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Olympia: Der Zenit einer goldenen deutschen Biathlon-Ära

Der Zenit einer goldenen Ära

Bei Olympia 2018 errang die inzwischen verstorbene Laura Dahlmeier vor acht Jahren unter extremen Bedingungen ein historisches Gold-Double. Es markierte den Höhepunkt einer goldenen deutschen Ära.
Laura Dahlmeier feierte bei Olympia 2018 ihren letzten großen Sieg
Laura Dahlmeier feierte bei Olympia 2018 ihren letzten großen Sieg
© IMAGO / GEPA pictures
Bei Olympia 2018 errang die inzwischen verstorbene Laura Dahlmeier vor acht Jahren unter extremen Bedingungen ein historisches Gold-Double. Es markierte den Höhepunkt einer goldenen deutschen Ära.

In der Biathlon-Welt war sie schon längst das Maß aller Dinge - an diesem Tag lief Laura Dahlmeier auch in die olympischen Geschichtsbücher. Am 12. Februar 2018 - also exakt vor acht Jahren - vollendete die Ausnahme-Skijägerin in Pyeongchang ein historisches Double: Als erste Frau holte sie bei Olympia Gold im Sprint und der Verfolgung, ein Kunststück, das vor ihr nur der große Ole Einar Björndalen vollbracht hatte, Dahlmeiers Vorbild. Am 28. Juli 2025 verstarb die zweimalige Olympiasiegerin bei einem tragischen Bergunfall in Pakistan. Bis heute bleibt ihr historisches Double in Pyeongchang eine Sensation.

Temperaturen um minus 15 Grad Celsius und die starke körperliche Belastung führten dazu, dass Dahlmeier nach dem Rennen vollkommen erschöpft war. „Es war ein richtig, richtig hartes Rennen heute - unfassbar“, berichtete Dahlmeier nach ihrem Triumph: „Meine Finger sind gerade aufgetaut, das waren Schmerzen, die waren schlimmer als in jedem Rennen. Es war abartig.“

Um sich zu erholen, sagte Dahlmeier für die Tage nach dem Rennen jegliche TV-Termine ebenso ab wie Feierlichkeiten im Deutschen Haus. Sie sei „komplett hinüber“, ließ sie durch den Verbandssprecher ausrichten.

Der Erfolg war weit mehr als eine physische Meisterleistung. Was die Scharfschützin mal wieder mit dem Gewehr anstellte, grenzte an Perfektion, weil sie schon wieder ungeheuerlichem Druck standhielt.

Dahlmeier schaffte es auch als erste Biathletin überhaupt, in der Verfolgung gleichzeitig Weltmeisterin und Olympiasiegerin zu werden. Der Weg zu der bahnbrechenden Errungenschaft war für die damals 24-Jährige aufgrund der extremen Witterung in Südkorea allerdings eine Tortur.

„Besseres Biathlon habe ich lange nicht gesehen“, schwärmte der damalige Bundestrainer Gerald Hönig mit Blick auf Dahlmeiers Duell mit der zweitplatzierten Slowakin Anastasiya Kuzmina vor allem beim dritten Schießen. „Es gibt viele gute Athletinnen, aber Laura dominiert unseren Sport“, verneigte sich die drittplatzierte Französin Anais Bescond.

Olympia: Zenit der deutschen Biathlon-Ära

Dahlmeiers historischer Coup war ihr letzter großer Sieg und markierte den Zenit einer goldenen Ära für das deutsche Biathlon insgesamt: Dank Dahlmeier, Arnd Peiffer (Gold im Sprint) und Simon Schempp (Silber im Massenstart) war das DSV-Team die dominierende Biathlon-Nation der Spiele in Pyeongchang.

Bronzemedaillen für Dahlmeier im Einzel, Benedikt Doll in der Verfolgung und für die Männer-Staffel mit Doll, Peiffer, Schempp und Erik Lesser rundeten das Top-Ergebnis ab. Es ist bis heute das letzte Mal, dass die deutschen Biathletinnen und Biathleten bei einem Großereignis an der Spitze des Medaillenspiegels standen.

Dahlmeier beendete nach dem Winter 2019 mit nur 25 Jahren ihre Karriere, sie begründete ihren Rücktritt mit Motivationsproblemen nach einer von Krankheitsausfällen geprägten Saison ohne WM-Titel. Dahlmeier begann ein neues Leben, suchte sich neue Herausforderungen mit einem Sportwissenschafts-Studium, als Bergsteigerin und -führerin sowie als Expertin am ZDF-Mikrofon.

Die Ausnahme-Athletin kam am 28. Juli 2025 bei einem tragischen Bergunfall in Pakistan ums Leben. Die damals 31-Jährige war mit ihrer Seilpartnerin am Laila Peak unterwegs, als sie von einem Steinschlag getroffen wurde. Sie starb noch an der Unfallstelle. Ihr tragischer und viel zu früher Tod löste große Anteilnahme in der ganzen Biathlon-Welt aus.

Am Ende der Ära Dahlmeier stieg die inzwischen ebenfalls abgetretene Denise Herrmann-Wick zur Weltmeisterin und Olympiasiegerin empor. Auf sie folgte Weltmeisterin Franziska Preuß, die in der Saison 24/25 den Gesamtweltcup gewinnen konnte. Das schaffte zuletzt Laura Dahlmeier in der Saison 16/17. Auf eine neue Ausnahmeerscheinung, wie Dahlmeier es war, wartet das deutsche Biathlon allerdings bis heute.