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Formel 1: Unruhe wegen Verstappens Vertrags-Klauseln

Unruhe wegen Verstappen

Noch vor Beginn der neuen Saison sorgt Red Bull für Aufregung. Dahinter stecken angebliche Details im Vertrag von Max Verstappen.
Sergio Perez blickt auf seine Zeit bei Red Bull zurück und findet deutliche Worte. Der Mexikaner spricht über die interne Zerrüttung des einstigen Erfolgsteams und die enorme Last, Teamkollege von Max Verstappen zu sein.
Noch vor Beginn der neuen Saison sorgt Red Bull für Aufregung. Dahinter stecken angebliche Details im Vertrag von Max Verstappen.

In der vergangenen Nacht um 4 Uhr deutscher Zeit hat Max Verstappen seinen neuen Dienstwagen bekommen. In Teilen zumindest. Die Lackierung des neuen Red Bull wurde in Detroit präsentiert – zur Ehren des neuen Motorpartners Ford an dessen US-Firmensitz.

Möglich macht den Einstieg des traditionsreichen US-Autoherstellers ein neues Antriebsreglement. Fast 50 Prozent der Energie kommen ab 2026 aus einem Elektromotor, der mit dem altbekannten 1,6-Liter-V6-Turbo zusammenarbeitet. Wie Audi nutzt auch Ford den Regel-Wechsel, um sich in der boomenden Königsklasse seiner Käuferschaft zu präsentieren.

Allein: Gebaut wird das Triebwerk bei Red Bull Powertrains in Milton Keynes am Stammsitz von Red Bull Racing. Ford steuert lediglich den Namen bei – und seine Expertise im Bereich von Verbrennungsmotoren- und Elektromotoren. De facto rasen Verstappen und sein neuer Teamkollege Isack Hadjar aber mit einem eigenen Red Bull-Motor.

Mercedes Vorteil? Große Ungewissheit

Ob das Experiment gelingt, steht in den Sternen. Alle Teams und Hersteller beginnen praktisch bei null. Längst ist von einem Mercedes-Vorteil die Rede, wie ihn sich der Stuttgarter Autobauer auch 2014 schon zu Beginn des Hybrid-Reglements erarbeitet hatte. Davon würden auch McLaren, Williams und Alpine als Kundenteams profitieren.

Ob Verstappen unter diesen Rahmenbedingungen also den WM-Titel von McLaren-Pilot Lando Norris zurückerobern kann, ist fraglich. Wenn Antrieb und neues Chassis – das erste, das ganz ohne den Hirnschmalz von Design-Genie Adrian Newey entsteht – nicht auf der Rennstrecke harmonieren, nützt auch die Ruhe nichts, die nach dem Aus von Ex-Teamchef Christian Horner im Sommer vergangenen Jahres auch dank dessen Nachfolger Laurent Mekies ins Team zurückgekehrt ist.

Max Verstappen: Klauseln heizen Wechselgerüchte an

Deshalb spekulieren die ersten Medien bereits über einen vorzeitigen Abschied Verstappens von Red Bull – womöglich in Richtung Mercedes. So berichtet die Sport Bild von einseitigen Austrittsklauseln des viermaligen Champions. Demnach kann der Niederländer Red Bull trotz Vertragslaufzeit bis 2028 verlassen, wenn er zur Sommerpause nicht mindestens auf WM-Rang zwei liegt.

2027 wäre der Abschied noch einfacher, denn dann muss Verstappen die WM zum selben Zeitpunkt sogar anführen, damit Red Bull ihn festnageln kann.

Auf SPORT1-Nachfrage wollten die Beteiligten die Richtigkeit dieser detaillierten Vertragsinhalte nicht bestätigen. Doch dass Red Bull Angst um sein Zugpferd hat, scheint ausgemachte Sache. Nicht umsonst schreibt die Sport Bild auch davon, dass die „Entscheidung (zur Vertragsgestaltung; d. Red.) intern für Stirnrunzeln sorgt“.

Verstappen-Klauseln: Marko nicht allein verantwortlich

Dabei ist Red-Bull-Chefberater Helmut Marko, dem in dem Artikel die Schuld an dem für Red Bull Racing nachteiligen Konstrukt in die Schuhe geschoben wird, nach SPORT1-Informationen nicht allein verantwortlich für die Zugeständnisse, die der österreichische Energy-Drink-Konzern seinem Superstar machen musste. Hintergrund: Die Vertragsverlängerung wurde noch vom Oberbullen Dietrich Mateschitz persönlich abgenickt.

„Am schnellsten war der längste und teuerste Formel-1-Vertrag von Max Verstappen geklärt“, verriet Marko bereits im vergangenen Jahr im Gespräch mit SPORT1. Und weiter: „Mateschitz war klar: Ohne Verstappen werden wir nicht mehr Weltmeister.“ Sollte sich der neue Red-Bull-Sportchef Oliver Mintzlaff ergo tatsächlich an bestimmten Klauseln im Kontrakt des Superstars stoßen, muss er sich beim verstorbenen Red Bull-Gründer höchstpersönlich bedanken.

Verstappen: „Zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich einen Teamwechsel aus“

Bleibt die Frage, ob Verstappen wirklich jetzt schon über einen Wechsel nachdenkt. Der Niederländer gilt als sehr loyal und will Red Bull eigentlich so lange wie möglich treu bleiben. Das betonte er auch kürzlich wieder in einem Interview mit dem Schweizer Blick. „Ich bin jetzt 28 und habe noch bis 2028 einen Vertrag mit Red Bull. Den möchte ich auch erfüllen“, konstatierte er da. „Zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich einen Teamwechsel aus.“

Logisch: Die Tür hält er sich mit dieser Formulierung natürlich einen Spalt weit offen. Aber: Am Ende liegt es an Red Bull, ob ihr Juwel im Cockpit bleibt oder geht. Stellt das Team Verstappen ein siegfähiges Paket zur Verfügung, sieht er keinen Anlass zum Abschied. Fährt Red Bull dagegen hinterher, könnte ihn auch kein noch so wasserdichter Vertrag halten.