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"Dann sehe ich für dieses Team eine strahlende Zukunft"

Audi noch besser als erwartet

Audi startet stark in sein Formel-1-Abenteuer: Gabriel Bortoleto fährt beim ersten Qualifying in die Top Ten und macht bereits eine Ansage.
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Audi startet stark in sein Formel-1-Abenteuer: Gabriel Bortoleto fährt beim ersten Qualifying in die Top Ten und macht bereits eine Ansage.

In Ingolstadt dürfte man erleichtert aufgeatmet haben. Schon nach dem ersten Qualifying der Saison beim Großen Preis von Australien (Sonntag, 5.00 Uhr im LIVETICKER) in Melbourne lässt sich festhalten: Audis Formel-1-Debüt ist gelungen.

Zwar ist der Weg bis zum Werbeslogan „Vorsprung durch Technik“, den der deutsche Premiumhersteller für den Formel-1-Einstieg reaktiviert hat, noch lang. Doch das war von Anfang an einkalkuliert. Wichtiger ist: Der erste Eindruck stimmt – nein, er fällt sogar besser aus, als viele Experten erwartet hatten.

Denn der Brasilianer Gabriel Bortoleto fährt im Silberpfeil mit den vier Ringen auf Anhieb in die Top Ten des Qualifyings. Teamkollege Nico Hülkenberg verpasst den Sprung ins Finale nur knapp und startet ins erste Formel-1-Rennen der Audi-Historie von Rang elf.

Hülkenberg sieht Luft nach oben

„Das war sehr dynamisch und hektisch, weil wir einige Problemchen hatten und es nicht so zivilisiert lief wie im letzten Jahr“, räumt Hülkenberg ein paar Kinderkrankheiten zum Quali-Einstand ein. Aber: „Die allerletzte Runde hat dann gesessen, deshalb bin ich ziemlich zufrieden, zumal wir noch viel Luft nach oben haben. Ein solides Ergebnis.“

Für Bortoleto hätte es sogar noch weiter nach vorn gehen können. Der Brasilianer sollte eigentlich im finalen Qualifying-Segment starten. Doch auf dem Weg zurück an die Box streikt nach Q2 plötzlich sein Audi. Der Wagen rollt mit einem technischen Problem nur noch langsam durch die Boxengasse. Dabei kommt es beinahe zu einem Auffahrunfall: Arvid Lindblad muss ausweichen, weil er den langsam fahrenden Audi zunächst übersieht.

Immerhin: Nach ersten Einschätzungen scheint es kein größeres Problem zu sein. Und viel wichtiger: Trotz des Defekts zeigt das Audi-Debüt in Melbourne deutlich Potenzial. Starten die Autos von Rang zehn und elf, sind Punkte im Rennen durchaus realistisch.

„Ich glaube nicht, dass viele erwartet haben, dass wir so früh um eine Top-10-Position kämpfen“, betont Bortoleto. „Das ist etwas, worauf wir sehr stolz sein können. Es ist alles andere als ein Selbstläufer, dass dir das mit einer neuen Power Unit gelingt, mit der du bei null begonnen hast.“

Bortoleto erwartet mit Audi „strahlende Zukunft“

Der Brasilianer ordnet die Situation seines Arbeitgebers geradezu euphorisch ein und macht dabei noch einmal deutlich, wie stark das Debüt des deutschen Premiumherstellers zu bewerten ist.

„Wir hatten von den Wintertests nur die Daten unserer eigenen Autos. Dann gleich auf diesem Level mitzufahren, ist keine leichte Aufgabe. Wenn wir schon so anfangen und dabei wissen, dass noch viel verbessert werden kann, sehe ich für dieses Team eine strahlende Zukunft.“

Hülkenberg formuliert das zwar etwas nüchterner. Doch wer den Emmericher kennt, weiß: Auch er ist positiv überrascht. „Viele Teams haben Probleme, es gibt so viel Neues, viele Dinge zu lernen und in Ordnung zu bringen. Für ein erstes Mal war das sehr anständig, und ich denke, wir sind innerhalb des Mittelfelds offenbar konkurrenzfähig.“

Audi-Teamchef erleichtert

Erleichtert zeigt sich auch Teamchef Jonathan Wheatley. Der Brite kommt von Red Bull und hat bei Benetton schon mit Michael Schumacher gearbeitet. Er weiß, wie schwierig der Weg an die Spitze ist – aber auch, was es dazu braucht. „Dass Gabriel beim allerersten Rennen für Audi Q3 erreicht hat, ist etwas Besonderes“, betont er deshalb. „Es zeigt, wie viel Arbeit in dieses Programm geflossen ist.“

Der nächste Schritt soll nun im Rennen folgen. Punkte beim Debüt wären für Audi ein weiteres starkes Signal. Doch die erste große Hürde wurde bereits genommen: Nicht nur sind die Zweifel am Projekt zunächst verstummt, auch der Blick richtet sich bereits nach vorn.