich mit Muhammad Ali, Joe Frazier, Mike Tyson und Lennox Lewis zu den fünf besten Schwergewichts-Boxern aller Zeiten", sagt Axel Schulz im Gespräch mit SPORT1.

Erinnerungen an Las Vegas

Der Deutsche hat der Legende aus den USA einst gegenübergestanden. 1995 forderte Schulz den damals 46-jährigen Foreman in Las Vegas heraus - und unterlag unglücklich. "Es war unglaublich, gegen so einen Typen kämpfen zu dürfen", erzählt der Mann aus Frankfurt an der Oder.

Foremans Frühwerk kennt er nur "von der Videokassette" oder aus Erzählungen. Als "Big George" seinen ersten großen Sieg landete, war Schulz noch gar nicht geboren.

Boxen: Die größten Schwergewichts-Boxer aller Zeiten mit Anthony Joshua, Klitschko, Muhammad Ali, Mike Tyson
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Ali ist von Foremans Schlägen unbeeindruckt und lehnt sich weit in die Seile um ihnen auszuweichen. Mit ständigen Provokationen...
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Foreman - "Big George" in Bildern

1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt zog Foreman ins Finale ein, schickte Jonas Čepulis aus der Sowjetunion nach zwei Runden auf die Bretter und gewann Gold.

Mit der US-Flagge Olympiagold gefeiert

Foreman schwenkte im Ring die Nationalflagge. Dieses Verhalten stand im Kontrast zu den symbolischen Gesten von Tommie Smith und John Carlos: Die US-Sprinter senkten in der mexikanischen Hauptstadt auf ihrer Siegerehrung zum Protest die Köpfe und erhoben die rechte Faust. Mit der "Black Power"-Bewegung hatte Foreman nichts am Hut, er galt als der weiße Schwarze.

Dieses Bild manifestierte er später in Kinshasa. Der berüchtigte Promotor Don King hatte in Zaires Hauptstadt ein Sportereignis der Superlative organisiert. Muhammad Ali und George Foreman standen sich beim “Rumble in the jungle” gegenüber.

George Foreman, Muhammad Ali, Rumble in the Jungle
George Foreman, Muhammad Ali, Rumble in the Jungle

Die Sympathien der Einheimischen waren klar verteilt: Ali war einer von ihnen. Foreman sahen viele als Feindbild. Er trat in Kinshasa mit einem deutschen Schäferhund auf. Mit jener Hunderasse hatte die belgische Polizei während der Kolonialzeit den Menschen vor Ort Angst eingejagt.

Frazier und Norton ausgeknockt

Foreman galt als Favorit: Der 1,93 Meter große Kraftprotz hatte zuvor alle seine 40 Profikämpfe gewonnen, 37 davon durch K.o. Die großen Boxer Joe Frazier und Ken Norton knockte er in WM-Kämpfen jeweils schon in der 2. Runde aus.

Dann kam der 30. Oktober 1974 – und die große Ali-Show. Der Herausforderer fürchtete den Titelverteidiger nicht. Ali beeindruckten Foremans harte Schläge überhaupt nicht. Er wisperte dem Weltmeister zwischendurch sogar seine Verachtung ins Ohr. “Ist das alles, was du draufhast?”, fragte Ali seinen Gegner. Nach acht Runden ging Foreman schließlich entkräftet zu Boden. Ali war wieder Weltmeister.

Er schlägt und schlägt und schlägt: Er schlägt auch dann noch weiter, als sein Gegner schon orientierungslos durch den Ring taumelt. Er schlägt, als gehe es um Leben und Tod - und das ist es ja auch, was die schwitzende, brodelnde Menge im Höllenloch von Kinshasa will und skandiert: "Ali boma ye" - Töte ihn! Töte George Foreman, diesen überheblichen, selbstgefälligen Meister aller Klassen
Ali lässt Foreman am Leben, aber er tötet den Mythos vom unschlagbaren Champion und macht sich selbst endgültig unsterblich. Kurz vor Ende der achten Runde in jenem Kampf, der vor 40 Jahren als "Rumble in the Jungle" in die Geschichte eingeht, zerschellt der bis dahin in 40 Kämpfen ungeschlagene George Foreman im Schlaghagel des damals immerhin schon 32-jährigen Ali. SPORT1 blickt zurück auf den 30. Oktober 1974
Vor 45 Jahren kam es in Kinshasa zum legendären Rumble in the Jungle
Foreman KO'd By Ali In 'Rumble In The Jungle'
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Rumble in the Jungle: Ali versus Foreman

Dieser Kampf veränderte das Leben des Geschlagenen. "Es war furchtbar, grausam, schrecklich. Die Niederlage gegen Ali trieb mich in schwere Depressionen. Sie raubte mir mein Selbstwertgefühl, meine Würde, meinen Stolz", sagte Foreman in einem Interview mit der Welt.

Gospel-Songs und Waisenkinder

Der psychisch angeknackste Sportler beendete 1977 zunächst seine Karriere. Foreman tingelte fortan als Priester durchs Land, schrieb Gospel-Songs. Aus dem zuvor arrogant wirkenden Kämpfer mit der Afro-Mähne entwickelte sich der witzige Glatzkopf, der sich um benachteiligte Kinder kümmerte.

Foreman gründete auch ein Waisenhaus. Ein Großteil seines Vermögens floss in das Projekt. Da Foreman mehr Geld für das Waisenhaus benötigte, entschloss er sich schließlich zu einem Comeback. Ab 1987 stand Foreman wieder im Ring, bestritt einige Aufbaukämpfe.

George Foreman
George Foreman

Schließlich gelang Foreman die Sensation: Er besiegte Michael Moorer und wurde im Alter von 45 Jahren noch einmal Schwergewichts-Weltmeister.

Foreman trat zur Titelverteidigung gegen Schulz an. “Sein Promotor Bob Arum kam vor dem Kampf in meine Kabine und bat mich, wenigstens drei Runden durchzuhalten”, erzählt der Deutsche.

Rücktritt nach Niederlage gegen Briggs

Schulz hielt am Ende zwölf Runden durch, hätte nach Ansicht vieler Experten den Sieg sogar verdient gehabt. Die Punktrichter sahen Foreman vorne. Der Kampf in Las Vegas war aber der Anfang vom Ende seiner zweiten Box-Karriere. 1997, nach einer Niederlage gegen Shannon Briggs, legte Foreman die Handschuhe endgültig beiseite.

Schulz ist seinem damaligen Kontrahenten später häufig begegnet. "Er ist ein absolut weltoffener Mensch", sagt er über Foreman.

Las Vegas, UNITED STATES:  (FILES) A file picture taken 22 November 1986 in Las Vegas shows Mike Tyson (R) during his fight against heavyweight champion Trevor Berbick to become the youngest heavyweight world champion in history. Twenty years after, the "Baddest Man on the Planet" is aging as badly as any boxing cautionary tale.  AFP PHOTO  (Photo credit should read -/AFP via Getty Images)
Max Schmeling vs. Joe Louis
Sonny Liston, USA (verstorben 1970, angeblich ermordet), Boxen, ehem. Schwergewichts-Weltmeister, fünf Ja wegen Raubes (saß nur zwei Jahre ab)hre Haft
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Boxen: Die größten Box-Kämpfe aller Zeiten

Nach seiner Karriere stieg der US-Amerikaner zur Werbe-Ikone auf. Foreman vermarktete einen eigenen Elektro-Grill. Der brachte ihm geschätzt mehr als 100 Millionen Dollar ein.

Wenn die Box-Ikone auf seiner Ranch in Texas zum Familien-Barbecue lädt, braucht er Platz. Foreman hat elf Kinder, den Söhnen hat er den Vornamen eines berühmten Boxers gegeben: Die fünf Jungs heißen alle George.