Lando Norris war nach Platz zwei im Sprint-Qualifying von São Paulo von der ewigen Frage nach Max Verstappen genervt. „Es ist mir egal. Ich hasse diese Fragen so sehr. Ich will nur Rennen fahren - mir ist es egal, wo er sich qualifiziert“, entgegnete der Brite genervt auf eine Nachfrage zum Weltmeister. Trotzdem schlich sich ein Lächeln auf sein Gesicht.
McLaren-Star genervt
Am Samstag kann Norris weiter an seinem Rückstand in der Gesamtwertung knabbern, 47 Punkte trennen ihn noch vom Titelverteidiger. „Ich war überrascht, dass wir so schnell waren“, sagte Norris bei Sky. Trotzdem, so ganz zufrieden konnte er nicht sein.
Verstappen enttäuscht in Sao Paulo
In seiner letzten Runde schlichen sich „ein paar Fehler“ ein, gab er zu. Die Folge: Nicht der Brite, sondern sein Teamkollege Oscar Piastri brannte in 1:08,899 Minuten die schnellste Runde in den neuen Asphalt im Autodromo Jose Carlos Pace. Norris fuhr nur knapp drei Hundertstel langsamer und wurde Zweiter - dennoch ist er wohl der heißeste Anwärter auf den Sieg im Sprint (Samstag, ab 15.00 Uhr im LIVETICKER).

Verstappen, der 2024 bisher in allen verkürzten Rennen triumphiert hat, erlebte einen schwierigen Tag. Für ihn reichte es nur zu Platz vier, im Training war er sogar nur 15. geworden. Das Auto habe sich „schon von Anfang an nicht gut gefühlt“, sagte der 27-Jährige. Schuld sei daran vor allem der seiner Meinung nach schlechtere, obwohl neue Straßenbelag. „Das Auto springt rum, das kostet Rundenzeit“. Mit richtig guten Voraussetzungen geht Verstappen also nicht in den Sprint.
Zudem steckt er im Ferrari-Sandwich. Charles Leclerc und Carlos Sainz reihten sich auf den Plätzen drei und fünf ein. Die letzten beiden Rennen konnten sie jeweils gewinnen - in Sao Paulo haben sie aber noch Luft nach oben. Im Kampf um die WM könnten sie Verstappen aber noch behilflich sein. Leclerc und Sainz wollen McLaren in der Konstrukteurswertung noch einholen.
Haas: Hülkenberg „fehlte der Grip“
Verbesserungspotenzial am Samstag hat auch Nico Hülkenberg. Der Emmericher war nach seiner Zeitenjagd im Haas nicht zufrieden. Ihm „fehlte der Grip“, sagte er nach Platz zwölf. Zudem wurde Hülkenberg von seinem Teamkollegen geschlagen. Der war aber nicht wie gewöhnlich Kevin Magnussen, sondern Oliver Bearman.
Der Brite kam im zweiten Boliden des US-amerikanischen Rennstalls zum Einsatz, weil Magnussen erkrankt war. Erst kurz vor dem ersten und einzigen freien Training hatte Bearman übernommen - und überzeugte prompt mit Rang zehn. Ab 2025 wird er Stammpilot bei Haas.
Ob das Talent auch gleich in die Punkte fahren wird, bleibt abzuwarten. Im Sprint nehmen nur die Top-Acht zählbares mit - vermutlich wird sich Norris erst dann für die Platzierung seines Rivalen Verstappen interessieren.