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So erklärt Mazepin seine Demütigung

So erklärt Mazepin seine Demütigung

Nikita Mazepin hat in Austin das ganze Wochenende über große Probleme. Beim Rennen verliert er sogar über eine Minute auf Mick Schumacher. Der Russe erklärt danach seine Demütigung.
Die Zukunft von Mick Schumacher und Nikita Mazepin ist geklärt. Schumacher lebt weiter seinen Formel1-Traum, doch wie sinnvoll ist diese Entscheidung?
Christopher Mallmann
Christopher Mallmann
von Christopher Mallmann

Nikita Mazepin und das F1-Wochenende in Austin - das harmonierte wirklich mal gar nicht.

War der 22-Jährige schon über die gesamte Saison durch Fehler und Streitlust aufgefallen, offenbarte sich sein sportlicher Rückstand auf Teamkollege Mick Schumacher am Wochenende in geradezu demütigender Deutlichkeit. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Eine Minute und 27 Sekunden lagen beim Großen Preis der USA zwischen Mazepin und Schumacher, kurzum: zwischen dem Russen und dem Deutschen lag eine ganze Welt - und er konnte noch von Glück sagen, dass das Rennen gerade rechtzeitig endete, bevor er von Schumacher überrundet wurde.

Mazepin hatte an diesem Wochenende nie auch nur den Hauch einer Chance, wenngleich Schumacher das Rennen im unterlegenen Haas nur einen Platz vor ihm beendete. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Mazepin-Abstand zu Mick Schumacher riesig

Aber auch dieser eine Platz kann zuweilen mehr sagen, als einem lieb ist - vor allem, wenn so ein riesiger Abstand zum Teamkollegen vorliegt.

Mazepin gab seine Kopfstütze als Grund an: „In Kurve 2 hat sich die Kopfstütze gelöst. Ich musste das Team fragen, ob irgendwer um mich herum war, weil ich nicht wissen konnte, ob ich einlenken konnte oder nicht.“

Im Zuge dessen sei ein „unnötiger Boxenstopp“ nötig gewesen - und Mazepin fasste zusammen: „Es war ein sehr langweiliges und schmerzhaftes Rennen, verdammt erniedrigend.“

Haas-Teamchef nimmt Mazepin in Schutz

Mazepin, der unlängst noch über seine Träume von einem besseren Team sprach, machte einen „menschlichen Fehler“ als Grund aus. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Haas-Teamchef Günther Steiner erklärte, dass Verriegelungsstifte in der Vorbereitung nicht richtig eingerastet seien und die Stütze deshalb nicht komplett habe abgenommen werden müssen, als Mazepin in die Boxengasse fuhr. Man habe sie stattdessen „einfach wieder nach unten geschoben“.

„Wir haben ihn aus Sicherheitsgründen direkt gerufen“, sagte Steiner weiter. „Die Kopfstütze ist Teil des Schutzes. Wenn sie nicht richtig eingerastet ist, kann man die Spiegel nicht sehen.“

Also zumindest zu Rennbeginn war Mazepin wohl tatsächlich ohne Eigenverschulden beeinträchtigt. Doch der Russe war auch nach dem Boxenstopp langsam unterwegs.

Mazepin in Austin mit vielen Problemen

Steiner: „Er hat sich ein paar Mal darüber beschwert, dass die Füße heiß werden. Es ist das gleiche Chassis wie letztes Jahr, das Problem hatten wir nie. Und Mick habe ich jetzt nicht gefragt, aber er hat sich nie beschwert.“

Doch auch wenn er im Rennen womöglich Pech hatte: Mazepin war bereits das gesamte Wochenende in seiner eigenen Liga unterwegs - allerdings nicht an der Spitze.

Am Samstag hatte er beinahe absurde Schwierigkeiten, sich an die vorgegebenen Streckenlimits zu halten: Runde für Runde wurde ihm nachträglich gestrichen, weil er in den kritischen Kurven 6, 9 und 19 immer wieder über die Begrenzungen hinausfuhr.

Mazepin zieht sich Unmut von Vettel zu

Auch im Qualifying lief es kaum besser, als direkt wieder seine erste schnelle Runde gestrichen worden war, ehe er zumindest eine gewertete zusammenbrachte. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Zudem zog er sich noch den Unmut von Sebastian Vettel zu. „Dumm und unnötig“ sei es laut des viermaligen Weltmeisters gewesen, dass Mazepin ihn beim Qualifying erst überholt habe, „es dann vermasselt und einfach nicht aus dem Weg gefahren ist.“

Um vor Schumacher ins Rennen zu starten, reichte es natürlich auch wieder nicht - 2:15 lautet inzwischen die Qualifying-Bilanz aus Sicht von Mazepin.

Für den Rookie bleibt nur zu hoffen, dass das Austin-Debakel der Tiefpunkt bleibt - denn sonst kann er sich wohl trotz der finanziellen Unterstützung seines Vaters den Traum von einem besseren Team abschminken.