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Olympia 2022, Langlauf: "Eine Lüge" - DSV wehrt sich gegen Betrugsvorwürfe aus Finnland

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Olympia 2022, Langlauf: "Eine Lüge" - DSV wehrt sich gegen Betrugsvorwürfe aus Finnland

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DSV-Team reagiert auf Betrugsvorwurf

DSV-Team reagiert auf Betrugsvorwurf

Nach den deutschen Erfolgen im Langlauf bei Olympia erhebt ein Insider schwere Vorwürfe gegen den DSV. Der Verband wehrt sich. Auch der Renndirektor der FIS äußert sich.
Die deutschen Langlauf-Frauen haben die zweite Sensation bei den Olympischen Spielen geschafft: Katharina Hennig und Victoria Carl gewannen Gold im Teamsprint-Wettbewerb.
Sebastian Mühlenhof
Sebastian Mühlenhof

Das deutsche Frauen-Langlauf-Team war bei den Olympischen Winterspielen in Peking eine der Überraschungen.

Nicht nur in Deutschland war man verblüfft über die Erfolge, auch andere große Langlauf-Nationen zeigten sich überrascht - und bedachten es teilweise auch mit einer Portion Skepsis.

Nun hat ein Insider in der finnischen Zeitung Iltalehti sogar behauptet, dass der DSV bei seinen Erfolgen ein illegales Ski-Wachs benutzte. (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)

Insider behauptet: Deutschland hat bei Olympia betrogen

Die Headline des Textes lautet: „Starke Behauptungen hinter den Kulissen: Deutschland gewann Sensations-Medaillen durch Betrug - Langläufer schweigen“.

Ein anonymer Insider wird dort mit den Worten zitiert: „Offenbar wurde das verbotene Fluorid C8 verwendet, zumindest in der 4x5-km-Staffel am Samstag. Möglicherweise auch im Teamsprint am Mittwoch. Die Informationen stammen aus verschiedenen Quellen, aber ich kann keinen eindeutigen Beweis liefern.“

Auch die russische Gold-Staffel sah sich derartigen Betrugsvorwürfen ausgesetzt. In der schwedischen Zeitung Expressen hatte der Journalist Tomas Pettersson den Verdacht in den Raum gestellt, dass es Manipulationen mit dem verbotenen C8-Wachs als Gleitmittel gab. Veronika Stepanowa reagierte mit einem frechen Unterhosen-Post.

Die Nutzung von C8-Fluorpolymeren war vom Weltverband FIS kurz zuvor auch für Olympia verboten worden. Für die Weltcup-Rennen in Europa waren sie sowieso nicht mehr erlaubt.

Es gibt nur ein Problem dabei - zuverlässige Tests zum Nachweis der Nutzung des verbotenen Wachses gibt es keine. (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)

„Eine Lüge“: DSV wehrt sich gegen Vorwürfe

Der DSV weist den Betrugsvorwurf vehement zurück.

Andreas Schlütter, sportlicher Leiter im Bereich Skilanglauf beim Deutschen Skiverband, sagte der norwegischen Zeitung Dagbladet: „Wir verwenden sicherlich kein C8-Fluorid, da wir es nicht mehr bei uns haben. Es ist eine Lüge, was sie schreiben.“

Auf den finnischen vierten Platz anspielend fuhr er fort: „Die Finnen müssen wegen ihrer verlorenen Medaille in der Staffel enttäuscht sein.“

DSV reagiert klar

Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach meinte bei Eurosport: „Zu anonymen Vorwürfen, noch dazu wenn sie so hanebüchen sind, geben wir normalerweise keine Stellungnahme ab. Aber um es klar und deutlich zu sagen: Der Deutsche Skiverband hält sich an alle Vorgaben und Regeln.“

Der finnische Damen-Trainer Ville Oksanen reagierte zurückhaltend auf die Vorwürfe: „Ja, die Deutschen hatten am Samstag einen guten Ski - aber es ist schwer zu sagen, ob er am besten lief. Auch am Mittwoch hatten sie gute Ski.“

FIS-Chef: „Denke nicht, dass es Sinn macht“

Für den Renndirektor der FIS, Pierre Mignerey, gibt es ebenfalls keinen Hinweis auf einen Betrug. Das Wachs passe nämlich überhaupt nicht zu den Bedingungen in Peking.

„Ich habe keinen Grund, es zu glauben. Vielleicht haben die Leute bemerkt, dass Deutschland besser gleitet, und spekulieren. Aber ich denke nicht, dass es Sinn macht, weil es hier keinen Schnee gegeben hat, bei dem diese Produkte effektiv gewesen wären“, sagte er Dagbladet.

Behle vermutet Neid

Dem pflichtete auch Ex-Bundestrainer Jochen Behle bei Eurosport bei: „Wachse mit C8-Fluorid hätte bei den Spielen in China kein Team freiwillig eingesetzt. Der Grund liegt auf der Hand: Dieses Material bringt nur etwas bei feucht-nassen Bedingungen, wenn es etwas wärmer ist und die Loipe schmierig wird. Wir hatten eine Luftfeuchtigkeit von etwa nur 40 Prozent, tiefe Temperaturen und sehr kalten Schnee. Es hätte keinen Sinn ergeben, C8-Wachs einzusetzen.“ Der 61-Jährige vermutet „Neid“ hinter den Anschuldigungen.

Die idealen Voraussetzungen für C8-Fluorid sind nasser und knirschender Neuschnee. In Peking fand man dagegen meist nur extrem kalte Bedingungen und kaum Neuschnee vor.

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