Lindsey Vonn hat sich aus dem Krankenhausbett erneut zu Wort gemeldet – und dabei mit ihren Kritikern abgerechnet. „Es war nicht alles umsonst. Es war alles. Und es war kein Traum. Auch wenn es sich jetzt, während ich hier im Krankenhausbett sitze, weit weg anfühlt“, schrieb die 41-Jährige in einem Beitrag auf Instagram.
"War nicht alles umsonst" - Vonn knöpft sich Kritiker vor
Vonn knöpft sich Kritiker vor
„Aber ich habe es geschafft. Ich bin zurückgekommen. Ich habe gewonnen. Ich bin angetreten und habe das erreicht, was die meisten in meinem Alter mit einer Teil-Knieprothese für unmöglich hielten. Jeder Moment war großartig, jeder Moment war es wert“, rechtfertigte sich die 41-Jährige gegenüber jenen, die ihr spätes Comeback skeptisch begleitet hatten.
Olympia: Vonn zog sich schwere Verletzung zu
Ende 2024 startete Vonn eine viel beachtete Rückkehr in den alpinen Skisport, dessen großer Höhepunkt bei den Olympischen Winterspielen in Italien folgen sollte. Doch ausgerechnet in der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo fand das Comeback ein jähes Ende: Die US-Amerikanerin stürzte schwer und erlitt eine komplexe Schienbeinverletzung. Mehrere Operationen waren seither notwendig.
Dass sie überhaupt gestartet war. trotz eines kurz zuvor diagnostizierten Kreuzbandrisses im linken Knie, verdeutlicht, welches Risiko sie einzugehen bereit war. Schwerer als die körperlichen Folgen wogen für Vonn nach eigenen Angaben jedoch die Vorwürfe, sie habe aus Egoismus einen Olympia-Startplatz blockiert. „Für all die Hater da draußen“, die nicht verstünden, was es bedeute, sich seinen Platz zu verdienen, zog sie in ihrem Beitrag eine sportliche Zwischenbilanz ihres Comebacks.
Die einstige „Speed-Queen“ verwies auf ihre zwischenzeitliche Führung im Abfahrtsweltcup, zwei Weltcupsiege in ihrer Paradedisziplin sowie mehrere Podestplätze. „Ich habe mein großes Ziel nicht erreicht. Aber ich habe doch eine ganze Menge geschafft“, schrieb sie. „Danke an alle, die an mich geglaubt haben.“
Vonn? „Unfassbar, wie die Menschen mitgefiebert haben“
Auch Felix Neureuther äußerte sich in einer Kolumne für die Zeitung Welt nochmal zu Vonn. „Ihre Geschichte ist an Dramaturgie kaum zu überbieten. Unfassbar, wie die Menschen mitgefiebert haben. Mir hat dieser Moment ihres Sturzes unheimlich wehgetan. Wir kennen uns, seit wir 13 Jahre alt sind“, schrieb der frühere Slalomfahrer. „Ich weiß, welchen Weg sie gegangen ist.“
Vonn habe „alles riskiert und ist dafür nicht belohnt worden. Aber es war der einzig richtige Weg, es zu versuchen. Brignone ist das gleiche Risiko eingegangen und wurde belohnt“, so Neureuther.
Die Italienerin holte zehn Monate nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes sowie mehrfachen Brüchen des Schien- und Wadenbeinkopfes zweimal Gold.