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Krankenhaus nach blutigem Gold-Coup bei Leichtathletik-EM! Lückenkemper sensationell Europameisterin

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Krankenhaus nach blutigem Gold-Coup bei Leichtathletik-EM! Lückenkemper sensationell Europameisterin

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Lückenkempers Gold-Drama

Lückenkempers Gold-Drama

Gina Lückenkemper verwandelt das Münchner Olympiastadion in ein Tollhaus. Ihr EM-Gold über die 100 Meter hätte es jedoch fast gar nicht gegeben. Nach einem blutigen Sturz ins Ziel muss sie in ein Krankenhaus.
Im letzten Rennen der Leichtathletik-Europameisterschaft in München holt die Frauen-Staffel über 4x100 Meter Gold. Zuvor holte Gina Lückenkemper ihre erste Goldmedaille über die 100 Meter.
Johannes Fischer
Johannes Fischer

Die Ungewissheit von Gina Lückenkemper dauerte nur wenige Augenblicke, dann leuchtete ihr Name als erster auf der Anzeigetafel auf - und das Münchner Olympiastadion glich einem Tollhaus.

Gold für Lückenkemper über 100 Meter, Gold nach einem packenden Rennen, in dem am Ende das Zielfoto entscheiden musste. Eine Sensation.

„Ich bin euch so unfassbar dankbar“, rief die erste deutsche Europameisterin seit Verena Sailer 2010 den 40.000 im Olympiastadion zu (DER LIVETICKER ZUM NACHLESEN).

In 10,99 Sekunden lief sie zu Gold, der zeitgleichen schweizerischen Mitfavoritin Mujinga Kambundji blieb nur Silber. Bronze ging an die Britin Daryll Neita (11,00).

Gold! Aber Lückenkemper muss ins Krankenhaus

Nach dem Zieleinlauf geriet sie jedoch ins Straucheln, stürzte und verletzte sich. Noch auf der Bahn wurde an ihrem linken Oberschenkel ein Verband angelegt. (NEWS: Lückenkemper muss ins Krankenhaus)

Lückenkemper musste sich sogar anschließend im Krankenhaus behandeln lassen. Die neue Europameisterin hatte sich eine Wunde oberhalb des linken Knies zugezogen. Diese musste nach Angaben des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit acht Stichen genäht werden.

Unter anderem am linken Oberschenkel verletzte sich Gina Lückenkemper bei ihrem Sturz ins Ziel
Unter anderem am linken Oberschenkel verletzte sich Gina Lückenkemper

„Ich weiß noch nicht genau, woher die Wunde kommt. Ob vom Sturz oder etwas anderem. Aber mir geht es gut! Ich bin überglücklich und kann das alles noch gar nicht so richtig fassen“, sagte Lückenkemper, nachdem sie um 1.10 Uhr im Teamhotel in München eingetroffen und vom Rest der deutschen Mannschaft mit großem Jubel empfangen worden war.

Ob Lückenkempers Start in der 4x100m-Staffel am Schlusstag der Heim-EM in München gefährdet ist, ließ sich am Mittwochmorgen noch nicht absehen.

Am Sonntag peilt das DLV-Quartett mit Tatjana Pinto (Wattenscheid), Alexandra Burghardt (Burghausen), Rebekka Haase (Wetzlar) und Lückenkemper (Berlin) nach WM-Bronze auch eine EM-Medaille an.

Gina Lückenkemper: „Hat mich unfassbar motiviert“

Am Dienstag flossen aber erst einmal Tränen des Glücks bei der EM-Zweiten von 2018, sie sank überwältigt auf die Knie und ließ ihren Gefühlen freien Lauf.

„In diesem Hexenkessel heute zu stehen, hat mich unfassbar motiviert“, ergänzte Lückenkemper in der ARD.

Dabei schien es vor dem Beginn der Abendsession jedoch eher auf ein Drama hinauszulaufen.

Lückenkemper hätte EM-Finale beinahe abgesagt

Schließlich gestand sie nach dem Rennen, dass es überhaupt nicht gut um sie stand: „Ich hatte im Halbfinale arg getappte Hamstrings (Oberschenkel, Anm. d. Red.), weil ich da hinten etwas Probleme hatte.“

Ihr Einsatz im Finale stand auf der Kippe. Doch Gina Lückenkemper wäre nicht Gina Lückenkemper, wenn sie beim Highlight Heim-EM nicht auf die Zähne beißen würde und alles dafür tun würde, um den Fans eine gute Show zu bieten.

Genau so kam es dann auch, vor allem dank ihres Trainers. „Er hat mir den Pep Talk (Motivationsrede, Anm. d. Red.) meines Lebens gegeben und ohne ihre wäre das gar nicht möglich gewesen“, erläuterte sie.

Auf Bahn sechs gestartet hing sie zunächst hinter der Konkurrenz zurück. Kambundji setzte sich hingegen schnell an die Spitze und wirkte schon wie die sichere Siegerin.

Doch dann zündete die Berlinerin den Tempo und holte um Position um Position auf. Kurz vor der Ziellinie warf sie ihren Kopf nach vorne, um noch an der Schweizerin vorbeizuziehen.

Ein hauchdünner Vorsprung und damit EM-Gold war der Lohn für ihre Mühen.

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Mit Sport Informations-Dienst (SID)