Hörmann droht juristischer Ärger

Hörmann droht juristischer Ärger

Dem im Dezember aus seinem Amt scheidenden DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann droht womöglich juristischer Ärger.
Alfons Hörmann droht womöglich juristischer Ärger
Alfons Hörmann droht womöglich juristischer Ärger
© AFP/POOL/SID/INA FASSBENDER
SID
von SID
am 18. Juni

Dem im Dezember aus seinem Amt scheidenden DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann droht womöglich juristischer Ärger. Wie das ARD-Portal sportschau.de berichtet, behält sich Dagmar Freitag, Vorsitzende im Sportausschuss des Bundestages, eine persönliche Klage gegen den 60-Jährigen vor. Freitag fühlt sich durch Aussagen Hörmanns "persönlich betroffen".

Im Mittelpunkt steht eine Ehrenklärung des DOSB-Präsidiums für seinen Präsidenten Hörmann, dem zuvor in einem anonymen Brief mangelhaftes Führungsverhalten ("Kultur der Angst") vorgeworfen war. Unter der gemeinsam Erklärung waren die Namen aller sieben Präsidiumsmitglieder aufgeführt worden. Dies geschah allerdings gegen den Willen von Athletenvertreter Jonathan Koch, der sich davon öffentlich distanziert hatte.

In einer Rede Hörmanns am Samstagabend vor Vertretern der Spitzenverbände erklärte dieser, Koch habe den "Beschlusslagen mehrfach in Sitzungen zugestimmt", er sei dann aber "aus dem Verein Athleten Deutschland und dem Sportausschuss unter Druck gesetzt" worden, "sich von diesen Beschlüssen zu distanzieren". Ein Mitschnitt der entsprechenden Hörmann-Aussagen liegt der ARD vor.

Freitag: "Weise Unterstellung zurück"

Koch wies den schwerwiegenden Vorwurf der Einflussnahme durch Hörmann "entschlossen zurück". Weder Athleten Deutschland oder Mitglieder des Bundestages hätten ihn beeinflusst. Er hat die Angelegenheit inzwischen dem DOSB-Ombudsmann Felix Rettenmaier übergeben. Nach dessen Stellungnahme muss sich dann satzungsgemäß die DOSB-Ethikkommission mit dem Fall befassen.

Freitag sagte zu den Unterstellungen Hörmanns der ARD: "Ich kann für mich erklären, zu keinem Zeitpunkt - weder direkt noch indirekt - Kontakt mit dem Athletenvertreter Jonathan Koch gehabt zu haben. Somit weise ich die ehrenrührige Unterstellung des Herrn Hörmann auf das Schärfste zurück." Sie forderte Hörmann auf, "seine Behauptung unverzüglich gegenüber den Mitgliedern der Konferenz der Spitzenverbände schriftlich zu widerrufen."

Andernfalls, so Freitag, "behalte ich mir die Prüfung auch rechtlicher Schritte vor". Sie riet dem DOSB ferner, "noch einmal darüber nachzudenken", ob Hörmann als Delegationsleiter für die Olympischen Spiele in Tokio die richtige Wahl sei.

Bereits am Donnerstag hatte sich Transparency Deutschland dagegen ausgesprochen, dass Hörmann die deutsche Mannschaft als Delegationsleiter nach Tokio führt. "Der DOSB muss konsequent sein: Die im In- und Ausland diskreditierten Führungspersonen sollten die deutsche Olympiamannschaft dort nicht mehr repräsentieren", erklärte Nicole Espey, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency.

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