Der Iran-Krieg hat große Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr - und damit auch auf den Sport. Profis stecken fest, Organisationen müssen umplanen. Der SID gibt einen Überblick.
Die Auswirkungen des Kriegs auf den Sport - auch Messi und Yamal betroffen
Wie der Krieg den Sport beeinträchtigt
TENNIS: Nach dem Ende des ATP-Turniers in Dubai befinden sich laut Berichten 40 beteiligte Personen noch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dazu zählen Offizielle, Turniermitarbeiter und auch die Profis Daniil Medvedev, Andrey Rublev und Tallon Griekspoor.
Alternative Ausreisen über den Landweg in den Oman oder Saudi-Arabien haben sie offenbar vorerst abgelehnt. Eine rechtzeitige Ankunft beim nächsten Turnier in Indian Wells dürfte für Medwedew und Co. eng werden. „Niemand weiß, wann wir starten können“, sagte Medwedew laut Medienberichten: „Es ist unklar, ob es lange dauern wird oder nicht. Wir warten einfach ab, was in den nächsten Stunden und Tagen passiert.“
Reitturnier in Doha abgesagt
REITEN: Für das kommenden Wochenende ist eigentlich der Start der Global Champions Tour Saison im katarischen Doha geplant - doch das Turnier wurde inzwischen abgesagt. Fünf deutsche Reiter haben Mitarbeiter und Pferde bereits vor Ort - und suchen nach Wegen, sie aus der Gefahrenzone zu bringen.
„Die Pfleger sitzen meist in Hotels, können die Pferde aber bewegen und hören die Drohnen und Raketen fliegen, weil sie genau in der Einflugschneise in Richtung der amerikanischen Militärbasis sind“, berichtete Bundestrainer Otto Becker, der mit „dem ein oder anderen“ seiner betroffenen Schützlinge in Kontakt steht, dem SID: „Die ist wohl ca. 40 Kilometer weg, aber sie hören die und haben natürlich mitbekommen, was da passiert. Wie es jetzt weitergeht, ist noch nicht offiziell bekannt.“
BASKETBALL: Die kriegerischen Auseinandersetzungen wirken sich auch auf die EuroLeague aus. So musste die für Dienstag geplante Partie zwischen Hapoel Tel Aviv und Paris Basketball abgesagt werden. Auch ist noch nicht klar, inwiefern Dubai Basketball seine Partien wie geplant austragen kann. Ein Turnier der Nachwuchsliga NextGen EuroLeague in Abu Dhabi fiel schon aus. Und auch der Weltverband FIBA sah sich gezwungen zu handeln: Alle vier Spiele der Asien-Quali für die Weltmeisterschaft 2027 in Katar können vorerst nicht ausgetragen werden.
Spiel zwischen Messi und Yamal steht auf der Kippe
FUSSBALL: Es soll das große Aufeinandertreffen der großen Namen werden: Weltmeister gegen Europameister, Argentinien gegen Spanien, Lionel Messi gegen Lamine Yamal. Doch das als „Finalissima“ bekannte Duell zwischen dem Copa-America-Sieger und dem europäischen Titelträger steht auf der Kippe.
Angesetzt ist das Spiel für den 27. März, der katarische Fußballverband aber hat „bis auf Weiteres“ alle Fußballaktivitäten im Land ausgesetzt - denn unter anderem der Austragungsort Doha ist von Angriffen betroffen. Der veranstaltende südamerikanische Kontinentalverband CONMEBOL hält sich noch zurück, eine Verlegung des Spiels - im räumlichen oder auch im zeitlichen Sinne - könnte jedoch unausweichlich werden.
FORMEL 1: Der Nahe Osten ist ein wichtiger Flugknotenpunkt auf dem Weg nach Melbourne - doch der Saisonstart der Formel 1 in Australien an diesem Wochenende ist nicht gefährdet. Das versicherte Travis Auld, der Geschäftsführer des Grand Prix.
Einige Fahrer und Teammitglieder seien bereits in Australien, andere würden auf anderen Routen anreisen. Fast 1000 Mitarbeiter der Rennserie seien gezwungen gewesen, ihre Flüge umzubuchen, ergänzte Auld im Interview mit dem Fernsehsender Channel Nine. Rund 500 von ihnen sollen aus Europa nun mit drei Charterflugzeugen eingeflogen werden.